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Katholisches Gotteshaus: Liebfrauenkirche wird für 1,7 Millionen Euro saniert

Die denkmalgeschützte Liebfrauenkirche muss dringend saniert werden. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Es wird aber noch bis Herbst kommenden Jahres dauern, bis alle Arbeiten erledigt sind.
Sogar auf dem Dach der Liebfrauenkirche wird gearbeitet. Sogar auf dem Dach der Liebfrauenkirche wird gearbeitet.
Oberursel. 

Zurzeit sieht die katholische Liebfrauenkirche aus wie ein Kunstwerk von Christo – eingehüllt in eine weiße Plane. Ein Passant nicht erkennen, was sich darunter abspielt. Und da geht es, salopp gesagt, ans Eingemachte. Spezialisten einer Baufirma aus Budenheim rücken der Fassade seit Anfang Juli zu Leibe.

Schon lange war der Kirchenbau, der seit seiner Erbauung in den 1960er Jahren unter Denkmalschutz steht, undicht gewesen. Das über Jahre und Jahrzehnte eindringende Wasser hat der Kirche nicht gutgetan. Nun muss das Gotteshaus in zwei Bauabschnitten saniert werden. Eberhard Selzer, der für die Gemeinde Liebfrauen im Verwaltungsrat der Großpfarrei St. Ursula Oberursel und Steinbach sitzt, schaut auch an diesem Tag wieder in der Herzbergstraße vorbei, um sich nach den Fortschritten am Gotteshaus zu erkundigen.

Einzigartiuge Kreisform

„Das Besondere an der Liebfrauenkirche ist die Architektur, mit der Rudolf und Maria Schwarz neue Wege gegangen sind“, weiß Selzer. Nicht nur die Kreisform macht den Bau einzigartig, sondern auch die Verbindung von Betonpfeilern und Klinkerfassade. „Damals hatte man mit gegossenen Beton-Elementen nur Erfahrungen aus dem Brückenbau gesammelt und weniger als Gestaltungselement für Häuser und Sakralbauten“, sagt Selzer.

Natur trifft Baustelle: Eine Plane verhüllt die Kirche. Bild-Zoom
Natur trifft Baustelle: Eine Plane verhüllt die Kirche.

Heute wisse man allerdings, dass sich Klinker und Beton nur sehr schlecht miteinander verbinden ließen. „Besonders die Fugen stellen ein Problem dar“, sagt Selzer. „Hinzu kommt, dass die Stahlträger von einer zu dünnen Schicht Beton ummantelt wurden, so dass diese im Laufe der Zeit gerostet sind und sich so Risse und Absprengungen in der Fassade gebildet haben, durch die Wasser eindringen konnte.“

Auch beim letzten Versuch 1989, die Kirche zu sanieren, konnte dieses Problem nicht dauerhaft behoben werden. Daher hat die engagierte Baufirma vor rund drei Monaten damit begonnen, die Fassade mit einem Sandstrahler zu reinigen und die alten Fugen zu entfernen. „Wie sich herausgestellt hat, war das aber sehr mühsam und langwierig, so dass stattdessen mit einem Wasserstrahl und 200 Bar Druck gearbeitet werden musste“, sagt Selzer.

Durch diese aufwendige Arbeit geriet der Zeitplan etwas in Verzug. „Die Klinker-Fugen werden mit einem Spezial-Mörtel verfugt und die Fugen zwischen den Betonelementen und dem Klinker müssen sogar mit einem elastischen Material ausgespachtelt werden, damit diese beiden Komponenten arbeiten können“, weiß Selzer. Parallel dazu arbeiten auch die Dachdecker, denn auch das Flachdach ist undicht geworden – Verschleiß! „Wir hoffen, dass die Bauarbeiten bis November fertig sind“, so Selzer.

Zweiter Abschnitt innen

Im Januar soll es, wenn alles nach Plan läuft, mit dem zweiten Sanierungsabschnitt weitergehen. Dieser betrifft das Innere der Kirche. „Aufgrund der Feuchtigkeit und durch Staub sind die Steinwände im Innenraum verdreckt, und auch die Marienstatue aus Vollholz ist aus diesen Gründen dunkel geworden. „Es soll mit Trockeneis gesäubert werden, doch das Kunststück wird sein, die Klais-Orgel so zu verpacken, dass sie geschützt bleibt.“

Info: Warum das Gotteshaus keine Glocken hat

Die katholische Gemeinde St. Ursula hat eine neue, große Glocke namens Maria Frieden bekommen – nach mehr als 500 Jahren musste deren Vorgängerin Maria Crafft außer Dienst gestellt werden.

clearing

Rund neun Monate sind für diese Sanierungsphase angesetzt. In dieser Zeit sind keine Gottesdienste möglich, so dass die Gemeindemitglieder auf andere Kirchen ausweichen müssen.

Das gesamte Projekt soll 1,7 Millionen Euro kosten, von denen 90 Prozent das Bistum Limburg trägt. „Die restliche Summe muss von der Gemeinde selbst aufgebracht werden“, erklärt Selzer. „Eigentlich können wir das nicht, daher sind wir für jede Spende dankbar.“

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