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Ins Büro statt auf die Burg

Von Das Königsteiner Burgfest wird im kommenden Jahr nur noch an drei statt vier Tagen gefeiert. Das Präsidium des Vereins hat sich nach Rücksprache mit der Stadt und den Kellerbetreibern dazu entschieden, den Burgfestmontag aus dem Programm zu streichen – vor allem aus Kostengründen.
Königstein. 

Wer sich in ganz weiser Voraussicht schon für den 20. Juli 2015 einen Tag Urlaub gesichert hat, um an diesem Montag den Ausklang des Königsteiner Burgfestes zu feiern, kann den Urlaubsantrag zerreißen. Der Burgfestmontag ist für kommendes Jahr gestrichen und wird es wohl auch in Zukunft bleiben.

Wie Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins gegenüber der TZ bestätigte, hat sich das Präsidium „schweren Herzens“ dazu entschlossen, den sogenannten „Tag der Königsteiner“ für 2015 aus dem Programm zu nehmen und dafür am Sonntagabend die Burg wieder für die Festgäste zu öffnen.

Vorangegangen seien der Entscheidung, so Becker, Gespräche mit Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) und den Kellerbetreibern, um auch deren Meinung auszuloten.

Das Ergebnis: Der Rathauschef wie auch ein großer Teil der Vereine, so Becker, teilten die Ansicht des Präsidiums, dass es besser sei, sich vom Montag zu verabschieden, als das ganze Fest in Frage zu stellen. Denn das könnte die Alternative sein.

Dem Verein nämlich laufen nach wie vor die Kosten davon – auch das Burgfest dieses Jahres habe da leider keine Ausnahme gemacht, wie Schatzmeister Alexander Freiherr von Bethmann bestätigt: „Die Einnahmen wie auch die Besucherzahlen sind einigermaßen konstant geblieben. Die Ausgaben aber leider nicht.“

Zwar habe man ein wenig bei der Sicherheit sparen können. Allein für Security und die Sicherheitszäune sei aber auch heuer ein Betrag von rund 22 000 Euro aufzuwenden gewesen. Hinzukomme die Erhöhung der Gema-Forderungen auf deutlich über 6000 Euro. Von Bethmann: „Wir müssen 45 Prozent mehr zahlen als in den Vorjahren.“ Und der Betrag wäre noch um einiges höher ausgefallen, hätte der Burgverein nicht nachverhandelt und sich zudem dem „Bund der Gemazahler“ angeschlossen.

Auch 2014 defizitär

Auch wenn noch einige kleinere Rechnungen ausstünden, könne und müsse man schon jetzt feststellen, dass „einige tausend Euro“ am Ende des Tages fehlen werden und das Burgfest damit neuerlich rote Zahlen eingefahren hat. „Noch so ein Jahr und dann war es das mit dem Burgfest“, malt der Schatzmeister des Vereins ein mögliches Zukunftsszenario in düsteren Farben. Just um das zu verhindern, wolle man den Burgfestmontag opfern. Schließlich wolle und könne man weder die Kellermieten hochsetzen, noch wolle man ein weiteres Mal die Eintrittspreise erhöhen. Mit 10 Euro für Erwachsene habe man eine Schall- und Schmerzgrenze erreicht, die nach Möglichkeit nicht überschritten werden sollte.

Ein ganzer Festtag weniger dagegen, das sei ein ganzer Festtag, an dem sich Security, Gema, Musikprogramm auf der Festwiese und einiges mehr sparen lassen. Kostenträchtige Argumente, denen sich das Präsidium nicht habe verschließen können.

Dass die Nachricht von der Streichung des „Tages der Königsteiner“ für einige Stammgäste eine schwer verdauliche Nachricht sein wird, dessen ist sich Becker bewusst: „Wer uns kennt, weiß, wie weh es uns es selbst tut, solche Entscheidungen treffen zu müssen. Doch es sind eben existenzielle Gründe, die uns dazu zwingen.“

Um den harten Brocken ein wenig besser schlucken zu können, verweist Birgit Becker darauf, dass der Montag zwar künftig nicht mehr im Festprogramm stehe. Die Programmpunkte, aber erhalten bleiben und umverteilt werden sollen. Becker: „Der Freitag wird nicht angetastet. Da bleibt alles wie es ist. Dafür werden wir den Samstag mit einem Frühschoppen beginnen, der bislang am Montagvormittag angeboten wurde.“

Zeremonie zieht um

Eine weitere, vornehmlich räumliche Änderung, soll es am Samstagnachmittag geben. Ins Auge gefasst sei, die Schlüsselübergabe nicht mehr am „Alten Rathaus“ stattfinden zu lassen, sondern direkt im Anschluss an den Empfang des Bürgermeisters am neuen Rathaus.

Letztlich, so Becker, wolle der Verein damit auf den sinkenden Publikumszuspruch bei der Schlüsselübergabe reagieren, der in den vergangenen Jahren doch zu erkennen gewesen sei. Was den Abend des Burgfest-Samstags wie auch den Sonntag mit Festumzug und Kinderprogramm bleibt auch alles beim Alten.

Neu allerdings ist, dass am Sonntagabend wieder die Keller geöffnet werden – als Ausgleich für den Verzicht auf das Feiern am Montagabend. Schließlich wisse man im Präsidium, dass der eine oder andere Königsteiner es vorzieht, seine Tour durch die Keller dann zu starten, wenn es etwas weniger trubelig ist.

Vor einigen Jahren mangels Resonanz aus dem Programm genommen, hoffen die Verantwortlichen des Burgvereins, dass gerade die Bürger der Kurstadt den Sonntagabend für sich wiederentdecken und mit Leben füllen. Becker mit einem Augenzwinkern: „Eigentlich sollte es ja egal sein, ob man am Montag oder am Dienstag müde ins Büro geht.“ Und eigentlich sollte ja jeder Burgfest-Tag ein „Tag der Königsteiner“ sein.

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