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Laternenkönigin Maria I.: Marias großer Tag

Von Make-up für den perfekten Glow, eine Hochfrisur für die Krone und ein Oldtimer als majestätisches Gefährt – die TZ war dabei, als sich Maria Jacob in Maria I. verwandelte.
Krone und Zepter für die neue Laternenkönigin: Maria I. wurde am Samstag inthronisiert und übernahm die Insignien der Macht von ihrer Vorgängerin Franziska I. (links). Krone und Zepter für die neue Laternenkönigin: Maria I. wurde am Samstag inthronisiert und übernahm die Insignien der Macht von ihrer Vorgängerin Franziska I. (links).
Bad Homburg. 

Bevor sie sich versieht, sitzen drei Kleckse Foundation auf Wangen und Stirn. Eigentlich ist Maria Jacob von Natur aus schön. Aber an diesem Samstagvormittag muss sie noch schöner werden, wie eine Queen eben, wie die Laternenkönigin Maria I. Um 12 Uhr Inthronisation vorm Kurhaus. Die Zeit drängt, die kosmetische Metamorphose ist nicht aufzuhalten. Zügig verteilt Kerstin Nicklas die Creme mit einem Pinsel auf dem Gesicht der 23 Jahre alten Philologiestudentin, die in knapp zwei Stunden Zepter und Krone von ihrer Vorgängerin Franziska I. übernehmen wird.

Franzi sitzt zwei Frisörstühle weiter bei „Vision Cut & more“ an der Ober-Eschbacher Straße. Sie hat ein bisschen Abschiedsschmerz, während Andrea Bug, die Chefin des Frisörgeschäfts, ihre Naturlocken mit Perlen schmückt. Maria hingegen verspürt ein leichtes Kribbeln in der Bauchgegend. Die Make-up-Artistin greift nach dem Puder und lässt Falten verschwinden, die Maria I. in spe noch gar nicht hat. „Das Make-up stammt von einer ehemaligen Miss America“, sagt sie, die hier die dritte Laternenkönigin im Bunde ist (aus dem Jahr 1988), und gibt Marias Näschen mit Schattierung noch eine extra hübsche Note. „Man sieht das nicht, aber die Kamera sieht es. Und Maria darf immer mitreden. Sie soll keine Fremde sehen, wenn sie in den Spiegel schaut. Dann stimmt auch die Ausstrahlung.“

Jetzt lockt und toupiert Andrea Bug Marias glattes Haar; auch sie bekommt eine Hochfrisur, das Krönchen braucht einen festen Sitz. Zwei Lockensträhnen umspielen ihr hübsches Profil. Seit 2008 frisiert die Frisörmeisterin die Laternenköniginnen. Sie kennt die Aufregung vor dem großen Augenblick und strahlt Ruhe aus. Die noch amtierende Franziska I. schlüpft mit frischer Makillage von Kerstin Nicklas ein letztes Mal in ihr Gewand.

Da stehen auch schon die Wagen vor dem Haus, die Brötchenholer in Shorts staunen. Ein schnittiger BMW mit Fahrer mit Hut für Franzi und ein Adler 18/35 aus dem Jahr 1906 für Maria. Das cremeweiße Gefährt, 35 PS mit Richard Graf von der Central-Garage am Steuer, sieht aus wie eine motorisierte Kutsche. „Ein Traum“, sagt Maria I. in spe, während helfende Hände noch den Reißverschluss ihres roten Seidenkleides aus dem Modestudio Rahusen-Marsch schließen. Sie schlüpft in silberne Pumps und dreht und wendet sich vor den Spiegeln. Die Kundinnen nicken mit nassen Haaren. Perfekt!

Chauffeur Graf hilft ihr in den Adler. Da sitzt sie nun hinterm Fensterchen, als ginge es zur Krönung nach Westminster. Das Automobil mit der Nummer USI–AS 10H zieht eine Abgasfahne hinter sich her und jede Menge bewundernder Blicke auf sich.

Laternen-Ring

Schnell ist das Kurhaus erreicht. Sengende Sonne, Publikum unter Schirmen, Königinnen aus Oberursel, Wehrheim, Königstein und Büdesheim, Knappen, Gefolge im Wichs und entzückende Ballettmädchen. Umschmeichelnde Begrüßungsworte von Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und Christine Nielsen vom Laternenfestverein. Die Perlenkette, das Armband und ein Ring, eine Kreation, die Nielsens Neffe, ein angehender Goldschmied, einer Laterne nachempfunden hat. Bewegte Abschiedsworte von Franziska I., die ihrer Nachfolgerin das Zepter überreicht und die Krone aufsetzt. Geschenke und Blumen und herzlicher Beifall für eine waschechte Homburgerin, die als Mädchen nicht nur vom Prinzessinwerden geträumt hat, sondern mit ihrem Bruder Laternenköniginsein gespielt hat, wie sie jetzt mit fester Stimme ins Mikrofon erzählt. Drei Böller. Das Make-up hält auch bei 34 Grad, und die Krone funkelt. Das Amtsjahr von Maria I. hat begonnen.

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