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Stadtjugendfeuerwehrwart Alexander Henz im Porträt: „Im Amt ist man nie allein“

Ziele zu haben ist das eine, diese umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen das andere. Wir sprachen mit dem Bad Homburger Stadtjugendfeuerwehrwart Alexander Henz über Engagement, Einsatzwille und Erfolge im Ehrenamt.
Alexander Henz hat ein Faible für die großen „Brummer“. Bei der Feuerwehr wie auch in seinem Job als KFZ-Mechaniker für Nutzfahrzeuge kann er das ausleben. Foto: Jochen Reichwein Alexander Henz hat ein Faible für die großen „Brummer“. Bei der Feuerwehr wie auch in seinem Job als KFZ-Mechaniker für Nutzfahrzeuge kann er das ausleben.
Bad Homburg. 

„Ich bereue es nicht, so schnell nach oben gekommen zu sein“, sagt Alexander Henz fröhlich an Fronleichnam in der Feuerwehr Bad Homburg-Mitte. „Auch, wenn es nicht so geplant war.“

Während andere gerade froh sind, am Feiertag nicht zu arbeiten, sitzt der 24-Jährige entspannt, aber immer abrufbereit, auf der Terrasse der Feuerwehr. Henz ist Stadtjugendfeuerwehrwart und damit für sechs Jugendfeuerwehren in Bad Homburg zuständig. „Ich wurde extrem früh gefragt und bin die Karriereleiter hoch gefallen“, berichtet der bärtige Rotschopf, der klassischerweise mit 10 Jahren bei der Jugendfeuerwehr startete und mit 17 in die Einsatzabteilung wechselte.

Nachdem er gerade drei Monate als Ausbilder bei der Jugendfeuerwehr in Kirdorf begonnen hatte, schaute er sich die Arbeit der Stadtjugendfeuerwehrwarte an und wurde im Mai 2011 als stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart gewählt. Anfang 2014 wurde er schließlich Stadtjugendfeuerwehrwart. „Eigentlich ist man mehrere Jahre Stellvertreter. Aber natürlich habe ich mich gefreut, als mich die sechs Jugendwarte zum Leiter gewählt haben.“

Auf Augenhöhe

Er habe sich erst mal daran gewöhnen müssen, dass ihn einige der Jugendwarte bereits als Jugendlicher begleitet hätten und teils im Alter seines Vaters seien. Nun sei er einen Rang höher. „Ich spreche viel mit ihnen und anderen Mitgliedern“, erklärt Henz. „Ich möchte nichts von oben anordnen.“

Natürlich sei es nervig, wenn etwas mal nicht klappe und man viel diskutieren müsse. Aber es seien immerhin alle in ihrer Freizeit engagiert.

Durchschnittlich acht Stunden in der Woche investiert Henz in sein Ehrenamt. Für seine Projekte steht er in ständigem Kontakt mit den sechs Jugendwarten sowie den Ausbildern. Er plant mit seinem Stellvertreter die Sommerfreizeit in Österreich in einem und die Skifreizeit in einem anderen Jahr. „Es ist schon spannend, sich eine Woche um 50 Leute zu kümmern.“ Mit den anderen Warten der Jugendfeuerwehren plant er gemeinsame Aktionen wie Ausflüge und beispielsweise den Tag der offenen Tür. Es sei ein konstruktives Miteinander. Man stimme sich immer ab. Auf ganz unterschiedlichen Wegen – mal in einer Sitzung, mal per WhatsApp, Telefon und Mail.

Auch seinen Vorgänger, der zudem sein ehemaliger Jugendwart in den Feuerwehren Gonzenheim und Kirdorf war, kann er jederzeit um Rat fragen. Und das ist auch sein Geheimrezept: „Wenn ich darüber hinaus Unterstützung für Aktionen brauche, dann frage ich zusätzlich andere Mitglieder. Im Amt ist man nie allein.“

Negative Erfahrung habe er generell noch keine gemacht. Nur gemeinsam könne man Ziele erreichen und viel bewegen. Ob es im Einsatz ist, wenn Brände gelöscht oder nachts überschwemmte Keller ausgepumpt werden, oder bei Aktionen wie beim Sickergrubenreinigen im Wald oder bei der Organisation und Durchführung von Aktionstagen für alle Viertklässler in Bad Homburg. „Es lohnt sich, Verantwortung zu übernehmen“, betont Henz. „Man kann viel selbst gestalten und weitergeben.“

So lernen Schüler bei den Aktionstagen an verschiedenen Stationen, wie sie einen Notruf absetzen, wie sie sich in einem Brandfall verhalten und wie die Drehleiter funktioniert. „Wir wollen den Kindern zeigen, dass sie keine Angst vor einem Feuerwehrmann in schwarzer Montur haben müssen“, erklärt Henz. „Die Atemschutzmaske funktioniert maschinell und der Atem ist sehr laut. Vor lauter Angst verstecken sich viele Kinder im Brandfall unter dem Bett oder im Schrank.“

Ein helfender Freund

Auch in Kindergärten organisieren die Jugendfeuerwehren Brandschutzerziehung, um den Kleinen zu zeigen, dass der Feuerwehrmann im Einsatz ein helfender Freund ist. „Wenn ich Zeit habe, gehe ich selbst in den Kindergarten in Kirdorf“, so Henz, der in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Homburg-Kirdorf als Gerätewart und Ausbilder der Jugendfeuerwehr wöchentlich im Einsatz ist. „Das können schon lange und anstrengende Tage sein, wenn ich um sieben Uhr auf der Arbeit bin, dann zur Feuerwehr fahre für vier Stunden Übungen und um 23 Uhr wieder Zuhause bin“, sagt Henz, der als KFZ-Mechaniker für Nutzfahrzeuge arbeitet und auch bei LKW-Pannen ausrückt.

Faszination „Technik“

Über den Melder sei er jedoch für Feuerwehreinsätze jederzeit erreichbar und alle sechs Wochen für den Arbeitgeber für eine Woche zusätzlich als Pannenhelfer in Bereitschaft. „Heute Nacht stand ich bis halb Zwei auf der B3 bei Marburg, um einen LKW wieder flott zu bekommen“, so Henz, dem man keine Müdigkeit mittags beim Gespräch anmerkt. „Die Faszination für große Autos und Technik ergriff mich bereits als Zehnjähriger bei der Jugendfeuerwehr, so dass ich nach meinem Abitur in die Richtung gegangen bin.“

Um sich körperlich fit zu halten, tauscht er die vielen PS gegen das Fahrrad und unternimmt Touren durch den Taunus. Rückhalt findet er auch in seinem engsten Freundes- und Familienkreis. „Sobald ich meiner Freundin oder Familie sage, dass ich heute zur Feuerwehr gehe, wissen sie, ich bin erst einmal weg“, lacht Henz und ist froh über das Verständnis seiner Familie. Sein Leitsatz: Wenn man Ziele hat und mitgestalten möchte, dann muss man auch Verantwortung und Posten übernehmen. „Das kostet Zeit, bringt einen aber persönlich weiter.“

Und dies möchte er auch gerne an die Kinder und Jugendlichen weitergeben. Bereits in der Mini- und Jugendfeuerwehr lerne man Verantwortung – ob als Kassierer oder Getränkewart an Veranstaltungen oder beim Aufräumen der Fahrzeuge nach Feuerwehrübungen, damit diese wieder einsatzbereit sind. „Ich delegiere auch Verantwortungen, um Leute Aufgaben ausprobieren zu lassen“, betont Henz. „Natürlich stehe ich hinter ihnen und sie dürfen mich immer fragen.“

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