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Überschuss erwirtschaften: Mehr Holz soll in Bad Homburg geschlagen werden

Von Weil 2017 zu nass war, sollen dieses Jahr mehr Bäume fallen, um einen guten Überschuss zu erwirtschaften. Das ist möglich auch aufgrund personeller Veränderungen.
Bei Spaziergängern sind die Harvester, die Holz abtransportieren, nicht so beliebt. Bad Homburg bringt die Holzernte Geld.   Archivfoto: Jens Priedemuth Foto: Jens Priedemuth Tel. 0173-3110088 Bei Spaziergängern sind die Harvester, die Holz abtransportieren, nicht so beliebt. Bad Homburg bringt die Holzernte Geld. Archivfoto: Jens Priedemuth
Bad Homburg. 

Der Wald rund um die Kurstadt ist Erholungsgebiet, aber auch ein Gut, mit dem die Stadt Geld verdient. Seit 2005 ist sie wieder für ihr Revier selbst zuständig (siehe Text rechts); seitdem erstellt der Betriebshof für jedes Geschäftsjahr einen Waldwirtschaftsplan. Der Plan für 2018 weist einen Überschuss von 113 642 Euro auf. Das Papier erhielten die städtischen Gremien kürzlich zur Kenntnisnahme; demnach ist der Überschuss im Vergleich zu anderen Forstrevieren außerordentlich.

Das kalkulierte Plus ergibt sich aus der Differenz zwischen Erlösen von 489 500 und Kosten von 375 858 Euro. Es ist deutlich höher als in den vergangenen Jahren; der Stadtkämmerer hatte einen höheren Deckungsbeitrag des Forstbereichs am kommunalen Haushalt gefordert. Will heißen: Es soll wesentlich mehr Holz geschlagen werden. 2017 war nach Worten von Rathaus-Pressesprecherin Anke Krieger kein gutes Jahr für Forstarbeiten: Es war zu nass und daher zu matschig; die schweren Harvester kamen nicht gut voran. Daher wurde beim Holzverkauf der Plan nicht erreicht.

Ein anderer Grund, warum dieses Jahr mehr gefällt werden soll, ist aber auch eine bessere personelle Situation. „Bisher mussten die gesamten Tätigkeiten durch unseren Revierleiter, Förster Günter Busch, bewältigt werden“, heißt es in der Magistratsvorlage. Inzwischen wird Busch durch einen weiteren Förster, Christoph Waehlert, unterstützt. Womit wir bei den Kosten sind: Zusätzliche 50 000 Euro sind dafür im Waldwirtschaftsplan auf der Soll-Seite eingestellt.

Mehr Führungen gefragt

Doch der neue Mann, der laut Krieger langfristig als Buschs Nachfolger eingearbeitet werden soll, hilft natürlich auch die Erträge zu steigern: nicht nur durch den vermehrten Einschlag, sondern auch in den waldpädagogischen Aufgaben, die in den vergangenen Jahren von Homburgs Förster gefordert wurden. „Es gibt immer mehr Anfragen nach Waldführungen, Vorträgen und betreuten Spaziergängen“, erklärt die Rathaus-Sprecherin, die dies auch auf den Klimawandel zurückführt (mehr zu Christoph Waehlert in unserer morgigen Ausgabe).

Zur Holzernte merkt Busch an, dass die Eiche bei guten Preisen stark nachgefragt sei; bei der Fichte hingegen bestehe „durch die Borkenkäferkalamitäten“, das milde Klima begünstigt den Schädling, und Sturmschäden ein gewisser Preisdruck bestehe. Daher wird mit Eichen aufgeforstet. Ein finnischer Konzern prüfe derzeit den Bau einer Bio-Raffinerie im Industriepark Höchst. Kommt sie, würde sich die Vermarktungssituation für Homburger Industrieholz (Buche) deutlich verbessern – wegen seiner räumlichen Nähe würde es sicher gut nachgefragt.

Bürger fragen, warum

Einige Eichen habe man in diesem Winter schlagen müssen, weil sie abgestorben waren und man die „Baumskelette“ nicht stehen lassen wolle, erläuterte Busch jüngst den Mitgliedern des Umweltausschusses. Dies betreffe eher ältere Bäume; jüngere passen sich dem milderen Klima besser an. Der Winter 2016/2017 sei aus forstlicher Sicht zum 21. Mal in Folge zu warm gewesen, außerdem war er zu trocken.

Busch und seine Mitarbeiter müssen sich oft rechtfertigen, wenn sie mit dem Harvester unterwegs sind, erzählte Busch in der Ausschusssitzung. „Viele Homburger – gerade rund um Dornholzhausen und den Hirschgarten – empfinden den Holzeinschlag wie einen Eingriff in ihren eigenen Garten.“ Dabei seien die Maßnahmen vom Regierungspräsidium genehmigt. Die Forstleute bemühten sich zu erklären und Konflikte zu vermeiden.

In der erwähnten Erholungsfunktion ist der Wald dagegen ein echter Kostenfaktor. 60 Kilometer Wegenetz müssen in Ordnung gehalten werden, die Waldränder für Fußgänger und Radfahrer verkehrssicher gehalten werden. Die Schutzhütten müssen in Schuss gehalten werden, außerdem müssen die Forstmitarbeiter im gut frequentierten Homburger Stadtwald viel Müll von Waldbesuchern wegräumen. 41 000 Euro pro Jahr werden für diese Maßnahmen ausgegeben.

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