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Dreiburgenwanderung: Im Schatten der steinernen Wächter

Von Es gibt sie nicht oft, diese Frühlingstage, die kann man kaum schöner malen und vor allem nicht planen kann. Das einzige was zählt ist: Wenn sie da sind, muss man sie genießen, so wie es jetzt rund 90 Teilnehmer der jüngsten Drei-Burgen-Wanderung getan haben.
Die Verantwortlichen der Burgvereine und Taunusklubs genossen wie die anderen Teilnehmer die sonnige Drei-Burgen-Wanderung. Foto: Stefan Jung Die Verantwortlichen der Burgvereine und Taunusklubs genossen wie die anderen Teilnehmer die sonnige Drei-Burgen-Wanderung.
Königstein/Falkenstein/Kronberg. 

Der Himmel über dem Taunus stahlblau, betupft mit weißen Schäfchenwolken. Das Grün der Bäume so vital und frisch, wie es nur ist, wenn es sich gerade erst mit aller Macht gegen den Winter durchgeboxt hat. Und die Sonne so strahlend schön und doch in ihrer Wirkkraft noch so dosiert, dass man sich schon bewegen muss, um nicht zu frösteln.

Perfekte Rahmenbedingungen also für einen Fußmarsch der besonders ansprechenden Art. Genau das nämlich ist die Drei-Burgen-Wanderung. 2013 im Rahmen der Feierlichkeiten zu „700 Jahre Stadtrechte“ von den Königsteiner und Kronberger Burgvereinen, den Taunusklubs der beiden Nachbarstädte und dem Falkensteiner Heimatverein auf den Weg gebracht und mit einem eigens geschaffenen Wanderzeichen versehen, führt die elf Kilometer lange Strecke den Wanderer vorbei an einigen der schönsten Plätze, die der Westen des Hochtaunus zu bieten hat.

Das hat sich längst auch im Nachbarkreis herumgesprochen und bei Peter Arnold, dem Vorsitzenden des Eppsteiner Burgvereins, und einigen seiner Mitstreiter den Wunsch geweckt, den Drei-Burgen-Weg selbst einmal anzugehen. Gesagt – gelaufen! Und das nicht etwa im Alleingang.

Die Eppsteiner Festungsfans durften sich am Samstag des sachkundigen Geleitschutzes ihrer Gesinnungsgenossen aus Königstein, Kronberg und Falkenstein erfreuen.

 

Initiative aus Eppstein

 

„Wir sind mit Peter Arnold im vergangenen Jahr bei den Feierlichkeiten zum Jubiläum des Kronberger Burgvereins ins Gespräch gekommen. Hier erzählte er uns von seiner Idee, ,unseren’ Weg laufen zu wollen. Und wir dachten, das wäre doch eine schöne Gelegenheit, die Runde gemeinsam zu drehen“, skizzierte Birgit Becker, die Präsidentin des Königsteiner Burgvereins, das Zustandekommen der Tour. Die zugleich den Einstieg in eine engere Zusammenarbeit der drei Burgvereine markieren sollte.

Becker: „Kronberger, Eppsteiner und Königsteiner haben sich fest vorgenommen, in Zukunft häufiger zusammenzukommen, um sich auszutauschen.“ Zwar verfolgten die drei Burgvereine im Detail unterschiedliche Zwecke und Ziele, stehe bei den Königsteinern zum Beispiel das „Burgfest“ besonders im Fokus. Die Klammer jedoch, die alles zusammenhalte und die Nachbarn verbinde, sei in allen drei Fällen die gleiche: die Begeisterung für die heimische Historie und das Bemühen um den Erhalt der steinernen Zeugen der Vergangenheit.

Dass die Burgen hoch über Königstein, Falkenstein und Kronberg diesen ehrenamtlichen Einsatz mehr als wert sind, zeigte die Wanderung. Als hätten die drei Sehenswürdigkeiten geahnt, dass ihnen Besuch ins Haus steht, präsentierten sie sich den Gästen von ihren schönsten Seiten – traumhafter Fernblick auf Rhein-Main inklusive.

