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Benefizlauf in Königstein: Läuferlungen pumpen für Bärenherzen

Von Der Königsteiner Benefizlauf der Damen vom Lions Club am Sonntag war einmal mehr ein Volksfest für die ganze Familie. Knapp 900 Teilnehmer machten sich auf die Strecke, um das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden zu unterstützen.
Königstein,Benefizlauf zugunsten der Stiftung Bärenherz Bilder > Foto: Jochen Reichwein Königstein,Benefizlauf zugunsten der Stiftung Bärenherz
Königstein. 

Mit dem richtigen Training verliert auch die anspruchsvollste Laufstrecke ihren Schrecken: „Wir waren schon beim Berner Distanzmarsch, sind in Luxemburg und den Niederlanden marschiert. Für uns sind die zehn Kilometer hier Ultra-Kurzstrecke.“ Die rund 30 Reservisten aus Mittel- und Oberhessen ließen den Worten Taten folgen.

Bilderstrecke Königstein: Benefizlauf bei strahlendem Sonnenschein
In Königstein fand am Sonntag ein Benefizlauf zugunsten der Stiftung Bärenherz statt. Rund um die Villa Borgnis hatten die Veranstalterinnen vom Lions Club Königstein-Burg das Läuferlager aufgebaut. Hier holten sich die Teilnehmer ihre Medaillen ab, knippsten stolze Eltern ihren Läufernachwuchs.Start frei für die Kleinen zum großen Benefizlauf.

Königstein,Benefizlauf zugunsten der Stiftung BärenherzIn voller Stärke unterwegs für den guten Zweck. 

Königstein,Benefizlauf zugunsten der Stiftung Bärenherz

In voller Montur absolvierten sie nicht nur die vier Runden vom Kurpark durch das Woogtal und wieder zurück. „Sie halfen uns danach sogar noch beim Abbau“, berichtet Marion Neuschaefer-Menke vom Lions-Club Königstein-Burg, dessen Förderverein den Lauf nunmehr zum dritten Mal ausrichtete. Der Erlös kommt einem jährlich wechselnden sozialen Zweck zugute.

In diesem Jahr wird das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden bedacht. Geschäftsführerin Gabriele Müller, die mit ihrem Team vor der Villa Borgnis Station bezogen hatte, war begeistert: „Eine tolle Atmosphäre, eine sehr schöne Veranstaltung.“ Die Unterstützung für das Projekt sei groß. So hätten die Lions-Damen schon vorab Spenden von Leuten erhalten, die nicht mitlaufen konnten, aber trotzdem ihren Beitrag leisten wollten.

Moderiert wurde der Nachmittag von Thomas Ranft. Er ist Botschafter der Bärenherz-Stiftung und hatte zudem als hr-Wetterexperte seine guten Kontakte zu Petrus genutzt: Die Bedingungen waren bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen, nicht zu warmen Temperaturen ideal für Läufer. Zusätzlich heizte die Mainzer Trommelgruppe Boiada entlang der Strecke ein.

Wie hoch die erzielte Spendensumme ist, wird derzeit noch ausgerechnet. Die Teilnehmerzahl zumindest lässt auf einen ansehnlichen Betrag hoffen: 898 Sportler, knapp 200 mehr als im vergangenen Jahr, machten sich auf die wahlweise zweieinhalb, fünf oder zehn Kilometer lange Strecke. Kinder konnten sich an der 700- oder 1400-Meter-Distanz versuchen.

Die Schirmherren, Bürgermeister Leonhard Helm und Sportdezernent Jörg Pöschl (beide CDU) dankten den Initiatorinnen und allen Helfern. Er sei „froh, dass es Menschen gibt, die sich einsetzen“, sagte Helm.

Was er damit meinte, konnte man unter anderem auf der Laufstrecke sehen. Unternehmen stellten Belegschaftsteams von bis zu 45 Läufern, teilnehmerstarke Gruppen vom Königsteiner Leichtathletikverein bis zu einer kompletten Sportförderklasse der St. Angela-Schule waren dabei.

International war der Freundeskreis Asyl mit 14 Läufern aufgestellt, darunter Afghanen, Syrer und Eritreer. „Sie sitzen oft in ihren Unterkünften, teils an verschiedenen Orten. Durch den Lauf holen wir sie aus dieser Isolierung heraus und unterstützen gleichzeitig auch noch Bärenherz“, erklärten Dagmar Spill und Johannes Wachhaus, die zudem beide selbst die Laufschuhe schnürten. Das soll so bleiben: Es ist ein wöchentlicher Lauftreff für alle Asylbewerber und Paten geplant.

Für eine weitere Premiere sorgte Läufer Stan Albers, der mit Stephan Vokuhl auf die 5-Kilometer-Strecke ging. Vokuhl ist schwerbehindert und sitzt seit seiner Geburt im Rollstuhl. Albers begleitete seinen Freund in einem Sportmodell über die Strecke, in deren Verlauf pro Runde Gefälle und Steigungen von jeweils rund 75 Höhenmetern zu überwinden sind – ein Kraftakt, und ein deutliches Zeichen für gelebte Inklusion.

 

Neuauflage fast sicher

 

Auf der grünen Wiese im Kurpark konnte die beim Laufen verlorengegangene Energie an zahlreichen Ständen wieder aufgefüllt werden. Die Kleinen kamen beim Kinderschminken und im Kreativ-Pavillon der Kunstwerkstatt Königstein auf ihre Kosten.

Die Vor- und Nachsorge wiederum war in Frauenhand: Fit4Women lud zum Aufwärmtraining ein, während Maike Schuster von der gleichnamigen Physio-Praxis gegen eine Spende müde Waden massierte. Vor allem Intensivläufer und Schreibtischhocker seien „potenzielle Patienten für eine Physiotherapie“. Läufer sollten auf einen stabilen Rumpf achten, zudem seien Dehnung und Pflege wichtig, riet sie.

„Die Fangemeinde des Laufes wächst“, resümierte Neuschaefer-Menke am Tag danach, das Team habe sich „riesig über den großen Zuspruch“ gefreut. Eine Neuauflage im kommenden Jahr ist damit bereits so gut wie sicher.

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