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Stadtwerke dagegen: Keine Hundeschwimmtage im Oberurseler Freibad

Von Hundeschwimmtage im Oberurseler Freibad wird es erst einmal nicht geben. Die Stadtwerke haben Bedenken angemeldet.
Hündin Milow sitzt nass am Beckenrand. Wie hier im Silobad in Frankfurt-Höchst wird in einigen Orten Hundeschwimmen angeboten. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Hündin Milow sitzt nass am Beckenrand. Wie hier im Silobad in Frankfurt-Höchst wird in einigen Orten Hundeschwimmen angeboten.
Oberursel. 

Unter dem Titel #hundimfreibad haben 2014 drei Berliner Tierfreunde das erste Kapitel einer Erfolgsgeschichte geschrieben, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist: Immer mehr Bäder in ganz Deutschland ließen und lassen sich davon überzeugen, ihre Pforten nach der Freibadsaison an einem oder mehreren Tagen für Hunde und deren Halter zu öffnen.

Während die Betriebe damit nicht zuletzt zusätzliche Einnahmen generieren können – ganz ohne Einschränkungen in der regulären Saison –, profitieren die Vierbeiner ebenso wie Menschen von den gesundheitlichen Vorteilen des Schwimmens in sicherer Umgebung. Allein: Dass ein Kapitel dieser Geschichte in der Brunnenstadt geschrieben wird, wie die Grünen jüngst beantragt hatten, ist jetzt offiziell vom Tisch. Im Haupt- und Finanzausschuss stimmten lediglich die antragstellende Fraktion und die Linke dafür, im Oberurseler Freibad zum Saisonende einen oder mehrere Hundeschwimmtage einzuführen.

Während sich die OBG enthielt, lehnten FDP, AfD und die schwarz-rote Koalition den Vorstoß ab. Hier müsse sich der gesunde Menschenverstand durchsetzen, sagte Thomas Poppitz (CDU), der den Plänen als bekennender Hundefreund und -halter ursprünglich offen gegenüberstand. Den Sinneswandel bewirkt hat die mittlerweile vorliegende Stellungnahme der Stadtwerke – erst einmal den Betreiber zu fragen, darauf hatte sich der Ausschuss verständigt, nachdem der Antrag erstmals im Januar diskutiert worden war.

Kosten bis zu 1400 Euro

Und die Bedenken der Stadtwerke wiegen schwer: Zwischen 1100 und rund 1400 Euro würde ein Hundeschwimmtag kosten, heißt es in der Stellungnahme, schließlich müssten Becken und Gelände vor- und nachbereitet werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, außerdem würden Reinigungsarbeiten anfallen. Darüber hinaus müsse eine solche Veranstaltung durch eine Fachkraft begleitet werden. Diesen Kosten, so der Betreiber, stünden „voraussichtlich nur geringe Einnahmen“ gegenüber, würde doch laut aktueller Preisordnung wohl überwiegend nur der Kurzeintritt für Erwachsene anfallen, Hunde seien nicht vorgesehen.

„Die entstehenden Kosten sollten mindestens durch die Einnahmen gedeckt werden. Der Betrieb des Bades ist bereits hochdefizitär, weitere Aufwendungen sind nicht im Budget vorgesehen“, plädieren die Stadtwerke. Ganz abgesehen davon sei die Beschaffenheit des Freibadbeckens „dysfunktional“ fürs Hundeschwimmen: Dies gelte speziell für den Beckenkopf mit einer sogenannten Wiesbadener Rinne. Dort gebe es einen Höhenunterschied von 35 Zentimetern zwischen Wasseroberfläche und Beckenrand. Für Hunde sei es eine enorme Herausforderung, diesen Höhenunterschied aus dem Wasser heraus zu überwinden – die Tiere könnten sich dabei verletzen oder mit ihren Krallen das Becken beschädigen.

Wo kein Wille, da kein Weg – so werteten die Grünen die ablehnende Haltung des Bad-Betreibers, nachdem sie dessen Einschätzung im Lichte der Erfahrungen anderer Kommunen geprüft hätten, wie Wolfgang Schmitt erklärte. Diejenigen Städte und Gemeinden, die schon seit mehreren Jahren Hundeschwimmtage anböten, hätten nichts Negatives erlebt, weder in Sachen Hinterlassenschaften im Gelände beziehungsweise Becken-Hygiene – schließlich würden Freibad-Becken ohnehin vor der neuen Saison gereinigt – noch finanziell.

Sponsoring möglich

Das Ganze könne sehr wohl kostendeckend betrieben werden, unterstrich er. Auch kleinere Städte verzeichneten viele Teilnehmer, und manchen hätten Sponsoren aus dem Bereich Tierbedarf zusätzliche Einnahmen beschert. Um aus dem Becken zu kommen, gebe es im Übrigen eine Treppe. Schmitt: „Wenn es so eine schlechte Idee wäre, würde nicht die Zahl der Kommunen steigen, in denen Hundeschwimmtage angeboten werden.“

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