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„Das ist schade für unsere Zehntklässler“: IGS: Oberstufe soll erst 2018 kommen

Zuletzt war es eine Zitterpartie: Klappt es noch mit der Oberstufe für die Integrierte Gesamtschule Stierstadt zum kommenden Schuljahr? Danach sieht es nun nicht mehr aus. Kritik gibt es in Richtung Kultusministerium von der SPD.
Symbolbild Schule Foto: Arno Burgi/Symbol Symbolbild Schule
Stierstadt. 

SPD und Grüne haben gestern im hessischen Landtag zum Thema Oberstufe für die Integrierte Gesamtschule Stierstadt (IGS) nachgehakt. Von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) war demnach zu erfahren, dass mit einer positiven Entscheidung hierzu gerechnet werden kann. Allerdings wird die Oberstufe wohl nicht zu Beginn des kommenden Schuljahres eingerichtet, sondern erst ein Jahr später, also im Sommer 2018.

Dies bestätigte Stefan Löwer, Pressesprecher des Ministeriums, gestern Nachmittag im Gespräch mit der TZ. Der Einrichtung der Oberstufe werde zugestimmt – auch mit dem Okay des Hauptpersonalrats werde im Ministerium gerechnet. In der Teilfortschreibung des Schulentwicklungsplans werde aber kein Zeitpunkt für die Einrichtung der Oberstufe genannt. „Wir gehen davon aus, dass dies zum Schuljahr 2018/19 erfolgt“, sagt Löwer.

Die Nachricht erreichte Markus Herget, kommissarischer Leiter der IGS, gestern Nachmittag kurz vor Beginn einer Konferenz an der Schule. „Ich persönlich finde es für unsere Zehntklässler schade, dass wir diesen starken Jahrgang ziehen lassen müssen“, sagte er der TZ. Andererseits gebe es für die Schule jetzt eine verlässliche Planungsgrundlage und eine Menge Spielraum. Zwar habe das Kollegium im Januar mit den Vorbereitungen angefangen. Aber bis zum Sommer dieses Jahres wäre es knapp geworden, meinte er.

Wie berichtet, hatte der Kreistag im November mehrheitlich der Einführung einer sogenannten Profiloberstufe zugestimmt, bei der Fächer zu Schwerpunkten zusammengefasst werden. Seitdem wartete die Schule auf Nachricht aus dem Kultusministerium.

Vor gut drei Wochen beim Tag der offenen Tür an der IGS hatten Jochen Kramer, stellvertretender Vorsitzender des Schulelternbeirates, und seine Kollegen noch dafür getrommelt, dass Schüler und deren Eltern ihr Interesse für Plätze an der geplanten Oberstufe bekunden, damit das Genehmigungsverfahren im Ministerium vorangetrieben werden könne.

Damals hatte Herget auch darauf hingewiesen, dass von der Genehmigung für die Oberstufe auch die Neubesetzung der Schulleiterstelle abhänge. Erst dann sei klar, wie die Stelle ausgeschrieben werden müsse, ob für eine Gesamtschule mit oder ohne Oberstufe. Auf Nachfrage soll Lorz gestern im Landtag erklärt haben, die Stelle werde in Annahme darauf, dass die Schule künftig eine Oberstufe habe, ausgeschrieben.

Aus der Politik gab es gestern Nachmittag die ersten Stellungnahmen zu den Äußerungen des Kultusministers. „Das sind gute Nachrichten für die IGS Stierstadt aus Wiesbaden“, meinte Christina Herr, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Oberursel und im Kreistag. Die Aussage des Ministers sei auch ein wichtiges Signal an alle Eltern von Grundschulkindern, die derzeit überlegen, auf welche weiterführende Schule ihre Kinder zum kommenden Schuljahr gehen. „Sie können zuversichtlich sein, dass ihre Kinder an der IGS auch das Abitur ablegen können“, so Herr.

Früher mitteilen

SPD-Landtagsabgeordnete Elke Barth sieht die Entscheidung „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. „Dass die Entscheidung für das kommende Schuljahr nicht mehr rechtzeitig kommen würde, hätte man der Schulgemeinde auch früher mitteilen können – so gab es bis heute eine Hängepartie für die betroffenen Schüler“, meinte sie. Nun bestehe aber immerhin Klarheit. „Auch wenn leider nun ein weiteres Jahr verpasst wird, bis es endlich soweit ist“, so die Abgeordnete.

(mj)
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