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Childaid Network: Kinder haben Leben in Würde verdient

Von herzzerreißenden Kinderschicksalen haben ehrenamtliche Helfer von Childaid Network bei ihren Arbeitsaufenthalten in Indien und Nepal erfahren. Aber es gibt auch Lichtblicke und vor allem große Erfolgsmeldungen.
Schauspielerin Ursula Karven und Childaid-Network-Gründer Dr. Martin Kasper machten sich ein Bild vom Dasein der Kinder auf einer Müllhalde im nordostindischen Guwahati. Foto: MARTIN KASPER Schauspielerin Ursula Karven und Childaid-Network-Gründer Dr. Martin Kasper machten sich ein Bild vom Dasein der Kinder auf einer Müllhalde im nordostindischen Guwahati.
Königstein. 

Die kleine Moonmoon hatte ihre Mutter verloren. Sie lebte allein im Slum neben dem Bahnhof der nordostindischen Millionenstadt Guwahati, war verwahrlost und krank. „Heute ist sie eine geschätzte und selbstbewusste Stewardess“, berichtet Dr. Martin Kasper, Gründer und Vorstand des Königsteiner Kinderhilfswerks Childaid Network. Er sagt das so stolz, als wäre die junge Inderin seine Tochter. Und ein bisschen ist das vielleicht auch so.

Insgesamt 110 000 junge Menschen hat sein Hilfswerk in den zehn Jahren seit der Gründung aus der Armut geholt und, wie er es formuliert, „für sie das Tor aufgestoßen zu einem selbstbestimmten Leben in Würde“.

Zum Informationsabend hatte Childaid unlängst ins katholische Gemeindezentrum in der Georg-Pingler-Straße eingeladen. Ehrenamtliche Helfer berichteten über die Projektarbeit für Kinder in Not in Nordost-Indien und Nepal.

Ursula Karven unterstützt

Kasper selbst ist gerade von seiner 28. Projektreise in den nordostindischen Bundesstaat Assam zurückgekehrt. Er hat kürzlich die Schauspielerin Ursula Karven für seine Sache gewonnen und ihr jetzt die Projekte an Ort und Stelle in Guwahati gezeigt. Dazu wurde ein Film gedreht, der in der Spenden-Gala „Ein Herz für Kinder“ am 9. Dezember von 20.15 Uhr an im ZDF zu sehen sein wird.

Gefilmt wurde unter anderem auf einer Müllhalde in Guwahati, wo Kinder nach Brauchbarem suchen. „Wenn man das gesehen hat, dann relativiert das einiges“, weiß auch Stephan Bode. Er hat die Kinder auf der Müllkippe besucht und mit einer Benefiz-Radtour durch die Alpen über 70 000 Euro Spenden für Childaid gesammelt hat.

Nachhaltige Partnerschaft

Kasper betont: „Uns geht es um nachhaltige, dauerhafte Veränderungen für die Ärmsten in der Welt. Aber wir kommen nicht als Besserwisser, sondern arbeiten mit den Menschen dort zusammen.“ In Nordostindien ist der ortsansässige katholische Männerorden der Salesianer Don Boscos Projektpartner. Die Salesianer betreiben dort nicht nur angesehene Privatschulen und eine Universität, sondern auch Heime für ehemalige Straßenkinder und weitere soziale Projekte. Moonmoon ist von Sozialarbeitern der Salesianer aus dem Slum geholt worden und in einem der Straßenkinderheime aufgewachsen, die von Childaid unterstützt werden.

Sandra Hörbelt kennt das Mädchen auch. „Mit Moonmoon habe ich das Bewerbungsgespräch für die Fluggesellschaft trainiert“, berichtet die Bankmitarbeiterin. Dabei habe die junge Inderin von Frauenrechten gesprochen. „Sie möchte als Stewardess Geld für ein Studium verdienen, damit sie später als Sozialarbeiterin das Schicksal der Frauen ändern kann.“ Hörberlt ist ehrenamtlich für Childaid aktiv und hat die 220 Kinder in den fünf Kinderheimen in Guwahati jetzt bereits zum siebten Mal besucht. Die Schicksale der Kinder sind ihr zu Herzen gegangen. Die Geschichten der Mädchen etwa, die nicht nur im Haushalt von Verwandten putzen mussten, sondern auch von männliche Verwandten missbraucht wurden. „Die ersten beiden Reisen waren schockierend für mich. Ich habe jeden Abend geweint“, berichtet sie.

Die Ärmsten der Armen

Herzzerreißend ist auch, was Svenja Appuhn von ihrer gut dreiwöchigen Reise durch Bergdörfer Nepals berichtet. Die Studentin war zum ersten Mal in Asien und zeigt ein Foto von einem freundlich grinsenden fünf Jahre alten Jungen, den sie am Berg Bhandar in einem Kinderhaus getroffen hat. „Als man ihn und seinen damals vier Jahre alten Bruder fand, war er 16 Monate alt und schon fast tot. Seine Mutter war verhungert, und sein Vater hatte sich umgebracht. Die Haut des Jungen war von Hühnern zerpickt, und er aß seine eigenen Exkremente, weil er nichts sonst hatte.“ Er ist gerettet worden, aber noch immer leben unzählige Menschen in unfassbarer Armut.

Kasper unterdessen ist nicht nur stolz auf die jungen Menschen, die dank Childaid gut ausgebildet ihren Lebensunterhalt verdienen. Er ist auch stolz auf das DZI-Spendensiegel, das seiner Stiftung bescheinigt, besonders förderungswürdig zu sein. Und darauf, dass der weitaus größte Teil der Spendengelder direkt in die Projekte fließt. Die Verwaltungskosten des Kinderhilfswerks machen nur 2,5 Prozent aus, berichtet er. Der größte Teil dieser Arbeit wird ehrenamtlich erledigt.

Spendenkonto

Infos zu Childaid gibt es online: www.childaid.net. Das Spendenkonto bei der DZ Bank Frankfurt, hat die IBAN: DE 08 50 06 04 00 00 00 70 80 90. Und bei der Commerzbank: Commerzbank Frankfurt IBAN: DE 96 50 04 00 00 03 75 50 55 00.

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