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Denkmalgeschützes Gebäude: Kaufinteressenten präsentierten Konzepte für Kronberger Bahnhof

Von Gastronomie, Raumnutzung durch Vereine und das Entfernen von Anbauten – das weisen beide Konzepte für das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude auf. Die Konzepte unterschieden sich jedoch bei der Nutzung des Obergeschosses und der Gestaltung des Außenbereichs.
Dieser Entwurf des Kovarbasic-Teams zeigt, wie der Bahnhof aussehen könnte. Visualisierung: HHVision Dieser Entwurf des Kovarbasic-Teams zeigt, wie der Bahnhof aussehen könnte. Visualisierung: HHVision
Kronberg. 

Nur die Hälfte der vier eingereichten Kaufangebote für das historische Bahnhofsgebäude haben es in die nächste Runde geschafft: die Präsentation im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU), der am Dienstag tagte.

Nach Auskunft von Erstem Stadtrat Robert Siedler (parteilos) war einer der eingereichten Vorschläge nicht weiter berücksichtigt worden, weil er lediglich Referenzobjekte, nicht aber ein konkretes Konzept für Kronberg umfasste. Das andere Angebot habe die Errichtung eines Gebäudes zwischen Bahnhof und BASA-Häuschen mit einem Volumen vorgesehen, das fast das des Bahnhofsgebäudes erreicht hätte.

Beim Entwurf des Teams Roth wird im Obergeschoss getanzt. Darstellung: Real KG Bild-Zoom
Beim Entwurf des Teams Roth wird im Obergeschoss getanzt. Darstellung: Real KG

Nun standen sich also bei der gut besuchten Sitzung im Raum Feldberg in der Stadthalle zwei verbleibende Interessenten gegenüber. Auf der einen Seite Frederik Roth mit dem Architekten Felix Schmunk, auf der anderen Seite das Team Konstantin Kovarbasich, das fünf Personen umfasste, unter anderem den vortragenden Anwalt Stephan Haack und den möglichen künftigen Betreiber der Gastronomie im Bahnhof, Moe Ennaji, der Chef der Zehntscheune.

Start ausgewürfelt

Per Würfel wurde entscheiden, dass das Team Kovarbasic – Kovarbesic ist Alleingesellschafter der „Unser Bahnhof GmbH & Co. KG“ – mit der Präsentation beginnen durfte. Jedem Team wurden 15 Minuten zugestanden. Dann konnten die Mitglieder des Ausschusses und des Magistrats Verständnisfragen stellen.

Das Konzept von „Unser Bahnhof“ sieht vor, alle nachträglich entstandenen Anbauten am Bahnhofsgebäude zu entfernen. In dem Gebäude soll ein gastronomischer Betrieb mit moderaten Preisen angesiedelt werden. Das Erdgeschoss bietet Platz für eine moderne Küche, ein Café und eine Multifunktionshalle, die von Vereinen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden sollen. WCs und Lagerräume sind für den Keller vorgesehen. Im Obergeschoss soll eine „sanfte Büronutzung“ stattfinden.

Mit der Entscheidung gegen eine hochfrequente Nutzung ließe sich vermeiden, einen zweiten Fluchtweg einrichten und etwa eine Feuertreppe anbringen zu müssen. Bei der Außengestaltung solle möglichst viel Grün eingesetzt werden. Dort, wo derzeit die Container für Kiosk und Reisezentrum stehen, könnte künftig eine Nachbildung des ehemaligen Fürstenpavillons entstehen, in der ein 85 Quadratmeter großen Minimarkt und das Reisezentrum einziehen.

Sollte sich der Fürstenpavillon nachbilden lassen, was voraussetzt, dass das Denkmalamt mitzieht, will Kovarbasic 450 000 Euro zahlen, geht es nicht, 400 000 Euro. Hinzu kommen 50 000 Euro für die Umfeldgestaltung, die abgestimmt sein soll auf das, was rund um Hotel und Kammermusiksaal geschieht. Die vorgeschlagene Nutzung soll für zehn Jahre festgeschrieben werden, ein Verkauf frühestens in sieben Jahren möglich sein.

Tanzschule im 1. Stock

Mitbewerber Roth kündigte an, den Bahnhof für 400 000 Euro zu kaufen und 800 000 Euro in die Umfeldgestaltung und einen Bürger-Pavillon zu stecken. Dieser Pavillon soll als Wetterschutz dienen, könnte die Paketstation, Fahrradständer und eine Wendeltreppe (Feuertreppe) beherbergen. Auf einen Entwurf wurde diese Wendeltreppe in einer Art sehr dicken Litfaßsäule dargestellt. Zu ihr gelangt man über einen Steg zwischen historischem Bahnhofsgebäude und Pavillon.

Ein solcher Fluchtweg ist erforderlich, weil Roth im Obergeschoss des Bahnhofs zwei Tanzsäle für die Tanzschule Pritzer unterbringen will. Weder Roth noch sein Architekt Schmunk sehen Probleme, das Gebäude statisch zu ertüchtigen. Schmunk verwies auf andere Projekte, wo im Austausch mit dem Denkmalamt pragmatische Lösungen gefunden worden seien.

Im Erdgeschoss sollen ein Restaurant, eine Bäckerei (betrieben vom Schönberger Bäcker Flach), ein Foyer und ein Verkaufsschalter der Deutschen Bahn untergebracht werden. Das Foyer (ehemalige Bahnhofshalle) soll auch von Vereinen genutzt werden können. Frederik Roth hat sich zu früheren Zeiten schon öfters mit dem Bahnhofsgebäude befasst. Die Idee mit der Tanzschule wurde unter Erstem Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) fallen gelassen, weil dieser ein Projekt der öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) wollte, was Roth ablehnte. Roth ist Kronberger, nennt sich Bahn-affin und kann seiner Aussage nach das Projekt ohne Kreditaufnahme stemmen. Er sagte zu, das Bahnhofsgebäude nicht weiterverkaufen zu wollen.

Am Montag wird der Magistrat darüber entscheiden, welches Konzept er besser findet. Für Donnerstag, 6. September, ist eine Sondersitzung des ASU anberaumt. Diese ist öffentlich und beginnt um 18.30 Uhr im Raum Feldberg in der Stadthalle. Die Entscheidung, mit welchem Kaufinteressenten weiter verhandelt wird, fällt in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 13. September.

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