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Familiencafé: Kirche, wo sie keiner vermutet

Seit drei Monaten gibt es das Drop-in-Familiencafé der katholischen Großgemeinde St. Ursula und der Stadt. Das Angebot ist für jedermann gedacht und hat jetzt eine zusätzliche Ansprechpartnerin im Team.
Gäste im Drop-in-Café: Gordana Rautenberg mit Lenny, Daniela de Silva mit Ella sowie Susanne Windecker mit Laura und Jonas. Foto: Jochen Reichwein Gäste im Drop-in-Café: Gordana Rautenberg mit Lenny, Daniela de Silva mit Ella sowie Susanne Windecker mit Laura und Jonas.
Oberursel. 

Donnerstagnachmittags wird es trubelig im Georg-Hieronymi-Saal des Rathauses. Kleinkinder juchzen, Bauklötzchen-Türme stürzen ein, Kaffeetassen klappern, und es wird viel geredet und gelacht. Drei Monate ist das Drop-in-Familiencafé alt, das die katholische Pfarrei St. Ursula zusammen mit der Stadt ins Leben gerufen hat.

Mittendrin im Getümmel ist Pastoralreferentin Elke Peglow. Dass sie für die Gemeinde St. Ursula arbeitet, wissen hier jedoch die wenigsten. Einfach nur „Elke“ steht auf ihrem Namensschild, und dabei möchte sie es auch belassen. „Es geht nicht darum zu missionieren“, betont sie. „Familien brauchen einen Ort, an dem sie willkommen sind. Wo jeder sein kann, wie er ist. Wo man neue Menschen kennen lernt und sich austauschen kann“, erzählt Peglow.

Schließlich sei es Aufgabe der Kirche, Offenheit und Wertschätzung zu leben, meint die Pastoralreferentin. Und mit einem schelmischen Blick fügt sie hinzu. „Außerdem wollen wir genau an den Orten sein, an denen man Kirche nicht vermutet.“

Stiftung hilft bei der Finanzierung

Das Drop-in-Familiencafé wird von der Gemeinde St. Ursula und der Stadt Oberursel angeboten. Sechs ehrenamtliche Mitarbeiterinnen gehören zum Team.

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Das passt gut ins Konzept von St. Ursula. Zur Erinnerung: Die Großgemeinde hat einen umfangreichen Visionsprozess hinter sich. Ziele waren unter anderem, sich nach außen zu öffnen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Etwas, was mit dem Drop-in-Café gelingt.

Unkompliziert und zwanglos soll das Familiencafé ablaufen. „Es wäre ja ein Unding die Türen zu öffnen und den Menschen aber dann zu sagen: So, jetzt kommst du auch schön sonntags zum Gottesdienst“, sagt Peglow. Daher muss man sich weder anmelden noch regelmäßig im Café vorbeischauen, ja nicht mal christlichen Glaubens muss man sein, um kommen zu können. 10 bis 15 Erwachsene plus Kinder schauen jeden Donnerstag zwischen 15.30 und 17.30 Uhr herein, schätzt sie.

Toll für die Tochter

Daniela de Silva ist eine von ihnen. Zum vierten Mal ist sie mit ihrem Töchterchen hier. Die zehn Monate alte Ella beobachtet ganz genau, was auf der Spielmatte in der Kinderecke so vor sich geht. „Den Flyer des Familiencafés habe ich irgendwo mitgenommen und dachte, das könnte ich mal ausprobieren“, erinnert sich die 39-Jährige. „Ich habe mich auch schon mal mit einer Freundin hier verabredet, weil es unkompliziert ist. Besonders für Ella ist es toll, denn sie ist schüchtern und kann hier mit vielen Kindern in Kontakt kommen“, sagt die Oberurselerin.

Ihre Tischnachbarin, Susanne Windecker, ist dagegen zum ersten Mal da. „Meine Nachbarin arbeitet hier ehrenamtlich mit und hat mir schon so viel Gutes erzählt, dass ich einfach mal vorbeikommen wollte“, berichtet Susanne Windecker, während ihr Sohn Jonas (8) und die vierjährige Laura Kuchen essen.

„Schöner Anlaufpunkt“

„Etwas zu finden, wo beide Kinder nicht zu kurz kommen ist gar nicht so einfach“, weiß die Zweifach-Mama. „Gerade wenn das Wetter nicht so toll ist, sind die Möglichkeiten begrenzt, und das Café ein schöner Anlaufpunkt“, findet sie.

Wer möchte, kann hier auch bei Problemen oder Fragen Hilfe suchen. „Je nachdem, worum es sich handelt, können wir an entsprechende Stellen weitervermitteln“, sagt Elke Peglow. Ab sofort wird auch eine Mitarbeiterin der „Frühe Hilfen Oberursel“ immer am letzten Donnerstag im Monat beim Familiencafé als Ansprechpartnerin da sein. Die „Frühen Hilfen“ richten sich an junge Familien.

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