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Polster schmilzt: 95 000 Euro an Ausgaben pro Jahr: Königsteiner Burgfest für 2017 - Ohne Sponsoren wird’s eng

Von Ein Gerücht waberte zuletzt mal wieder durch die Stadt – sollte es im kommenden Jahr vielleicht kein Burgfest mehr geben? Das Wichtigste vorweg: Diese Sorge ist unbegründet. Vom 23. bis 25. Juni wird gefeiert. Dafür jedoch treibt eine andere Sorge das Präsidium wieder einmal um: Wie lange lässt sich das Fest noch finanzieren?
Symbolbild Symbolbild
Königstein. 

2009 den Sonntag verkürzt, 2013 die Eintrittspreise spürbar erhöht, 2015 dann ganz auf den Burgfestmontag verzichtet und 2016 erstmals „Zugplaketten“ verkauft – was wurde in den vergangenen Jahren nicht schon an Schrauben und Schräubchen gedreht, um die Kosten für das Königsteiner Burgfest zu senken und das Fest so fit für die Zukunft zu machen.

Allein, gegenwärtig reicht der Blick in die Zukunft gerade mal bis zum kommenden Jahr. Denn 2017 wird das Burgfest auf jeden Fall stattfinden. Das Datum steht (siehe „INFO“) und es gibt sogar einen zweiten Anlass, der gleich mitgefeiert werden kann: 45 Jahre Städtepartnerschaft Königstein – Le Cannet stehen an.

Danach aber wird einem wieder einmal mulmig, wenn man sich die Frage stellt, wie es mit dem größten Fest in der Stadt weitergeht? Da geht es den Mitgliedern des Präsidiums nicht anders als all denen, für die das Burgfest nach wie vor seinen festen Platz im Jahreskalender hat.

Die Kosten, die Kosten, die Kosten – es ist ein Mantra, das die Verantwortlichen des Vereins so wie schon ihre Vorgänger einmal mehr vorbeten müssen. „Sicherheit, Gema, Bands, Umzug – alles zusammengenommen – müssen wir mit Ausgaben in Höhe von 95 000 Euro rechnen, wenn wir das Burgfest angehen wollen“, unterstreicht Alexander Freiherr von Bethmann, Schatzmeister des Vereins, im Gespräch mit der TZ.

Info: Überschneidung

Einen Termin für das Burgfest zu finden, ist eine Wissenschaft für sich: Er darf nicht in den Sommerferien liegen, sollte möglichst nicht mit einem globalen Sport- oder regionalen Großereignis zusammenfallen

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Eine mehr als stolze Summe für einen Verein mit gerade mal 210 Mitgliedern. Und sie wird noch um einiges eindrucksvoller, um nicht zu sagen bedrückender, wenn man bedenkt, dass man als ehrenamtlicher Vorstand durchaus in die Haftung genommen werden kann, wenn sich der Verein finanziell übernimmt. Von Bethmann: „Wir brauchen dringend ein finanzielles Mindestpolster, um das Burgfest überhaupt planen zu können.“

Neuerlicher Verlust

Und für kommendes Jahr ist dieses Polster auch da. Allerdings nicht, weil die Einnahmen beim diesjährigen Burgfest üppigst gesprudelt wären. Im Gegenteil. Laut von Bethmann weise die Festbilanz für 2016 ein Minus aus. Der Verlust sei zwar noch nicht fünfstellig, aber weh tue er auf jeden Fall.

„Diese neuerliche Unterdeckung bereitet uns natürlich Kopfzerbrechen – auch wenn noch eine Reserve vorhanden ist“, räumt Vizepräsident Berny Frick denn auch unumwunden ein. Zumindest zahle sich jetzt aus, dass man in den vergangenen Jahren mit Bedacht gewirtschaftet, an Schrauben gedreht und vor allem den Zuschuss von 20 000 Euro, den der Burgverein zur 700-Jahr-Feier 2013 von der Stadt erhalten habe, noch nicht aufgebraucht habe. Davon lasse sich für das Burgfest 2017 noch zehren.

Aber was kommt danach? Auf eine weitere Senkung der Kosten wollen die Präsidiumsmitglieder kaum noch hoffen. Zu fest sind die verfügbaren Schräubchen schon gedreht worden. Zu hoch sind die Fixkosten, die von außen auf den Verein einprasseln.

Enormer Kostendruck

Von Bethmann: „Allein die Ausgaben rund um die Sicherheit – dazu zählen vor allem die Security, aber auch DRK oder Feuerwehr – summieren sich mittlerweile auf rund 30 000 Euro“, rechnet von Bethmann vor – verbunden mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass dies nicht als Vorwurf an die entsprechenden Dienstleister zu verstehen sei. Die machten nur ihren Job.

Letztlich seien es die hohen Sicherheitsvorgaben, die den enormen Kostendruck ausmachten. Dazu komme dann noch die Gema, die sich – nach intensiven Verhandlungen, so der Schatzmeister – letztlich in diesem Jahr mit rund 7600 Euro zufrieden gebe. Die ursprüngliche Forderung sei doppelt so hoch gewesen. Mit 15 000 Euro schlägt überdies das Musikprogramm auf der Burg zu Buche und dann sind da noch rund 3000 Euro für den Festzug. Und das sind nur die größten Brocken.

Hatte das Vorgänger-Präsidium 2009 noch eine Rechnung mit Gesamtkosten von 40 000 Euro aufgemacht und bereits hier den Rotstift ansetzen müssen, so hat sich der Betrag – durch das Sicherheitskonzept für die Burg – mittlerweile mehr als verdoppelt. Wenn dann, wie in diesem Jahr, ein Burgfesttag wetterbedingt ins Wasser fällt, droht die ohnehin schon auf Kante genähte Kalkulation zu platzen.

Das wissen Birgit Becker wie auch ihre Präsidiumskollegen. Und sie suchen Lösungen. Denn wenn das Team eines nicht will, dann die seit Jahren immer mal wieder durch die Stadt wabernden Gerüchte vom Aus für das Burgfest bestätigen. „Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass unser Heimatfest seinen Platz in der Stadt wie auch in den Herzen vieler Königsteiner hat. Dass das so bleibt, dafür wollen wir alles tun“, unterstreicht die Präsidentin.

„Bettelbriefe“ kommen

Entscheidend sei, für 2017 und die folgenden Jahre neue Finanzierungsquellen aufzutun. Dass das nicht leicht wird, dessen ist sich Becker durchaus bewusst. Allerdings weiß sie auch: „Wenn wir keine Unterstützer finden und unser Puffer aufgebraucht ist, wird es mit dem Burgfest für 2018 ganz eng.“

Um das zu verhindern, so Alexander Freiherr von Bethmann, wolle der Burgverein sogenannte „Bettelbriefe“ an potenzielle Unterstützer verschicken – getragen von der Hoffnung, mit deren Hilfe dem Burgfest eine Zukunft zu geben.

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