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Seelsorge: Im Hochtaunus fehlen noch Hospizhelfer

Von Nicht selten beschäftigen Ängste und Zweifel schwer kranke Menschen. Hospizhelfer und Klinikseelsorger sind da oft gute Zuhörer, aber auch Vermittler zwischen Arzt und Patient, zwischen Sterbenden und Angehörigen.
Einfach nur die Hand halten – das ist für viele Schwerkranke schon ein großer Trost. Foto: Sebastian Kahnert (dpa) Einfach nur die Hand halten – das ist für viele Schwerkranke schon ein großer Trost.
Hochtaunus. 

Die Seniorin weiß, dass sie Hospizseelsorgerin Helgard Kündiger anrufen kann, wenn es hart kommt. Ihre Telefonnummer steht daher auch ganz oben auf ihrer Liste, denn die Pfarrerin und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter sind zur Stelle, wenn keine Therapie mehr hilft. Sie kümmern sich um Schwerkranke und Angehörige, denen es leichter fällt, mit Fremden über Hoffnungen, Ängste, Zweifel, ihren Glauben oder ihre Lebensgeschichte zu reden. Das berichtete Helgard Kündiger bei der jüngsten Tagung des Kirchenparlaments des Dekanats, in dem Pfarrer und Ehrenamtliche ihre Gemeinden vertreten.

Kündiger ist seit fast 30 Jahren Klinikseelsorgerin, derzeit mit halber Stelle an den Bad Homburger Hochtaunus-Kliniken. Die zweite Hälfte ist Hospizarbeit, denn die hat sie im Hochtaunus aufgebaut. Sie hat festgestellt, dass die Themen „Sterben und Tod“ inzwischen aus der Tabuzone geholt wurden, aber die Hospizbewegung sei nicht überall gut aufgestellt. Diese habe, in den 60er Jahren in angelsächsischen Ländern aufkommend, erst Ende der 70er Jahre in Deutschland Fuß gefasst, und sei 1990 nach Hessen gekommen. Als die Theologin 1994 den ersten Vortrag unter dem Titel „Sterbende begleiten, weil Sterben auch Leben ist“ halten wollte, gab es noch Widerstände.

Schwerer Anfang

Der ärztliche Direktor wollte nicht, dass über den Tod in einem Krankenhaus gesprochen wird, in dem doch das Retten von Leben im Fokus steht. Die Pfarrerin hielt den Vortrag und fand die ersten Mitstreiter. Inzwischen hat sie 150 Hospizhelfer ausgebildet, so viele Ehrenamtliche arbeiten auch aktuell in drei ambulanten Hospizdiensten und den beiden Häusern in Oberursel und Niederreifenberg.

Allein die ambulante Betreuung zu Hause oder in Altenheimen erreiche etwa 500 Betroffene im Jahr. Seit drei Jahren haben die Hochtaunuskliniken eine Palliativstation – vor 20 Jahren undenkbar.

Für Helgard Kündiger haben Kirche und Theologie in der Hospizbewegung eine zentrale Aufgabe: Die Würde des (sterbenden) Menschen zu bewahren. „Sterben ist Leben bis zuletzt.“ Auch Klinik- und Kurseelsorger sind gute Gesprächspartner, weil sie einen anderen Blick auf den Patienten haben als Ärzte und Pfleger.

Ganzheitliche Betrachtung

Beatrice Fontanive, Kurseelsorgerin an der Wingertsberg- und der Wickerklinik, setzt auf eine ganzheitliche Betrachtung von Körper und Seele. „Viele Menschen sind auf der Suche nach dem inneren Frieden.“ Klinikseelsorgerin Margit Bonnet sieht die Kirche als „Subsystem“ im Klinikalltag. Mit einem Platz zwischen Personal oder Angehörigen und Patient, mit Alltagsgesprächen und Verkündigung. Sie und ihre katholische Kollegin würdigen den Menschen und sein Umfeld, mischen sich aber bei ethischen Fragen ein. Allerdings fehlt es in den Kliniken und Altenheimen im Kreis an ehrenamtlichen Helfern.

Um das Team zu verstärken, bietet sie eine Ausbildung in Besuchsseelsorge an. Der Kurs hat begonnen, Interessierte können aber noch mitmachen. Anmeldungen sind bei Margit Bonnet, Telefon (0 61 72) 14 34 78, Helgard Kündiger, Telefon (0 61 72) 39 07 31, und Beatrice Fontanive, Rufnummer (0 61 81) 42 41 76, möglich.

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