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Politik in Königstein: Irritationen wegen Bürgermeisterkandidat: Es knirscht im Kurstadt-Bündnis

Von Schlechtes Timing wirft die Königsteiner CDU ihrem Bündnispartner FDP vor. Die hatte kurz vor Ferienbeginn die Kandidatur ihres Stadtverordneten Ascan Iredi für das Bürgermeisteramt publik gemacht. Damit nicht genug, befindet sich offensichtlich auch noch ein Maulwurf in den Reihen der Christdemokraten.
Ascan Iredi Bilder > Ascan Iredi
Königstein. 

Steht das Königsteiner Vierer-Bündnis – das keine Koalition sein will – vor einer Zerreißprobe? Das Verhältnis zwischen CDU und FDP jedenfalls ist seit Freitag vergangener Woche auf jeden Fall abgekühlt. Grund ist die von der FDP angekündigte Kandidatur von Ascan Iredi für das Bürgermeisteramt. Die Christdemokraten unterstützen bekanntlich den derzeitigen Amtsinhaber und Parteifreund Leonhard Helm (CDU), der als unabhängiger Kandidat antritt.

„Der Zeitpunkt der Bekanntgabe hat mich geärgert“, sagt der Fraktions- und stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Hees. Wie sehr, geht aus einem Schreiben an seine Fraktionskollegen hervor, das unserer Zeitung vorliegt.

Die Möglichkeit, dass eine der Bündnisparteien einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl stellt, hätten er und die Parteivorsitzende Annette Hogh zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, heißt es darin. Die Wahrscheinlichkeit hielt man aber insbesondere vor dem Hintergrund des letzten Bündnis-Gesprächs für sehr gering. Nun kam es anders. Dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Michael-Klaus Otto habe er telefonisch mitgeteilt, dass er ihre Ankündigung „mit Verwunderung zur Kenntnis“ nehme, schreibt Hees weiter. Man sei zudem nicht uneingeschränkt der Auffassung, dass die Arbeit innerhalb des Bündnisses davon unberührt bleibe. Von einer Sondersitzung der Fraktion habe die CDU-Führung im Hinblick auf die zahlreichen Abwesenheiten während der Ferien abgesehen. Nun soll die „veränderte Situation“ in der nächsten geplanten Sitzung bewertet werden.

Anruf wäre das Mindeste

Die Bombe sei am Freitagnachmittag geplatzt, das habe ob der Ferien keine Gelegenheit mehr zur Kommunikation gelassen. Das Verhältnis zur FDP sieht Hees trotzdem nicht als belastet an: „Aber es wäre gut gewesen, uns vorher anzurufen.“ Nach Angaben der Liberalen wurde die CDU zumindest einen Tag vor der Öffentlichkeit informiert. An dem Bündnis werde selbstverständlich nach wie vor festgehalten, sagte Hees gestern.

Dass er sich der Presse gegenüber bis zur Fraktionssitzung so äußern wolle, hatte er bereits in dem Schreiben vom Samstag angekündigt. Außerdem müsse man differenzieren: Iredi trete gegen Leonhard Helm an, nicht gegen die CDU: „Wir unterstützen Herrn Helm als unabhängigen Kandidaten.“ Ob Iredi mit Unterstützung der FDP oder als ihr offizieller Kandidat antritt, soll die Mitgliederversammlung der Liberalen am 24. Oktober entscheiden. Just an dem Tag, an dem die CDU-Fraktion ebenfalls zusammentritt.

Und die Tatsache, dass Interna bei der CDU offenbar nicht intern bleiben? „Das sehe ich ganz gelassen“, antwortet Hees. Er sei lange genug in der Politik, um zu wissen, dass eine Sache, von der mehr als drei Menschen erfahren, öffentlich ist. Zum Frieden in den eigenen Reihen dürfte es dennoch nicht beitragen.

Bei der FDP zeigt man sich entspannt. „Wir wurden häufiger gefragt, ob wir nicht auch einen Kandidaten aufstellen wollen“, berichtet der Vorsitzende des Ortsverbandes, Alexander Freiherr von Bethmann. Die Position sei immer gewesen, dass man sich diese Option offenhalte. Nun sei es Zeit für „Butter bei die Fische“: Man wollte die Bürger nicht länger als nötig im Unklaren lassen. Dass man bei der CDU nicht erfreut darüber sei, könne er nachvollziehen. „Wir haben aber keine feste Koalition, sondern eine lose Kooperation, die bisher gut funktioniert hat.“ Ob das Verhältnis nun belastet sei? „Von uns aus nicht“, antwortet von Bethmann. Die Liberalen seien weiterhin daran interessiert, gemeinsam Dinge voranzutreiben. Eine Demokratie lebe von Alternativen. Er rechne damit, dass die ALK in letzter Sekunde auch noch einen Kandidaten ins Rennen schickt – schließlich töne sie immer, größte Fraktion zu sein.

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