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Integrierten Gesamtschule Stierstadt: Hier stimmt die Chemie

Beim Tag der offenen Tür der IGS erfuhren die Besucher einiges über Projekte und Unterricht der Einrichtung. Zudem gewannen sie Einblicke in das selbstständige Lernen der Schüler.
Chemieunterricht kann Spaß machen: Achtklässler Stephan und Talha (11) verbiegen mit dem Bunsenbrenner ein Glasröhrchen. Chemieunterricht kann Spaß machen: Achtklässler Stephan und Talha (11) verbiegen mit dem Bunsenbrenner ein Glasröhrchen.
Stierstadt. 

„Ich bin von der Note Drei auf eine Eins in Mathe gekommen“, sagt die zwölfjährige Laura, und die gleichaltrige Alina ergänzt: „Ich habe mich von Vier auf Zwei verbessert.“ Auch für Phillipa ist Mathe einfacher geworden, seit sie es anders beigebracht bekommt. Anders – das heißt in der Form des selbstständigen Lernens, einer offenen Unterrichtsart, die an der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS) seit eineinhalb Jahren praktiziert wird und jetzt Früchte trägt. Beim Tag der offenen Tür konnten Besucher den Schülern beim Lernen über die Schulter schauen und sich über die restlichen Angebote der Einrichtung informieren.

Doch wie funktioniert das selbstständige Lernen? „Wir bekommen Aufträge, die wir erledigen müssen“, sagen die drei Mädchen, die an der IGS die siebte Klasse besuchen und seit der sechsten Klasse die offene Unterrichtsform in Mathematik und Deutsch praktizieren. Dabei handelt es sich um Checklisten mit Aufgaben, die in einem bestimmten Zeitraum erledigt werden sollen. Arbeitsblätter müssten bearbeitet werden, meist allein, manchmal auch im Team.

„Das Gute daran ist, dass es jeder in seinem eigenen Tempo machen kann“, erklärt Laura. Früher habe sie Druck gehabt, weil sie genauso schnell sein musste wie die ganze Klasse, jetzt könne sie das länger üben, was sie nicht beherrsche, und brauche sich nicht mit Sachen aufhalten, die sie bereits verstanden habe. „Für mich ist es auch einfacher, man hat irgendwie mehr Zeit“, meint auch Alina.

Individuelle Bedürfnisse

Um die individuellen Bedürfnisse der Kinder gehe es auch beim selbstständigen Lernen, wie Schulleiter Walter Breinl betont. Schließlich habe jeder einen eigenen Rhythmus. „Durch diese neuen Methoden wollen wir die Selbstständigkeit sowie das Arbeiten im Team stärken“, sagt Walter Breinl.

Dabei würden die Kinder ganz eng von den Lehrern begleitet, „die lassen die Schüler nicht einfach arbeiten und trinken selber Kaffee“, betont der Schulleiter. Die Lehrer könnten besser die Leistungen und den Wissensstand des Einzelnen einschätzen und so gezielt fördern. Denn: „Kein Kind soll über- oder unterfordert werden, alle lernen da, wo sie sind.“ Am Ende stehe dann das Ziel, höherwertige Abschlüsse zu erreichen.

Einen Abschluss strebt auch die neunjährige Alessandra aus Kalbach an. Mit erstauntem Blick geht sie durch die Räume der IGS, lauscht den fetzigen Klängen der IGS-Rock-Band und sieht etwas verloren aus. Sie wird von ihren Eltern begleitet, und Mutter Yvonne Kraus sagt: „Das ist die zweite Schule, die wir uns anschauen, eine Entscheidung, wohin Alessandra nach der vierten Klasse gehen wird, haben wir aber noch nicht gefällt.“ Jedoch habe die Familie bereits viel Positives über die IGS mit ihren 900 Schülern und 35 Klassen gehört. Außerdem könne sie von Kalbach aus mit dem Bus erreicht werden. „Hier ist alles so groß“, sagt das Mädchen. Doch die Mutter beruhigt die Tochter, dass sie sich nur eingewöhnen müsse. Bei einem Rundgang wird der Familie alles erklärt.

Das ist in der „Ich-Box“

Sie dürfen nicht nur Unterrichtsstunden beiwohnen, sondern können auch Projektarbeiten bewundern, beispielsweise die „Ich-Boxen“ der Jahrgangsstufe fünf. Dabei handelt es sich um Kartons, in die die Kinder das hineingepackt haben, was ihnen wichtig ist. Vor allem Jungs haben oft einen Fußball reingetan. Aber auch die Darstellung der Haustiere war sehr beliebt.

Bei den Naturwissenschaften durften die Mädchen und Jungen Glasröhrchen mit dem Bunsenbrenner verbiegen, und in der Turnhalle konnten sie den Basketballern beim Spiel zusehen. Außerdem durften sich alle beim Büfett stärken, das mit internationalen Spezialitäten bestückt war.

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