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Neue Bibliothek: Lutherische Theologische Hochschule macht Gelände zu Geld

Die Lutherische Theologische Hochschule (LThH) hat einen 3,7 Hektar großen Campus im Bereich Altkönigstraße/Kastanienweg, wovon sie 1400 Quadratmeter als Wohnbaugrundstücke verkaufen will. Das Vorhaben beschäftigt die Kommunalpolitik. Eine Fraktion hat Bedenken.
Die Lutherische Theologische Hochschule will 1400 Quadratmeter ihres Areals als Wohnbauflächen verkaufen. Dort müssen Bäume fallen. Foto: Matthias Reichwein Die Lutherische Theologische Hochschule will 1400 Quadratmeter ihres Areals als Wohnbauflächen verkaufen. Dort müssen Bäume fallen.
Oberursel. 

Wenn Kommunen Geld brauchen, veräußern sie gern Grundstücke. Momentan ist das besonders lukrativ, schließlich ist die Nachfrage nach Bauland groß und damit der Preis hoch. Was Städte können, das können auch kirchliche Einrichtungen: Die Lutherische Theologische Hochschule (LthH) möchte einen etwa 1400 Quadratmeter großen Teil ihres 3,7 Hektar umfassenden Geländes verkaufen.

„Ziel ist die Finanzierung eines Neubaus, den wir dringend benötigen“, erklärt Professor Dr. Jorg Christian Salzmann, der an der Hochschule für Immobilienfragen zuständig ist. Die LThH, die von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche getragen wird (siehe weiteren Text) und keine staatliche Förderung erhält, ist auf die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf angewiesen. „Unser Tafelsilber“, nennt das Salzmann.

Millionen-Projekt

Er schätzt, dass 1,5 bis 2 Millionen Euro benötigt werden, um den Neubau realisieren zu können. Dieser soll auf dem rückwärtigen Gelände der Hochschule errichtet werden, deren Campus im Bereich Altkönigstraße/Kastanienweg am Wald liegt. Konkret geht es um Räumlichkeiten für Verwaltung und eine neue Bibliothek. „Die jetzige platzt aus allen Nähten“, sagt Salzmann. Er hofft, dass 2019 mit dem Bau begonnen werden kann.

Wer momentan die Hochschulverwaltung oder die Bücherei aufsucht, muss Baracken ansteuern. „Diese Gebäude haben einen hohen Energieverbrauch mit den entsprechenden Kosten, und vor allem die Bibliothek erfüllt nicht mehr die Anforderungen an eine Hochschule“, heißt es in einer Vorlage, die derzeit in den kommunalpolitischen Gremien beraten wird.

Die Politik ist gefragt, weil für den Bereich der zu verkaufenden Flächen ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden soll. Es trägt den Namen „Südlicher Kastanienweg“, denn der für Wohnbebauung vorgesehene Teil des Campus liegt unmittelbar am Kastanienweg.

Vorgesehen sind zwei Baugrundstücke für zwei Einzelhäuser oder ein Doppelhaus – auch in unmittelbarer Nähe, im Bereich Kastanienweg/Herderstraße, stehen Einzel- und Doppelhäuser. Zwei Vollgeschosse sollen möglich sein; dabei würde sich die Höhe an der Bebauung auf dem Hochschulgelände und an den Häusern gegenüber orientieren.

Brum wirbt für Standort

Der Bau- und Umweltausschuss der Stadtverordnetenversammlung hat sich bereits mit dem Thema beschäftigt. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) warb in der Ausschusssitzung für das Vorhaben der LThH: „Es dient dem Erhalt der Hochschule“, sagte er. „Die Einrichtung macht Oberursel immerhin zum Hochschulstandort.“

Der Ausschuss stimmte der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens zu, dessen Kosten die Hochschule tragen soll. Das regelt ein städtebaulicher Vertrag.

Nur die Grünen stimmten im Ausschuss mit Nein. Frank Böhme verwies auf die stark bewaldete Gegend rund um den Kastanienweg; ein neues Gebäude widerspreche dem Natur- und Artenschutz. Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus, versicherte, dass es für gefällte Bäume einen Ausgleich anderswo gebe.

Am kommenden Donnerstag beschäftigen sich die Stadtverordneten mit dem Thema, von einem ähnlichen Votum ist auszugehen. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Rathaus.

(she,ahi)

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