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Trauerfeier: Kurstadt nimmt Abschied von ihrer verstorbenen Ehrenbürgerin Annemarie Ramm

Von Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung hat die Stadt Königstein gestern Abschied von ihrer am 30. Juni verstorbenen Ehrenbürgerin Annemarie Ramm genommen. Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Friedhof der Kernstadt.
Wer Annemarie Ramm kennenlernen durfte, wird sie so in Erinnerung behalten, wie sie das Foto zeigt: Offen und lebensbejahend. Foto: Jochen Reichwein Wer Annemarie Ramm kennenlernen durfte, wird sie so in Erinnerung behalten, wie sie das Foto zeigt: Offen und lebensbejahend.
Königstein. 

Da war es noch einmal, dieses besondere Lachen, dieser wache Blick, diese das Leben bejahende Haltung, für die Annemarie Ramm in Königstein so geliebt und verehrt wurde . Zwar war es „nur“ noch ein Foto, von dem aus die „Grande Dame“ der Kurstadt den Besuchern der gestrigen Trauerfeier entgegenlächeln konnte. Die Angehörigen der am 30. Juni verstorbenen Königsteiner Ehrenbürgerin hätten aber kaum eine bessere Aufnahme finden können, um das Leben eines besonderen Menschen zu feiern. Eines Menschen, wie es nur „ganz, ganz wenige gibt“, so Trauerredner Damian Sassin.

Und obschon dieses Bild bereits mehr sagte als tausend Worte, war es dennoch wohltuend zu hören, wie Menschen, die Annemarie Ramm begleiten durften, sie in Erinnerung behalten werden.

„Wer sie kannte, musste sie herzlich verehren, wer ihr begegnete, musste sie bewundern“, zollte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) der Verstorbenen seinen tiefen Respekt. Obwohl im gesegneten Alter von fast 99 Jahren aus einem erfüllten Leben geschieden, sei Annemarie Ramm doch zugleich mitten aus dem Leben der Stadt gerissen worden. Denn an dem hatte sie noch bis vor wenigen Monaten sehr aktiv teilgenommen. Helm: „Auch wenn es das Leben ihr nicht nur leicht gemacht hat, blieb sie immer lebensbejahend.“

Für die gebürtige Kielerin sei das selbstverständlich und ein essenzieller Teil ihrer Persönlichkeit gewesen. Genau diese Persönlichkeit sei es letztlich auch gewesen, die die Entscheidung, sie 2009 mit der Ehrenbürgerwürde zu bedenken, mehr als leicht gemacht habe. Ganz abgesehen von dem großen Engagement, mit dem sich Ramm in Vereinen und Organisationen der Stadt einbrachte.

Für den Verein „Bürger helfen Bürgern“ erinnerte die Vorsitzende Angelika Rupf an die „faszinierende Persönlichkeit“ und stets hochgeschätzte „Ratgeberin“, die Annemarie Ramm für sie und die anderen Vereinsmitglieder war. Als Frau von „enormer Empathie“ und klarem Blick sei Ramm oft dagewesen, um in Not geratenen Mitbürgerin auch aus eigenem Antrieb und eigener Tasche zu helfen. „Sie war eine große, liebenswürdige und würdevolle Dame“, hob Rupf hervor. Sie zu verlieren mache den Verein und die Stadt um vieles ärmer.

Aktiv bis zum Ende

Ein Eindruck, den Rainer Kowald nur bestätigen kann. Stellvertretend für die Kulturgesellschaft hob er die Verdienste hervor, die sich Annemarie Ramm um den Fortbestand und die Weiterentwicklung des kleinen Vereins erworben hat. Bis zu ihrem Tod hatte sie das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden inne, sich immer offen für Neues gezeigt, aber auch klar Stellung bezogen.

Als „krasses Gegenbeispiel“ zu den Menschen, die in Königstein zwar wohnen, aber nicht am Leben in der Stadt teilnehmen, charakterisierte FDP-Chef Alexander Freiherr von Bethmann die verstorbene Parteifreundin. 1973 durch ein tragisches Unglück ihres Mannes beraubt, habe sie sich nicht dem Selbstmitleid hin-, sondern ihrem Leben einen neuen Kurs gegeben. Der Eintritt bei den Liberalen, denen sie am Ende 45 Jahre angehörte, und das kommunalpolitische Engagement gehörten für sie genauso dazu wie die begeisterte Teilhabe am Geschehen in der Stadt.

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