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Mahnmal: Holzkreuz im Jubiläumspark wird ausgetauscht

Von 65 Jahre lang hat das von dem Oberurseler Künstler Georg Hieronymi errichtete Mahnmal im Jubiläumspark durchgehalten. Jetzt wird es gegen ein Neues ausgetauscht. Es bestand Umsturzgefahr.
Das Holzkreuz ist vorübergehend weg. Es wird gegen ein Neues ausgetauscht. Bilder > Das Holzkreuz ist vorübergehend weg. Es wird gegen ein Neues ausgetauscht.
Bad Homburg. 

Das Kreuz zur Erinnerung an die nach dem Zweiten Weltkrieg vermissten Soldaten im Jubiläumspark wird derzeit erneuert. Moment mal – ein Kreuz im Jubiläumspark? Zur Erinnerung an Kriegsvermisste? Ja, in der Tat! Es gibt ein solches Kreuz im Jubi-Park (Seite Schwedenpfad), allerdings fristet es versteckt hinter großen Büschen und Bäumen ein Nischendasein.

Aufgestellt wurde das vom Oberurseler Georg Hieronymi (siehe Artikel unten) gefertigte Mahnmal 1953. Seinerzeit war das Schicksal Zehntausender deutscher Soldaten völlig ungewiss, Tausende befanden sich noch in russischer Kriegsgefangenschaft, viele starben dort. Im Oktober 1953 befanden sich auch noch 15 Bad Homburger in russischer Gefangenschaft. In ihrem Buch „Denkmäler in Bad Homburg“ schreibt Stadthistorikerin Gerta Walsh, dass ein Russlandheimkehrer, Wilhelm Langpeter, dem zuvor ebenfalls in Kriegsgefangenschaft gewesenen Hieronymi dabei half, das Kreuz zu errichten. Das dazu verarbeitete Holz stammte von einer Eiche, die 1952 unterhalb der Saalburg gefällt und in einem Sägewerk in Kirdorf zerteilt worden war.

Die am Sockel liegende Tafel mit der Inschrift „Vergeßt uns Kriegsgefangene nicht“ wurde von einem weiteren Spätheimkehrer, Rudolf Ruge, am 25. Oktober 1953 enthüllt. Zuvor hatten an diesem „Tag des Glaubens“ der evangelische Pfarrer Ernst Holz und der katholische Kaplan Hans Willig gesprochen, anschließend übernahm Oberbürgermeister Karl Horn die „Pflegschaft“ für das Mahnmal. Nach der Feierstunde, gegen 12 Uhr, läuteten an dem Gedenktag nicht nur in Bad Homburg, sondern bundesweit zehn Minuten lang die Kirchenglocken.

Buchstaben ergänzt

Später wurde der Text auf der Tafel durch die Worte „Gedenkt der Kriegsgefangenen und Vermißten“ abgeändert, und 1983 wurde die Inschrift um den Zusatz „Gedenkt (. . .), der Opfer aller Kriege und Gewalt“ ergänzt. Noch heute wird an dem Mahnmal einmal im Jahr der Opfer von Kriegen und Gewalt gedacht.

Seit einigen Tagen ist das Kreuz jedoch verschwunden – allerdings nur vorübergehend. Denn nach nunmehr 65 Jahren hatte sich herausgestellt, dass das Holz des Mahnmals sowohl in der Verankerung im Boden als auch am Querbalken durch und durch verfault war. „Bei einem Ortstermin mit einem Statiker hat sich gezeigt, dass die Gefahr bestand, dass das Kreuz beim nächsten Sturm umstürzt und dabei Personen verletzt werden. Die Erneuerung des Kreuzes war überfällig“, erklärt Rainer Merkel, der bei der Kur- und Kongreß-GmbH als technischer Abteilungsleiter tätig ist. Hinzu kam, dass auf der Inschrift einzelne Buchstaben fehlten. Eine Firma aus Friedrichsdorf fertigt derzeit ein neues Kreuz an – wieder aus Eichenholz. Die Inschrift wurde bereits ausgebessert. Zudem soll das Mahnmal diesmal ein richtiges Fundament erhalten. Merkel versichert: „Das ist dann eine dauerhafte Lösung.“

Zurzeit findet sich anstelle des Mahnmals nur ein Loch, doch Merkel geht davon aus, dass das neue Kreuz in den kommenden Tagen aufgestellt wird.

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