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Kulturkreis Oberursel: Kultur ist nie umsonst

Von Beim Kulturkreis Oberursel beginnt eine neue Ära: Nach fast drei Jahrzehnten an der Vereinsspitze tritt Lothar M. Wachter in die zweite Reihe zurück. Seinem Nachfolger Klaus Glatthorn (69) hinterlässt er ein gut bestelltes Feld.
Lothar M. Wachter (links) steht dem neuen Vorsitzenden Klaus Glatthorn und Stellvertreterin Birgit C. Morgenstern mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Jochen Reichwein Lothar M. Wachter (links) steht dem neuen Vorsitzenden Klaus Glatthorn und Stellvertreterin Birgit C. Morgenstern mit Rat und Tat zur Seite.
Oberursel. 

Alles neu macht schon der April, zumindest im Kulturkreis Oberursel: Bei der Jahresversammlung, zu der sich 30 Mitglieder in der Stadthalle eingefunden hatten, schied Lothar M. Wachter (77) nach insgesamt 38 Jahren aus dem Vorstand des gemeinnützigen Vereins aus. Bei den turnusgemäßen Neuwahlen trat er nicht mehr an, einstimmig an die Spitze gewählt wurde stattdessen Klaus Glatthorn (69), Ingenieur im Ruhestand und unter anderem im Vereinsvorstand der Theatergemeinde Frankfurt engagiert.

Wachter hatte, wie berichtet, Platz machen wollen für einen Nachfolger. „Mir ging es einfach um einen Generationswechsel“, unterstrich der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, der sich seit nunmehr fünf Jahrzehnten gesellschaftlich engagiert – als Vater eines gehörlosen Sohns vor allem auch für die Förderung der Gehörlosen und Hörgeschädigten auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Die vergangenen 28 Jahre saß Wachter nun dem Kulturkreis vor, nachdem er bereits zehn Jahre lang als Schriftführer fungiert hatte.

Ihm lag – und liegt – die Musik besonders am Herzen: Für sein Steckenpferd war der Vereinschef bis zuletzt selbst zuständig. Insgesamt 189 Konzerte organisierte Wachter von 1979 an für den Kulturkreis, und dabei gelang es ihm immer wieder, hochkarätige Künstler in die Brunnenstadt zu holen. „Die Konzerte heute finden auf noch höherem künstlerischem Niveau statt als in der Anfangszeit“, blickte Wachter im Gespräch mit der TZ zurück. Die Finanzierung hingegen sei ungleich schwieriger geworden. „Früher hat die Stadt mehr dazugegeben, teilweise doppelt so viel wie heute. Da konnten wir bis zu acht Konzerte pro Jahr organisieren, jetzt sind es drei. Das liegt am Geld“, so Wachter, der weiß: „Kultur ist nie umsonst. Und ohne Unterstützung geht es nicht.“ Selbst ausverkaufte Konzerte seien nicht kostendeckend. „Jedem muss klar sein, da muss man investieren.“

Rund 15 000 Euro setzt der Kulturkreis, der maßgeblich durch den Kultur- und Sportförderverein Oberursel gesponsert wird, jährlich um, am Ende stand auch im vergangenen Jahr die schwarze Null. Das Engagement als Vorsitzender hat Wachter, wie er sagte, trotz aller Herausforderung immer Spaß gemacht, vor allem auch aufgrund der „harmonischen Zusammenarbeit“ auf Vorstandsebene. „Aber ich bin jetzt trotzdem auch nicht traurig. Ich bin froh, dass der Kulturkreis auf einem guten Weg ist und dass ich diese Entwicklung beeinflussen konnte.“

In der Tat: Die Weichen sind gestellt: Im Jubiläumsjahr – der Kulturkreis wurde am 31. März 1976 gegründet – weiß Wachter auch sein geliebtes Musikressort in guten Händen: Für die Organisation der Konzertreihe, die seit neuestem unter „PRO MUSICA Oberursel“ firmiert, konnte er die Oberurseler Sängerin und Konzertagentin Nina Vitol verpflichten, die die Musik fortan auch als Beisitzerin im Vorstand vertritt. „Unser erfolgreiches Festkonzert am 8. April mit dem Landesjugendsinfonieorchester haben wir bereits Frau Vitol zu verdanken“, freute sich Wachter, den die Mitgliederversammlung auf Vorschlag der alten und neuen stellvertretenden Vorsitzenden Birgit C. Morgenstern zum Ehrenvorsitzenden ernannte.

„Wir danken dir für deine hervorragenden Leistungen. Genieße deinen Unruhestand“, sagte Morgenstern, die im Vorstand die Künstlergemeinschaft „PrismO“ vertritt, neben dem Photo-Cirkel die aktivste Kulturkreis-Gruppierung. Wachters „Ruhestand“ wird übrigens nicht zuletzt deshalb so unruhig werden, weil er dem Verein nach wie vor eng verbunden bleiben möchte. Der neue Vorsitzende indes, der über seine malende Frau zum Kulturkreis kam, möchte alles erst einmal kennenlernen. „Und dann können wir uns mal darum kümmern, warum der Verein konstant nur um die 85 Mitglieder hat, und außerdem schauen, warum die Schreibwerkstatt schwächelt“, gibt der Theater- und Tennisfan, der Bass in einer Bluesrockband spielt, schon mal die Marschrichtung vor. „Vielleicht kann ich neue Netzwerke schaffen. In der Theatergemeinde Frankfurt sind viele Oberurseler. Und Theatergänger haben meist auch viel für Musik übrig“, sagte der Familienvater zur TZ.

Während die übrigen Vorstandsmitglieder bestätigt wurden, gab es auch einen Wechsel im Schriftführer-Amt: Dietrich Andernacht wird Nachfolger von Margarete Fuchs, die nicht mehr kandidierte. Mehr Informationen im Internet unter www.kulturkreis-oberursel.de.

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