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Hitzige Debatte: Kreistagskoalition lehnt Umfrage zur Qualität des Schulsssens ab

Von Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler: Grüne, FDP und AfD haben am Montag im Kreistag eine Befragung der Hochtaunusschüler darüber gefordert, wie ihnen das Schulessen schmeckt. Erfolglos. Die Debatte war hitzig und blieb dem Landrat förmlich im Halse stecken.
Symbolbild Symbolbild
Hochtaunus. 

Wie schmeckt das in den Hochtaunusschulen gereichte Essen den Schülern? Schmeckt es ihnen überhaupt? Hätten sie gerne öfters Fleisch, vielleicht auch mehr Fisch? Oder doch lieber jeden Tag Pommes, wenig Salat und Schokopudding? Das zu erfahren, hätte die Kreistagsfraktionen der Grünen, der FDP und der AfD schon sehr interessiert. Die in ähnlichen Worten geforderte Befragung wird es aber nicht geben, denn: Nachdem Landrat Ulrich Krebs (CDU) die Debatte förmlich im Halse stecken geblieben war und er ungewohnt emotional die Rücknahme der „populistischen Anträge“ empfohlen hatte, musste es die CDU/SPD-Koalition richten: Alle drei Anträge wurden abgelehnt.

Kein objektiver Schluss

Beschwerden über das Schulessen gebe es viele, das lasse aber keinen objektiven Schluss auf die Qualität des Essens zu, hatten die Grünen argumentiert. Eine Umfrage unter Einbeziehung des Kreisschülerrates soll Auskunft über Zufriedenheit, Kritik und Änderungswünsche geben. Die Zielrichtung der Grünen: Wenn der Kreis Schülerverpflegung bezuschusst, dann sollte das Essen nicht nur schmecken, sondern auch gesund sein. Die FDP wollte den Fragenkatalog noch um Punkte wie Servicequalität und Preisgestaltung erweitert wissen, wobei die Erhebung durch einen externen Profi erfolgen soll. Ergebnisse sollten spätestens Ende März 2019 vorliegen. Die AfD hatte es noch eiliger und wollte ein Ergebnis noch 2018.

Für die Grünen hatte Lars Keitel die wachsende Bedeutung der Schulverpflegung im Rahmen der Ganztagsbetreuung betont. Gesundes Essen sei wichtig, dennoch könne man den Schülern nicht vorschreiben, was sie essen sollen. Peter Münch (AfD) hält guten Unterricht und gutes Essen für gleichermaßen wichtig: „Bildung bei schlecht gefüllten Mägen funktioniert nicht.“

„Populismus in Reinkultur“

Das war das Stichwort für Landrat Ulrich Krebs (CDU). Die Anträge seien „Populismus in Reinkultur“, polterte er. Der kreiseigene Caterer Taunus Menü Service (TMS) tue alles, um die verschiedenen Geschmäcker mit gesundem Essen zufrieden zu stellen. Mit einer Umfrage sei niemandem gedient. Zielführender seien da schon, das seit langem praktizierte Qualitäts- und Beschwerdemanagement sowie der ständige Kontakt zwischen TMS und Schulleitungen. Es sei geplant, den Standard der Schulküchen weiter zu verbessern, etwa durch Salattheken.

Für Christian Albrecht (Grüne) fehlt es dem Landrat in dieser Frage an Kompetenz. Er, Albrecht, frage sich, warum Krebs Angst vor der Umfrage habe. Okan Karasu (Linke) nahm sich selbst auf die Schippe und begründete seine kräftige Erscheinung damit, dass es zu seiner Schulzeit noch kein gesundes Essen in der von ihm besuchten Schule gegeben habe. Auch FDP-Fraktionschef Dr. Stefan Naas wunderte sich darüber, dass der Landrat die Umfrage so kategorisch ablehnt. Dabei richte sie sich doch gar nicht gegen TMS, es gehe um alle Anbieter und darum, dass die Schüler dem Schulessen nicht ausgeliefert bleiben und dadurch in die Supermärkte getrieben werden.

Keinen Sinn in der Umfrage sah außer dem Landrat auch Walter Breinl (SPD). Eine seriöse Umfrage koste „hoch fünfstellig“ und brauche Zeit. Im Ergebnis urteilten dann Schüler mit ihren Vorlieben und Abneigungen, die die Schule schon verlassen hätten. Auch wisse er um die Gruppendynamik: „Sagt einer am Tisch, dass es super schmeckt, meinen das alle. Umgekehrt auch.“ Breinl beschrieb das Qualitätsmanagement von TMS als „Superleistung“.

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