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Hochtaunus-Kliniken und Sana Klinikum Offenbach: Kinderstation in Bad Homburg soll Mitte 2017 eröffnen

Der Schock über die abgesagte Kooperation mit dem Klinikum Hoechst ist verdaut, es steht bereits ein anderer Partner vor der Tür: Die Hochtaunus-Kliniken verhandeln mit dem Sana Klinikum in Offenbach über eine Kinderstation in Bad Homburg.
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Hochtaunus. 

So müssen sich Marathonläufer fühlen, wenn sie auf die Zielgerade einbiegen und plötzlich das Ziel vor Augen haben. Vergessen sind die Mühen des bislang zurückgelegten Weges, jetzt gilt es nur noch zu finishen. Die Marathonläufer sind in diesem Fall die Mitglieder des Fördervereins „Kinderklinik Bad Homburg“ und die Geschäftsführerin der Hochtaunus-Kliniken, Dr. Julia Hefty, das Ziel ist die Einrichtung einer Kinderstation an den Hochtaunus-Kliniken.

Gerade mal zweieinhalb Monate ist es her, dass der Aufsichtsrat der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus (KFMT) einer Zusammenarbeit zwischen Bad Homburg und dem Klinikum Hoechst eine Absage erteilt hatte. Und schon hat sich eine neue Tür aufgetan. Favorit ist jetzt das Sana Klinikum in Offenbach. Eine ebenfalls angedachte Zusammenarbeit mit dem Verbund von Clementine Kinder- und Bürgerhospital ist vom Tisch. Für Hefty kein Problem, da die Gespräche mit Sana „sehr gut laufen und bereits bis ins Detail gehen“. Die Geschäftsführerin der Hochtaunus-Kliniken ist „absolut zuversichtlich“, dass eine Kooperation bis Jahresende unter Dach und Fach sein kann und die Kinderstation in Bad Homburg Mitte 2017 ihren Betrieb aufnimmt.

Die entsprechenden Räumlichkeiten für eine Notfallversorgung mit allen Möglichkeiten der Diagnostik und kurzzeitiger Überwachung sind an den Hochtaunus-Kliniken vorhanden. Die Kinderstation hätte sogar einen eigenen Eingang neben der allgemeinen Patientenaufnahme. Die Notfallversorgung soll 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet sein. Das Personal – Kinderärzte und Krankenschwestern – würde der Kooperationspartner stellen.

Defizit abdecken

Landrat Ulrich Krebs (CDU) erinnert jedoch daran, dass noch finanzielle Belange zu klären seien. Intern rechnet man damit, dass eine solche Kinderstation ein jährliches Defizit von rund einer Million Euro einfahren würde. Dieses Delta, so ist es zumindest vorgesehen, wollen sich der Kreis, die Stadt Bad Homburg und der Förderverein teilen. Hinzu kommt, dass Krebs auch eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation an der Dependance der Hochtaunus-Kliniken in Usingen erreichen will – „zumindest stundenweise“. Immerhin haben das Hessische Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung bezüglich der Abrechnungsmodalitäten bereits grünes Licht gegeben.

Auch beim Förderverein überwiegt die Zuversicht. „Wir stehen an einem entscheidenden Wendepunkt“, sagt Ursula Conzelmann. Allerdings war man hier davon ausgegangen, dass die Hochtaunus-Kliniken noch mit dem Sana Klinikum und dem Clementine Kinderhospital/Bürgerhospital am Verhandeln seien. Doch, so Hefty, der Frankfurter Klinik-Verbund habe bei der Frage nach Öffnungszeiten rund um die Uhr abgewunken. Doch gerade dieser Punkt ist für die Mitglieder des Fördervereins von immenser Bedeutung. „Ich kann nicht erst die Öffnungszeiten der Notaufnahme ,googeln‘, und Kinder halten sich mit Stürzen oder Fieberanfällen auch nicht an Wochentage oder Uhrzeiten“, so Barbara Jessen. Qualität und Verlässlichkeit seien die entscheidenden Kriterien. Auch für Landrat Krebs ist die Verfügbarkeit des Angebots rund um die Uhr von entscheidender Bedeutung.

Eltern könnten ihre Kinder dann in Notfällen an die Hochtaunus-Kliniken bringen, müssten nicht mehr nach Hoechst fahren. Eine solche Kinderstation würde den überwiegenden Anteil der Notfälle abdecken. Nur in besonderen Fällen müssten kleine Patienten in Spezialkliniken weitergeleitet werden – beispielsweise bei Verbrennungen oder onkologischen Fällen. Doch das wird zurzeit in Hoechst auch nicht anders gehandhabt.

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