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Schachjugend: Junge Denksportler treten bei der Deutschen Schulschach-Mannschaftsmeisterschaft an

Von Schach in der Schule wird immer beliebter. Immer mehr Kinder und Jugendliche beschäftigen sich in Arbeitsgemeinschaften mit diesem Denksport. Die Elite der deutschen Schachjugend kämpfte jetzt in Bad Homburg um die Deutsche Schulschach-Mannschaftsmeisterschaft.
Volle Konzentration bei der Schulschach-Mannschaftsmeisterschaft in der Bad Homburger Jugendherberge. Foto: Jochen Reichwein Volle Konzentration bei der Schulschach-Mannschaftsmeisterschaft in der Bad Homburger Jugendherberge.
Bad Homburg. 

Hundert Kinder und Jugendliche in einem Raum, und es ist mucksmäuschenstill. Wo gibt es denn so etwas? Im großen Plenum der Bad Homburger Jugendherberge saßen sich jeweils zwei Kinder und Jugendliche, die von 2005 an geboren wurden, an einem Schachbrett schweigend und hochkonzentriert gegenüber.

Maximal 30 Minuten hatten sie für eine Partie. Manche Superhirne setzten ihren Gegner aber schon nach wenigen Minuten schachmatt und verfolgten interessiert, was an den anderen Brettern passierte. „Wir haben hier die deutsche Schachelite, denn an den Meisterschaften nehmen jeweils die Landessieger und Vizemeister aus allen Bundesländern teil“, erläuterte Simon Martin Claus. Der Vorsitzende der Hessischen Schachjugend und der Schachjugend Herborn leitete die Veranstaltung.

Nicht genug Betreuer

Lucas Meyer (12) gehörte zum Teilnehmerfeld. Bild-Zoom Foto: Evelyn Kreutz
Lucas Meyer (12) gehörte zum Teilnehmerfeld.

Der stellvertretende Leiter der Kurt-Schumacher-Schule Karben spielt selbst seit seinem neunten Lebensjahr Schach und ist seit seinem elften Lebensjahr Mitglied im Schachclub. Er freut sich, dass das Interesse der Schüler am Schachspielen ständig steigt. An manchen Schulen lasse sich die Nachfrage nach Schach-AGs nicht durch geeignete Betreuer abdecken. „Es gibt nicht mehr so viele Vereine, und nur wenige betreiben auch Jugendarbeit und engagieren sich in der Nachmittagsbetreuung“, sagte Claus.

Schon Grundschüler suchten, wenn sie zum ersten Mal mit Schach in Berührung kommen, diese Herausforderung in Denksport und Strategie. „Die großen Talente sind oft an der Grenze zur Hochbegabung“, weiß der Schachspieler und Lehrer. „Während andere Kinder oft stundenlang am Computer sitzen, suchen die jungen Schachspieler die Begegnung mit realen Menschen“, begründete Claus die Tatsache, dass sich Internet-Schach auch bei der Jugend nicht durchsetzt.

Die Schüler spielen lieber direkt gegeneinander, nicht nur wenn AG ist, sondern auch im Pausenraum oder auf dem Schulhof. Einer der Jugendlichen ist Lucas Meyer aus Dresden. Der Zwölfjährige ist über einen Freund zum Schach gekommen. „Ich spiele zu Hause mit meinem Opa und meinem Vater und in der Schule seit der zweiten Klasse. Einmal in der Woche ist mittags Schach-AG.“ Zeit zum Fußballspielen hat er aber trotzdem noch.

Minister ehrt die Sieger

Dass seine Dresdener Schulmannschaft vom Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium auf dem 21. Platz gelandet ist, sah der Schüler sportlich und stellte fest: „Das Turnier hier war viel schwieriger als der Landesentscheid in Sachsen.“

Magdeburger Gymnasium sichert sich den Titel

Für die hessischen Teilnehmer gab es einen besonderen Anreiz zu glänzen. Schirmherr war Kultusminister Alexander Lorz (CDU), und der kam gestern zur Siegerehrung nach Bad Homburg. Die hessischen Mannschaften außer den Gelnhäusern (siehe weiteren Text) erreichten folgende Platzierungen: Auf dem 8. Rang landeten die Denksportler von der Leibnizschule Offenbach, auf dem 34. Platz die zweite Mannschaft aus Gelnhausen.

Über Ausrichterfreiplätze nahmen Schüler von der Kurt-Schumacher-Schule Karben und vom Johanneum-Gymnasium Herborn am Wettbewerb teil, die erst seit Sommer Schach spielen und bereits beachtliche Leistungen zeigten. Keiner wurde Letzter.

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