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Interview zum Burgfest: Isabella I.: Herrin übers Wetter

Nur noch sechs Mal schlafen, dann wird aus der bürgerlichen Isabella Radtke Ihre Lieblichkeit Isabella I. Mit der TZ hat die 18-Jährige über die bevorstehende Regentschaft, ihre Vorliebe für mittelalterlichen Gesang und ihre Beziehung zum Wetter-Gott gesprochen.
Isabella Radtke tritt ihr neues Amt am Freitag an. Foto: Sven-Sebastian Sajak Isabella Radtke tritt ihr neues Amt am Freitag an.

Isabella, mit Dir wird am 3. Juni eine dynastische „Newcomerin“ den Thron besteigen. Macht Dich das nervös?

ISABELLA: Meine Nervosität hält sich (noch) in Grenzen. Ich sehe meiner Amtszeit vielmehr freudig entgegen. Ich habe zwar noch nie hinter die Kulissen des Burgfestes geschaut, aber mir steht ein erfahrenes Team zur Seite – mein Hofstaat verfügt teilweise über besondere Burgfest-Expertise. Vielleicht ist es sogar von Vorteil, dass für mich alles neu sein wird. So bin ich absolut unvoreingenommen.

Für viele Deiner Vorgängerinnen ist mit der Wahl zum Burgfräulein ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen – wie ist das bei Dir?

ISABELLA: Diesbezüglich mache ich keine Ausnahme. Seit meiner frühesten Kindheit träume ich davon, Burgfräulein zu werden. Der Besuch des Burgfestes war für mich immer genauso selbstverständlich wie das Sammeln der Autogrammkarten des jeweils amtierenden Burgfräuleins. Vor drei Jahren kam ich dann mit meinem Freund Mark-Philipp Halberstadt zusammen. Seine Schwestern Anja und Svenja waren vor über zehn Jahren selbst einmal Burgfräulein. Davon zeugen zahlreiche Fotos im Zuhause der Familie. Diese und die Erfahrungen der zwei waren ausschlaggebend, mich selbst zu bewerben. Mark-Philipp fand es super. Und er erklärte sich sofort bereit, mein Junker zu werden.

Somit war der männliche Part Deines Hofstaats schnell besetzt. Wer gehört noch zu Deinem Gefolge?

ISABELLA: Mein Hofstaat besteht aus meinen Freundinnen Vivien Trum und Franziska Pfaff sowie meinem 13-jährigen Bruder Gianluca. Mit Vivien bin ich seit der fünften Klasse befreundet. Wir sind beste Freundinnen. Obwohl sie im vergangenen Jahr eine Ausbildung begonnen hat, erklärte sie sich nach kurzer Bedenkzeit bereit, eine meiner Hofdamen zu werden. Das wird unsere Freundschaft bestimmt noch einmal intensivieren. Franziska dagegen kenne ich seit der Oberstufe. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Und da ich wusste, dass ihre Schwester Carolin vor einigen Jahren auch Burgfräulein war, habe ich mir gewünscht, dass sie meine zweite Hofdame wird. Sie hat zugesagt, was mich sehr gefreut hat. Und schließlich gibt es noch meinen Bruder Gianluca, der mega stolz auf mich ist und mich als Page begleiten wird.

Wie haben Deine Freunde reagiert, als Du ihnen erzählt hast, dass Du das diesjährige Königsteiner Burgfräulein wirst?

ISABELLA: Ich musste bis zur Vorstellung im Januar Stillschweigen bewahren und konnte es ihnen gar nicht persönlich sagen. Als dann gepostet wurde, dass ich das nächste Burgfräulein werde, hat sich die Nachricht rasend schnell verbreitet. Ich habe Komplimente bekommen, viele meiner Freunde haben mich mit Whatsapp-Nachrichten bombardiert, mir gratuliert und mir versprochen, zum Burgfest zu kommen.

Du hast erzählt, dass die Schwestern Deines Freundes selbst einmal Burgfräulein waren. Haben sie Dir schon wertvolle Tipps gegeben?

