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Kaninchenzuchtverein: Kuschelige Hermelinkaninchen lassen sich gern streicheln

Wenn es in der Turnhalle am Sauerborn kräht, gurrt und gackert, dann lädt der Burgholzhäuser Geflügel- und Kaninchenzuchtverein zur Schau ein: 353 Hühner, Hähne, Tauben und Enten sowie 33 Kaninchen wurden von Preisrichtern genau unter die Lupe genommen.
Putziges Hoppeltier: Leonie Rickert bekam für ihre Zwergkaninchen der Rasse Hermelin Blauauge ein Ehrenband. Foto: Jochen Reichwein Putziges Hoppeltier: Leonie Rickert bekam für ihre Zwergkaninchen der Rasse Hermelin Blauauge ein Ehrenband.
Burgholzhausen. 

Die Anwesenheit eines Hahnes in einem Hühnergehege wirke sich positiv auf das Sozialverhalten der Hühner aus, heißt es in der einschlägigen Literatur für Hühnerzucht. Der buntgefiederte Herr muss seine Haremsdamen dann aber auch vor Raubvögeln beschützen und ihnen Futterquellen zeigen. Scharrt der Gockel beispielsweise mit seinen Läufen, so lockt er seine Hennen an und überlässt ihnen das Futter.

„Der Hahn will die Hühner für sich haben“, lachte Markus Kempf, stellvertretender Vorsitzender des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins. Dieses Verhalten beobachte er bei seinen Zwerghühnern der Rasse „Bantam“ regelmäßig. Und auch, dass zuweilen manch ein Hahn wegen seines ausgeprägten Paarungsverhaltens für Unruhe im Hühnergehege sorge.

Bei der Ausstellung des Burgholzhäuser Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins stand am Wochenende in der Turnhalle am Sauerborn allerdings weniger das Sozialverhalten bei Gockel und Henne, Taube, Ente oder Kaninchen im Fokus der Preisrichter, als vielmehr Körperbau, Stand, Gefieder beziehungsweise Fell, Wesen, Augen und Ohren der jeweiligen Tiere. Und hier, so berichtete der Vereinsvorsitzende Uwe Landvogt stolz, können sich die Friedrichsdorfer Züchtungen sehen lassen: „Im vorigen November haben wir den ersten Platz bei der Kreisschau in Stierstadt gemacht.“

Nach der Lokalschau gehe es mit den Tieren zur Kreisschau und anschließend zur Bundesliga-Schau nach Dortmund, „das ist immer das große Ziel“, so Landvogt. 70 Mitglieder zähle der Burgholzhäuser Verein, „24 davon sind aktiv“. Insgesamt gebe es nur noch rund 12 Geflügel- und Kaninchenzuchtvereine im Hochtaunuskreis. Und: „Ja, der Verein hat wie jeder andere Verein auch Nachwuchsprobleme“, sagte Landvogt. Und das, obwohl der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein vor etwa zwei Jahren den Altersumbruch schaffte: Landvogt ist 51 und Kempf 30 Jahre alt.

Die Liebe zum Tier

„Noch sind es oft die Großeltern, die ihr Hobby an ihre Enkel weitergeben“, glaubt Landvogt. Das sei beispielsweise bei der jungen Kaninchenzüchterin Leonie Rickert der Fall: Für ihre vier Hermelinkaninchen bekam die Schülerin das Ehrenband. „Das sind Zwergkaninchen mit blauen Augen und dichtem, weißem Fell“, ergänzte Kempf.

Die Kaninchen der Rasse „Graue Wiener“ sahen ebenso kuschelig aus, waren aber vergleichsweise groß. „Die stehen gut im Futter“, bemerkte Kempf lakonisch und deutete auf das Doppelkinn der Tiere. Früher habe er auch Kaninchen gezüchtet, erklärte der gelernte Metzger, der sich in seiner Freizeit aber vor allem mit lebenden Tieren umgibt. Er weiß, dass sein Hobby, „viel Zeit, Geld, Platz und Ausdauer“ erfordert. Ferner müsse man mit den Tieren reden, beruhigend auf sie einwirken und geduldig sein, unterstrichen Kempf und Landvogt. „Es ist die Liebe zum Tier“, die Landvogt jeden Morgen und jeden Abend dazu motiviere, seine Tiere zu füttern und zu säubern, aber auch die Tatsache, dass seine deutschen Modeneser ihn erkennen, wenn er den Taubenschlag öffne.

Diese Taubenrasse hat eine schlanke und elegante Statur. „Sie sind ziemlich zahm“, beschrieb Landvogt. „Anders als die Gimpeltauben, die sind närrisch und nervös.“ Eine kunterbunte Geräuschkulisse boten die 353 Federtiere jedenfalls.

Da gurrten unter anderem Lahore Tauben, Hessische Kröpfer, Damscener sowie Voorburger Schildkröpfer und es gackerten und krähten Zwerg-Dresdner, Zwerg-New-Hampshire und Zwerg-Bantam. Die 33 kuscheligen Kaninchen ließen sich von dem Lärm hingegen kaum beirren, sie lagen in ihren Ausstellungskästen und ließen sich vor allem von den Kindern streicheln.

Vereinsmeister in der Hühnerzucht auf Lokalebene wurden Dieter Schröder, gefolgt von Michael Horlebein und Markus Kempf. Bei der Taubenzucht wurde Christian Kempf Vereinsmeister, Achim Wittmann belegte den zweiten und Uwe Landvogt den dritten Platz.

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