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Wildbienen brauchen Schutz: Imker sieht in Blühstreifen wichtigen Beitrag

Das Land Hessen will mit der Umgestaltung von öden Fahrbahnrandstreifen in artenreiche Grünflächen zum Schutz von Insekten beitragen. Auch in Friedrichsdorf gibt es einen solchen Blühstreifen. Naturschützer Uwe Stubbe begrüßt das Pilotprojekt. Der Umweltaktivist weiß um die Wirkung solcher Aktionen und mahnt die richtige Pflege an.
Uwe Stubbe, Vorsitzender des NABU Friedrichsdorf. Foto: Jochen Reichwein Uwe Stubbe, Vorsitzender des NABU Friedrichsdorf.
Friedrichsdorf. 

Dass nun, wie berichtet, ein landesweites Pilotprojekt startet, mit dem auch in Friedrichsdorf aus dem langweiligen Straßenbegleitgrün in Zukunft artenreiche Grünstreifen werden sollen, freut Uwe Stubbe, der sich als erster Vorsitzender beim Naturschutzbund Friedrichsdorf (NABU) und als Imkerberater des Bienenzuchtvereins Obertaunus engagiert. „Das ist auf jeden Fall ein sinnvolles Projekt, bei dem es um erhebliche Flächen entlang der Straßen geht.“ Und es sei etwas, was der Naturschutz schon seit längerem fordere.

Dass das jetzt auf der politischen Landesebene und von dort bei Hessen.mobil, der zuständigen Behörde für den hessischen Straßenbau, angekommen sei, bewertet er durchweg als positiv.

Aus Imkersicht gehe es dabei aber nicht nur darum, dass vor allem die bekannte Honigbiene in Zukunft mehr Futter findet, betont er: „Die stehen ohnehin unter der Betreuung der Imker. Außerdem sind sie Generalisten, die weit ausfliegen und mit vielen Futtersituationen klarkommen.“

Viel wichtiger seien solche Blühstreifen für die Wildbienen, von denen es in Deutschland etwa 550 Arten gibt. „Die haben einen sehr kleinen Flugradius und sind auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert“, so der Bienenexperte. Sprich: Verschwinden wegen Baumaßnahmen diese Blüten, dann finden die Tiere rund um ihren Nistplatz herum keine Nahrung mehr. Da sie nicht weiter ausfliegen, gehen sie schließlich ein.

„Ein guter Standort für die Wildbienen sind Plätze mit mageren Böden in trockenen, sonnigen Lagen“, erklärt der Bienenexperte weiter. Damit seien gerade Böschungen, Gräben und Wälle entlang von Straßen im Grunde genommen ideal. Wichtig sei, dass bei allen Bepflanzungen darauf geachtet wird, dass die Bienen „bis in den Frühherbst genug Futter finden“, sagt Uwe Stubbe.

Für die Honigbienen wiederum sei der Pollen im August und September als Eiweißlieferant entscheidend. Denn mit den daraus angelegten Vorräten wird im folgenden Frühjahr das Bienenvolk wieder aufgebaut. Auch deshalb ist es wichtig, dass es nicht nur im Mai und Juni schön blüht, sondern längerfristig. Das wiederum bedeute für das Pflegemanagement, dass nicht so häufig gemäht werde. alv

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