ISABELLA: Auf jeden Fall. Anja und Svenja sagten mir zum Beispiel, dass ich unbedingt bequeme Schuhe tragen soll. Außerdem wurde mir empfohlen, einige Banderolen der Burgfestbrote aufzuheben, weil diese zum Ende hin immer knapper werden. Isabelle, meine noch amtierende Vorgängerin, wies mich darauf, immer einen Edding in der Tasche zu haben, damit ich Autogrammkarten schreiben kann. Und natürlich: immer lächeln.

Das scheint Dir nicht allzu schwer zu fallen, oder?

ISABELLA (grinst): Ich bin ein fröhlicher Mensch und versuche, alles positiv zu sehen. Wenn ich andere Menschen lachen sehe, dann muss ich automatisch mitlachen. Und da ich mich auf meine Amtszeit und vor allem die Begegnungen mit den Königsteinern freue, werde ich wahrscheinlich mit einem Dauergrinsen herumlaufen. Das wird ein tolles Jahr, in dem ich unglaublich viel erleben darf. Diese Erfahrungen bleiben mir ein Leben lang.

Komplett eingekleidet seid Ihr bereits. Wie gefällt Dir Dein Kleid?

ISABELLA: Es ist einfach königlich. Ich durfte sogar Wünsche bei Stoff, Schnitt und Farbe äußern. Franzi hatte einige Skizzen angefertigt, die von Inga Ernst, Leiterin der Nähstube, super umgesetzt wurden. Der königsblaue Samt und der weiß-beige Innenstoff harmonieren perfekt. Auch die Perlen-Applikationen gefallen mir sehr gut. Insgesamt ist das Kleid allerdings sehr empfindlich, deshalb habe ich auch beschlossen, dass das Wetter dieses Jahr besonders schön sein wird.

Das heißt, die künftige Herrin über Königstein ist auch Herrin über das Wetter?

ISABELLA (lacht): Ja, ich habe ziemlich gute Beziehungen nach oben. Es wird weder regnen noch Gewitter geben.

Du besuchst aktuell die 11. Klasse der St. Angela-Schule, hast teilweise bis halb sieben abends Unterricht. Hast Du einen Plan, wie Du Deine Verpflichtungen als Burgfräulein und die Schule unter einen Hut bekommst?

ISABELLA: Ich bin der festen Überzeugung, dass man alles schafft, wenn man es nur will. Das Amt des Burgfräuleins ist für mich eine große Ehre und ich werde alles dafür geben. Gleichwohl habe ich nicht vor, die Schule schleifen zu lassen, schließlich mache ich im kommenden Sommer mein Abitur. Auch meine Hobbys möchte ich, wenn möglich, nicht vernachlässigen.

Apropos Hobbys: Du schwimmst nicht nur bei der DRLG Königstein, sondern singst auch gerne mittelalterliche Lieder. Wie kam es dazu?

ISABELLA: Das Singen hat mir schon immer Freude bereitet. Viele Jahre habe ich im katholischen Kinderchor unter Leitung von Heinz-Gerhard Halberstadt gesungen. Er führt übrigens als Minnesänger Cuno von Königstein regelmäßig Touristen durch die Kurstadt. Über ihn bin ich zu den Minnesängern gekommen, durfte in den letzten Jahren dann auch auf dem Wagen der Minnesänger am Burgfestumzug freudig mitsingen. Und wenn es meine Zeit zulässt, begleite ich Cuno von Königstein auf seinen Minnesängerführungen.

Du hast seit kurzem aber noch eine andere Leidenschaft?

ISABELLA: Richtig, ich habe vor einem Jahr das Dressurreiten für mich entdeckt. Es ist der perfekte Ausgleich zur Schule. Auf dem Rücken der Pferde kann ich nämlich völlig abschalten.

Dürfen wir uns also auf ein Burgfräulein hoch zu Ross freuen?

ISABELLA: Früher sind die Burgfräulein beim großen Umzug tatsächlich geritten. Auch für mich hätte ich mir das super gut vorstellen können. Allerdings besitze ich kein eigenes Pferd. Und wenn ich mir eines hätte leihen wollen, hätte das Tier entsprechend geschult sein müssen, damit es kein Sicherheitsrisiko darstellt. Ich verzichte also und nutze doch lieber den selbst geschmückten Wagen.

(mlf)
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