Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Bad Homburg 7°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Gründerpreis 2016: Immer mutig voran

Von Junge hessische Unternehmen können sich ab sofort für den Gründerpreis 2016 bewerben, der im Herbst im Taunus vergeben wird. Einer, der diesen Preis schon gewonnen hat, ist der Oberurseler Marcus Wohlleben. Dotiert ist die Auszeichnung nicht, profitiert hat Wohlleben dennoch.
IT-Unternehmer Marcus Wohlleben ist 2008 mit dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet worden. Er hat nachhaltig davon profitiert und wirbt nun für den aktuellen Wettbewerb. Foto: Jochen Reichwein IT-Unternehmer Marcus Wohlleben ist 2008 mit dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet worden. Er hat nachhaltig davon profitiert und wirbt nun für den aktuellen Wettbewerb.
Oberursel. 

Er hat eine Weile überlegt, ehe er sich beworben hat. Ende 2005 hat der Oberurseler Marcus Wohlleben sein Unternehmen – Wohlleben IT – gegründet, doch erst 2008 hat er sich getraut, sich für den Hessischen Gründerpreis zu bewerben. Erst habe er es sich nicht zugetraut, sagte Wohlleben gestern bei einem Pressegespräch. Doch nun, acht Jahre später, ist der Oberurseler froh, dass er die Bewerbung abgegeben hat. Denn er ist letztlich auch ausgezeichnet worden, hat den Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „Mutige Gründung“ bekommen. „2008 war ein Super-Jahr für mich“, sagte Wohlleben, denn er wurde auf der Cebit in Hannover auch mit dem IT-Freelancer-Preis als bester IT-Dienstleister Deutschlands ausgezeichnet.

2016 könnte ein solches Super-Jahr für andere junge Unternehmen werden. Zum 14. Mal wird der Hessische Gründerpreis ausgelobt, Veranstalter ist der „Initiativkreis Gründertage Hessen“. Die Schauplätze der Gründertage wechseln, in diesem Jahr finden die Veranstaltungen in Bad Homburg, Oberursel und Friedrichsdorf statt, denn das Existenzgründer-Netzwerk Hochtaunus fungiert, wie berichtet, als Gastgeber.

Bewerben können sich Unternehmen, die ein bis fünf Jahre am Markt sind und die nicht auf finanzielle Unterstützung durch den Staat angewiesen sind. Ausgelobt wird der Preis in drei Kategorien: mutige Gründung, geschaffene Arbeitsplätze und innovative Geschäftsidee. Ein Preisgeld gibt es nicht, wie Elisabeth Neumann, Projektleiterin der Gründertage, gestern zum Auftakt der Bewerbungsphase sagte.

Auch Marcus Wohlleben hat kein Geld bekommen – aber jede Menge Kontakte und Unterstützung erhalten. Das führte zum Beispiel dazu, dass er am Zimmersmühlenweg passende Büroräume für seine Firma gefunden hat. Gerade für ihn war das nicht einfach, ist er doch aufgrund einer Muskelerkrankung auf den Rollstuhl und damit auf behindertengerechte Räume angewiesen.

Vier Mitarbeiter

Sein Unternehmen ist bekannter geworden, weil auch das öffentliche Interesse stieg. Unter anderem kam ein Fernsehteam zu dem Dienstleister, um einen Beitrag zu drehen. 2010 hat Wohlleben sein Unternehmen in „Cloud Pilot GmbH“ umbenannt, mittlerweile beschäftigt der 46-Jährige vier Mitarbeiter.

Etwa 80 bis 100 Bewerbungen gibt es laut Neumann jedes Jahr für den Gründerpreis. 36 – 12 pro Kategorie – werden für das Halbfinale ausgewählt, das am 11. Oktober bei der Taunus Sparkasse in Bad Homburg ausgetragen wird. Das Kreditinstitut ist Sponsor der Gründertage. Die Förderung von Existenzgründungen sei ein wichtiges Geschäftsfeld, auch wenn es sich um eher kleinere Beträge handele, sagte Vorstand Markus Franz. Die Sparkasse habe im vergangenen Jahr 35 Existenzgründungen in Hoch- und Main-Taunus finanziert. „An der Finanzierung scheitert heute keine Existenzgründung“, betonte Franz.

Das Finale wird bei einer Fachtagung im neuen Dorint-Hotel in Oberursel am 10. November ausgetragen. Dann sind pro Kategorie noch drei Bewerber am Start. Die Sieger werden am Abend bei einer Festveranstaltung mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Bad Homburg ausgezeichnet.

Im Laufe des Wettbewerbs müssen die Unternehmer ihre Firma und deren Besonderheiten präsentieren. Sicher auftreten, die Stärken herausarbeiten – dabei gibt es Unterstützung durch die Unternehmensberater der KPMG und den Kreis der Wirtschaftsjunioren (WJ), an deren Veranstaltungen die Wettbewerbsteilnehmer dabei sein dürfen. „Wir sind ein sehr aktives Netzwerk“, sagte Regine Rang vom WJ-Landesvorstand und machte damit deutlich, worum es beim Gründerpreis auch geht: ums Netzwerken.

Besser durch Reduzierung

Netzwerke gibt es auch in Oberursel, und für die will Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) die Werbetrommel rühren. Er sei froh, dass die Gründertage in die Region kommen. „Die Unternehmenslandschaft kann das gut gebrauchen.“

Marcus Wohlleben ist jetzt in jener Landschaft etabliert. „Immer mutig voran“, diese Devise hat er verinnerlicht. Er weiß, dass Spezialisierung ein Schlüssel zum Erfolg ist. „Wir müssen reduzieren, um besser zu werden.“ Das hat er nicht zuletzt durch den Gründerpreis gelernt und damals als Alleinstellungsmerkmal Fernwartung und schnelle Hilfe herausgearbeitet.

Den Teilnehmern 2016 verspricht er eine einstündige IT-Beratung, unabhängig davon, ob er hinterher den Auftrag bekommt. Auch das ist Netzwerken.

 

Infos über Termine und Teilnahme auf www.gruendertage-hessen.de im Internet.

 

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse