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Historisch: So spannend ist die Geschichte der Königsteiner Gasthäuser

Von Königstein kann auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken. Spannend und unterhaltsam ist sie besonders dann, wenn sich um die Historie auch noch Geschichten ranken. Stadtarchivarin Beate Großmann-Hoffmann startet ins neue Jahr mit der ersten Ausstellung rund um Geschichte(n) der Königsteiner Hotels und Gaststätten.
Das Hotel Pfaff, hier eine kolorierte Skizze, hatte seine große Zeit in den 70e, 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts. Damals logierte hier sogar das rumänische Königspaar. 1906 wurde das Hotel verkauft. Repro: Reichwein Foto: Jochen Reichwein Das Hotel Pfaff, hier eine kolorierte Skizze, hatte seine große Zeit in den 70e, 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts. Damals logierte hier sogar das rumänische Königspaar. 1906 wurde das Hotel verkauft. Repro: Reichwein
Königstein. 

Eine Herberge, die sich „Zur Linde“ nennt, hat oder hatte meist einen solchen Baum in der Nähe. Doch hinter der Königsteiner „Rose“ soll sich etwas anderes verborgen haben. Hierbei handelte es sich anscheinend eher um ein Etablissement, in dem auch Damen regelmäßig verkehrten. 1626 sollten in der „Rose“, die damals etwas außerhalb des Ortes lag, Schützen auf den Einzug des Kurfürsten warten, um ihn gebührend zu empfangen. Trotz mehrmaligen Ausrufens kamen die Schützen allerdings zu spät. Sie sollen hinter dem Wagen des Kurfürsten hergelaufen sein und „ungeordnet und nicht vorschriftsgemäß salutiert haben“ – so die Anekdote.

Empfang verpennt

Dass die Schützen den Einzug im wahrsten Sinne des Wortes „verpennt“ haben sollen, könnte für ein solches Etablissement sprechen. „Historisch belegt ist das allerdings nicht“, stellt Stadtarchivarin Beate Großmann-Hoffmann amüsiert klar. Auf 20 Tafeln hat sie unterhaltsame Geschichten und die Geschichte der Königsteiner Gasthäuser und Herbergen für die aktuelle Ausstellung im Rathaus zusammengetragen.

Die „Rose“ stand ehemals im Bereich der heutigen Hauptstraße 5. Also in direkter Nachbarschaft zum Kloster. „Dieses“, so die Stadtarchivarin, „wurde allerdings erst etwas später gebaut“. Mit dem Bau des Klosters dürfte ein eventuell unzüchtiges Treiben in der „Rose“ sowieso sein Ende gefunden haben. Eines ist allerdings historisch belegt: Die „Rose“ war eine von neun Brauereien in Königstein.

In jener Zeit gab es viele Herbergen und Gaststätten unterhalb der Burg. Zum damaligen Zeitpunkt war es eine Tagesreise bis nach Frankfurt. Die Hauptverkehrsstraße nach Köln war stark frequentiert und die Menschen mussten auf einem damals noch sehr beschwerlichen Weg Rast einlegen. Rund um die Königsteiner Herbergen und Gaststätten hatten sich Handwerker etabliert, auf deren Können die Reisenden zurückgreifen konnten. „Das war eine wichtige Infrastruktur“, erklärt die Archivarin.

Wo der Apfelwein floss

Das Leben war allerdings nicht einfach. Viele Herbergen fielen Bränden zum Opfer oder die Wirte litten unter den Belagerungen und Beschießungen rund um die Burg. Zwar tragen auch heute noch einige Gaststätten den Namen alter Traditionshäuser, doch viel zu tun haben sie mit den einstigen Lokalen nicht mehr.

Für Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) ist die Königsteiner Geschichte „spannender als ein Taunuskrimi“. Im 19. Jahrhundert erlebte Königstein eine Renaissance durch die von Dr. Georg Pingler ins Leben gerufenen Kurbehandlungen. Es entstanden völlig neue Beherbergungsformen. Und, während das heutige Fünf-Sterne-Hotel Falkenstein Grand Kempinski ehemals als „Heilanstalt“ gebaut wurde, beheimatet das ehemals gebaute Grand Hotel heute die KVB-Klinik.

Die mittlerweile zu Königstein gehörenden Stadtteile hatten natürlich auch ihre Häuser am Platz. So schmeckte auch schon um 1900 der „Sieße“ in Mammolshainer Gaststätten besonders gut. Aber auch in Schneidhain sollen in der ehemaligen Traditionsgaststätte „Rothenbächer“ an guten Tagen rund 2000 Gläser Apfelwein über den Tresen gegangen sein. Die Falkensteiner hatten ihren Frankfurter Hof, in dem sich Quäker in den 30er Jahren um Verfolgte der Nazis kümmerten, und die Gaststätte im Reichenbachtal, die in ihrer neuen Variante nur noch geschlossenen Gesellschaften zur Verfügung steht.

Es sei auch für sie während ihrer Arbeit an der Ausstellung spannend gewesen zu sehen, wie sich Königstein entwickelt habe, sagt die Archivarin. Die Idee zur Ausstellung kam ihr nach einem Vortrag zum Thema in der Stadtbibliothek. „Es war mehr Arbeit, als ich anfangs gedacht habe“, räumt sie ein. Am 30. Januar wird es eine offizielle Führung mit ihr durch die Ausstellung geben. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Februar im Rathaus, Burgweg 5, zu sehen.

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