Um für die gut 90 Teilnehmer der Tour (Becker: „Wir wurden von dieser großartigen Resonanz absolut überrascht.“) Leben in die steinernen Sinnbilder von Macht und Pracht zu bringen, hatten die Organisatoren ihre vereinsinternen Koryphäen in den Einsatz gebracht.

Zum Start auf der Königsteiner Feste war es an Burgvereins-Mitglied Ellengard Jung, den Blick zurück auf die bewegte Historie des Bauwerks zu richten.

In ihrem Gewand an einen Stadtschreiber längst vergangener Tage erinnernd, machte Jung die Chronistenpflicht zur Kür, erinnerte sie an die Eppsteiner und Stolberger wie auch Mainzer Kurfürsten, erzählte von prächtigen Gelagen wie düsteren Zeiten auf der Burg und einem erschütternden Knalleffekt – der alles andere als gelungenen Sprengung der Festung von 1796 durch französische Revolutionstruppen. Die Heimathistorikerin hätte sicher noch sehr viel mehr über das geschichtsträchtige Gemäuer zu erzählen gehabt. Allein, es drängten die Zeit und Hedwig Groß zum Aufbruch. Angeführt von der Vorsitzenden des Königsteiner Taunusklubs verließ die Kolonne der Wanderwilligen die Burg, um über Fußgängerzone und Pingler-Straße Kurs auf den nächsten steinernen Wächter zu nehmen.

 

Nummer zwei oder drei?

 

Vorbei am Kurbad und dann den Berg hinauf, machte die Truppe noch einmal kurz Halt am „Hildablick“ (Groß: „Der schönste Blick auf Königstein.“), um danach zum Sturm auf Burg Nummer zwei entlang des Weges zu blasen.

Dass die Falkensteiner Festung eigentlich schon Nummer drei in der wuchtigen Perlenkette ist, darauf verwies Lokalhistoriker Hermann Groß beim Empfang der Gäste. Heute nur noch als steinernes Fundament zu erkennen, war in ihrem Ursprung nämlich die Burg „Nürings“ die eigentliche Wacht über Falkenstein.

Während seine Kollegen vom örtlichen Heimatverein die Wanderer mit Äpfeln und Brezeln versorgten, servierte Groß den mittelalterlichen Nachtisch. Amüsant wie kompetent erzählte er unter anderem vom wüsten Regiment der Raubritter auf „Neu-Falkenstein“ und lud die Wanderer abschließend zum Aufstieg auf den eigenes geöffneten Burgturm ein.

Hier zunächst noch steil und eng nach oben, ging es für die Kolonne mit Verlassen der Burg fast ausschließlich bergab, weil gen Kronberg. Vorbei am Falkenstein Grand Kempinski und dann hinein in den Wald machte der Taunusschiefer erst aber noch einmal kurz einen Buckel. Der „Kocherfels“ wollte erklommen werden, gab zur Belohnung noch einen kurzen wie schönen Blick auf die Falkensteiner Festungsruine und anschließend den Weg gen Arbeiterweg frei.

Einst die Direttissima für alle Falkensteiner, die per pedes die Wollspinnerei in Oberursel ansteuerten, arbeiteten sich die Burgen-Wanderer nur ein Stück des Weges voran. Nach rechts und dann abwärts ging es für sie der Kronberger Burg entgegen, wo Uwe Wittstock, stellvertretender Vorsitzender des Burgvereins, und seine Mitstreiter mit Eintopf und Getränken aufwarteten.

 

„Quartett“ denkbar

 

Genau die richtige Stärkung für das Ende des Drei-Burgen-Wegs, der sich von Kronberg nach Königstein doch noch einmal ganz schön zieht. Ob er sich in Zukunft vielleicht sogar noch etwas länger zieht und die Burg der Eppsteiner Freunde miteinbezieht?

Ganz lose gesprochen habe man schon einmal darüber, verrät Birgit Becker. Daraus lasse sich aber noch nichts ableiten. Ausgeschlossen sei es zumindest nicht, dass aus dem Wächter-Trio irgendwann ein steinernes Quartett wird.

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