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Verein Perspektiven: Hilfe, wenn die Seele leidet

Von Psychische Gesundheit gilt als Schlüsselfaktor für Produktivität und Wohlergehen. Gleichwohl leiden immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen. Das bundesweite Präventionsprojekt „Verrückt? Na und!“, dessen Kooperationspartner im Hochtaunuskreis der Verein Perspektiven ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ängste und Vorurteile bei Jugendlichen über Belastungsfaktoren für seelische Krisen abzubauen und über Schutzfaktoren für seelisches Wohlbefinden aufzuklären.
Perspektiven stellt sich vor: Unser Bild zeigt von links Susanne Möller (Koordinatorin) Cornelia von Gerlach (Mitglied der Regionalgruppe), Ulrike Schüller-Ostermann (Geschäftsführerin Perspektiven), Bettina Pfäfflin (Regionalgruppe), Beatrice Hasselbach (Koordinatorin) sowie Jens Laubner und Alexander Hausmann (beide Regionalgruppe). Perspektiven stellt sich vor: Unser Bild zeigt von links Susanne Möller (Koordinatorin) Cornelia von Gerlach (Mitglied der Regionalgruppe), Ulrike Schüller-Ostermann (Geschäftsführerin Perspektiven), Bettina Pfäfflin (Regionalgruppe), Beatrice Hasselbach (Koordinatorin) sowie Jens Laubner und Alexander Hausmann (beide Regionalgruppe).
Oberursel. 

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu, daran ist nicht zu rütteln. „Sie stehen heute unter größerem Leistungsdruck als früher, müssen, egal ob in Schule oder Ausbildung, immer mehr in kürzerer Zeit schaffen und haben kaum noch Gelegenheit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das wiederum führt dazu, dass sie viele seelische Belastungen erst einmal herunterschlucken, so lange, bis sie nicht mehr können.“ Bedrückende Worte. Aber die, die sie spricht, weiß, wovon sie redet: Beatrice Hasselbach, ihres Zeichens Diplom-Pädagogin und beim Verein Perspektiven, freier gemeinnütziger Träger psychosozialer Versorgung im Hochtaunuskreis, im Bereich Betreutes Wohnen tätig, vor allem aber Projektkoordination der bundesweiten Initiative „Verrückt? Na und!“

Diese Initiative, die bereits seit zehn Jahren in Schulen der ganzen Republik erfolgreich praktiziert wird und seit einem Jahr auch im Hochtaunuskreis (TZ berichtete), hilft jungen Menschen zwischen 14 und 25 Jahren im Rahmen eines eintägigen Workshops, sich mit ihrer Seele auseinanderzusetzen. Angeleitet werden sie von einem Expertenteam, von dem sich einer im Verlauf des Workshops als Betroffener einer selbst durchlebten psychischen Krise „outet“.

Die Jugendlichen erfahren, wie sich eine Depression, eine Psychose oder Suchterkrankung anfühlt und welche Bewältigungsstrategien es gibt. Vier solcher Projekte haben Hasselbach und ihre Kollegin Susanne Möller im vergangenen Jahr, der Pilotphase, im Hochtaunuskreis an Schulen durchgeführt, zwei weitere sind derzeit noch geplant.

Und vermutlich dürften es in absehbarer Zeit deutlich mehr werden, denn die Teilnahmekosten für die Bildungsinstitute haben sich deutlich reduziert. Bislang kostete das Tagesseminar 400 Euro. Mit Blick auf leere Kassen eben auch an den Schulen war das für viele Bildungseinrichtungen vermutlich eine nicht zu bewältigende Summe. Der Verein Perspektiven hat daher die Kosten halbiert. Hasselbach: „Wir hoffen, dass wir Sponsoren finden, denn dauerhaft können wir die Kosten als Non-Profit-Organisation nicht tragen.“ Die AOK Hessen konnte als Partner fürs Projekt gewonnen werden. Sie übernimmt künftig die Hälfte der anfallenden Summe, also 100 Euro pro Seminartag.

„Ich hoffe, dass damit den Schulen eine Hürde genommen ist, sich bei uns zu melden, denn wir helfen Jugendlichen dabei, dass sie früh erkennen, wann ihre Seele leidet und welche Bewältigungsstrategien es gibt“, sagt Hasselbach. „Wir arbeiten daran, den Schatz seelische Gesundheit zu hüten, und versuchen, den Jugendlichen dabei zu helfen, seelisch gesund zu bleiben.“

Dass die Initiative wichtig ist, davon ist auch Landrat Ulrich Krebs (CDU) überzeugt. Er wertet den Einsatz des Vereins Perspektiven für den Erhalt der seelischen Gesundheit bei Jugendlichen als immens wichtig. Schon allein die Zahlen geben ihm recht: Nach Angaben des Vereins Irrsinnig Menschlich, Träger der bundesweiten Präventivaktion „Verrückt? Na und!“, wurden 2008 in Deutschland 28,7 Milliarden Euro für die Behandlung psychischer Erkrankungen aufgewandt. Weitaus höher noch sind die indirekten Kosten wegen Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Weitere Infos über das Projekt beim Verein Perspektiven, Alberusstraße 5, Telefon (0 61 71) 50 39 90,

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