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65. Burgfest in Königstein: Isabelle I.: Hier regiert das Original

Von Nur noch drei Tage Burgfest – ist das nicht viel zu kurz? Es ist wie so oft im Leben so auch beim Königsteiner Kultfest – es kommt nicht auf die Länge an, sondern auf das, was man daraus macht. Und da war der gestrige Auftakt doch schon mal mehr als vielversprechend: Die Inthronisation von Burgfräulein Isabelle I. machte auf jeden Fall Lust auf mehr.
Mit der gestrigen Inthronisation hat die Amtszeit von Burgfräulein Isabelle I. und das 65. Burgfest begonnen. Bilder > Mit der gestrigen Inthronisation hat die Amtszeit von Burgfräulein Isabelle I. und das 65. Burgfest begonnen.
Königstein. 

Wer dieser Tage die Dienste des Internets in Anspruch nimmt, um sich ein Bild von Königsteins neuem „Burgfräulein Isabelle“ zu machen, dem kann es passieren, dass ihn die Suchmaschine kurzerhand auf die Seite eines Online-Versandhandels lenkt, wo einem ein „Burgfräulein Isabell“ mit Konfektionsgröße 36/38 für 49,90 Euro zuzüglich Versandkosten entgegenlächelt. Wie bitte?

Keine Sorge: Diese junge Dame ist zwar auch blond und – zugegeben – ganz nett anzuschauen, aber natürlich nicht das Königsteiner Original. Das einzig wahre Burgfräulein dieses Namens sitzt seit gestern Abend auf dem Thron der Kurstadt, hat ein „e“ mehr im Namen als die Versandhaus-Queen, ein viel schöneres, weil vom Fingerhutgeschwader als Unikat geschaffenes Kleid und ist überhaupt – frei nach Schneewittchen – tausend mal schöner als die Web-Konkurrenz.

Den Beweis dafür trat Isabelle Hunkel am Freitag bei ihrer Inthronisation vor dem Kurhaus an. Begleitet von ihrem Hofstaat und beschienen von der auch am gestrigen Abend noch angenehm wärmenden Sonne über der Kurstadt, nahm die angehende „Lieblichkeit“ den letzten Step zur Krone mit Leichtigkeit und Grandezza.

Alexander Prinz zu Stolberg-Roßla, dem Schirmherrn des Burgfestes, war es einmal mehr eine Ehre, das Mädchen aus dem Volk mit der Krone und dem Mantel der schützenden Gewalt auszustatten und die 18-Jährige so in den Stand einer ehrenamtlichen Adelskollegin auf Zeit zu erheben.

Ein Jahr wird Isabelle als Königsteins Burgfräulein die Stadt und den Burgverein bei offiziellen Anlässen im In- und Ausland vertreten. Eine Aufgabe, der die frisch gekürte „Lieblichkeit“ und bekennende Königsteinerin mit großer Vorfreude entgegenblickt. Immerhin gehört das Burgfest für die angehende Abiturientin seit Kindertagen fest zu ihrem Dasein als echte Königsteinerin dazu. Was mit einer Nebenrolle im Kinderwagen am Rande des Burgfestumzugs begann, findet so gesehen am Sonntag auf dem eigenen Festwagen eine irgendwie logische wie würdige Krönung.

Volles Programm

Nach einer – vermutlich heißen – ersten Partynacht geht es am heutigen Samstag mit dem Königsteiner Burgfest gleich um 11 Uhr mit einem Frühschoppen auf der Burg weiter.

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Ritterliches Erbe

 

Verlassen kann sich Isabelle in den kommenden zwölf Monaten dabei nicht nur auf die Unterstützung von Familie, Hofstaat und Burgverein, sondern vor allem auch auf das Geleit von Königsteiner Festungsgarde und Rittern. Letzteren dürfte dieser Dienst ein ganz besonderes Anliegen sein, ist Isabelle doch ein „Kind“ des Vereins und bereits die vierte Lieblichkeit, die den Aufstieg aus dem Ritterstand zur Herrin über die Kurstadt geschafft hat.

Dass jedem Anfang auch ein Abschied vorausgehen muss – mit dieser Gewissheit und dem guten Gefühl, ein tolles Amtsjahr erlebt zu haben, war Königsteins noch amtierendes Burgfräulein Nora I. wenige Minuten zuvor ihrer Exthronisation entgegen geschritten – selbstbewusst, gut gelaunt und – wie im TZ-Interview bereits vermutet – tränenfrei.

Nora hielt Rückschau auf eine Regentschaft, die sie nicht nur ob des Wetters als „sonnig“ bezeichnete. Ob sie so viel Gefallen an der Regentschaft über die Stadt gefunden habe, dass sie sich vielleicht sogar einen Zweitschlüssel zur Stadt hat nachmachen lassen – dazu hüllte sich Nora lachend in Schweigen. Dass sie mit ihrem Hofstaat aber auf jeden Fall viel Spaß dabei hatte, ihre Heimatstadt über ein Jahr nach innen und außen vertreten zu dürfen, daraus machte die scheidende Regentin kein Geheimnis. „Ich bin stolz darauf, Burgfräulein gewesen sein zu dürfen“, hob Nora hervor, verbunden mit einem herzlichen Dank an all jene, die einen Beitrag zu einem besonderen Jahr geleistet haben.

Lob und Dank erntete die 19-Jährige ihrerseits für ihren Einsatz als ehrenamtliche Botschafterin. Wie gut Nora die Stadt vertreten habe und wie sehr sich die junge Frau in ihrem Amtsjahr weiterentwickelt habe, sei beachtlich und ein gutes Vorbild für kommende Lieblichkeiten, zollte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) Anerkennung und Respekt.

„Nora, Du hast das Amt wunderbar ausgefüllt“, konstatierte Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins, dankend. Im Präsidium wisse man sehr wohl, dass das große Engagement nebst Zeitaufwand, das Nora und ihre „nette und fröhliche Truppe“ an den Tag gelegt hätten, keine Selbstverständlichkeit seien. Umso mehr sei der Verein zu Dank verpflichtet.

Mit Blick auf Königsteins neues Burgfräulein, ist Becker absolut sicher eine würdige Nachfolgerin gefunden zu haben. Schließlich, so Becker, habe Isabelle schon als kleine Hofdame vor zehn Jahren allen den Kopf verdreht.

Dass ihr „Heimspiel“ nur drei, statt bislang vier Tage währen und damit schon in der Nacht zum Montag enden wird, damit kann Isabelle nach eigenem Bekunden (wir berichteten) sehr wohl leben.

Zwar musste der Terminplan der frisch gekürten „Lieblichkeit“ vor diesem Hintergrund etwas enger getaktet werden. Aber ein Problem ist das für die 18-Jährige nicht. Im Gegenteil.

Isabelle I. hat sich fest vorgenommen „ihr“ Burgfest 2015 in vollen Zügen zu genießen. Und dazu bieten auch drei Tage reichlich Gelegenheit.

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