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Künstlicher Teich: Mehr Wasser für den Steinbacher Weiher

Von Der Weiher hinter der Geschwister-Scholl-Schule verliert Wasser. Die Stadt hat nun eine Möglichkeit gefunden, mit der sie den Wasserstand erhöhen und gleichzeitig ein anderes Problem lösen will. Doch es gibt Kritik.
Viele Passanten haben die Rohre auf dem St.-Avertin-Platz liegen sehen. Sie werden Richtung Weiher verbaut. Bilder > Viele Passanten haben die Rohre auf dem St.-Avertin-Platz liegen sehen. Sie werden Richtung Weiher verbaut.
Steinbach. 

Den Menschen zieht’s ans Wasser, und wenn kein größeres Gewässer da ist, tut’s auch ein kleines. Entsprechend beliebt ist der Steinbacher Weiher hinter der Geschwister-Scholl-Schule als Treffpunkt. Die Steinbacher mögen ihn, das Wort Weiher ist in aller Munde, auch wenn’s, strengeren Definitionen folgend, eher ein Teich ist, denn er wurde künstlich angelegt.

Die Steinbacher sorgen sich um ihren Weiher, seit er Wasser verliert (siehe weiteren Text). Wenn er voll ist, sind etwa 300 Kubikmeter Wasser drin. Doch er ist längst nicht voll, nur etwa zu einem Drittel, schätzt Bauamtschef Alexander Müller. Neues Wasser braucht der Teich, darin ist man sich einig, über das Wie wird seit Jahren geredet.

Nun haben die Planer der Stadt eine Lösung ausgearbeitet. Zurzeit liegt sie noch in Form von blauen Rohren auf der Baustelle der neuen Stadtmitte am St.-Avertin-Platz. Von Mitte, Ende Januar an, je nach Wetter, werden auf etwa 200 Metern, so Müllers Schätzung, die Rohre vom St.-Avertin-Platz unter dem Hessenring und dem Weg An den Kindergärten zum Weiher verlegt. Nach einer Zisterne an der Kita und einem Rohr vom Geschwister-Scholl-Platz vor der Grundschule wird so eine weitere Art der Wasserzufuhr geschaffen – abgesehen vom Regen natürlich.

Kanal ist voll

Nach Darstellung der Stadt werden damit zwei Ziele erreicht: Der Weiher bekomme Wasser, und am St.-Avertin-Platz werde ein Kanalproblem gelöst: „Dort laufen Abwasser und Regenwasser in einen Kanal“, erklärt Bauamtsleiter Müller. Dieser Mischwasserkanal sei aber übervoll. Deshalb sollen Abwasser und Regenwasser nun getrennt und das Regenwasser in eigenen Rohren gen Weiher geführt werden.

Das ruft einen Mann auf den Plan, der sich seit einer gefühlten Ewigkeit für den Weiher starkmacht: den früheren CDU-Kommunalpolitiker Gustav Schreiber. „Das ökologische Gleichgewicht geht verloren“, meint Schreiber, der einen Eintrag von Sand, Salz und kleinkörnigen Mineralien fürchtet. Damit sei „das Ende des Weihers eingeleitet“, sagt der Senior. Dass Müller zum Beispiel auf einen Sandfang am Straßenablauf verweist, genügt ihm nicht.

Schreiber hat nicht nur bei der Stadt interveniert, sondern auch bei übergeordneten Behörden, nämlich dem Hochtaunuskreis und dem Regierungspräsidium. Ergebnis: Die Stadt muss zwar bei der Unteren Wasserbehörde einen wasserrechtlichen Antrag stellen – was laut Kreissprecherin Andrea Nagell noch nicht erfolgt ist –, ein Okay wird aber avisiert: „Die Nutzung des Platzes lässt grundsätzlich keine qualitative Beeinträchtigung des Niederschlagswassers erwarten“, sagt Nagell.

Bauwerk als Auflage

Auch Müller berichtet, nach Gesprächen mit der Behörde, bereits von der Zustimmung des Kreises. Es habe aber die Auflage gegeben, ein sogenanntes Auslaufbauwerk mit Drossel zu schaffen, das, kurzgefasst, den Wasserfluss vom Weiher in den Bach regelt.

Alles in allem – mit Auslaufbauwerk und Trennung der Kanäle am St.-Avertin-Platz – investiert die Stadt etwa 200 000 Euro. Da die Maßnahme ins Infrastrukturförderprogramm Soziale Stadt integriert wird, könnten etwa zwei Drittel der Kosten durch Zuschüsse wieder reinkommen.

Schreiber aber geht es weniger ums Geld als um den Weiher, er hat mehrere Schreiben an diese Zeitung geschickt. In einem äußert er die Hoffnung, Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) „stoppt dank seiner Kompetenz in letzter Minute die Umsetzung einer eklatanten Fehlplanung“. Doch Naas sagt: „Es wird so gemacht.“ Der Rathauschef gibt zu bedenken, dass doch alle Beteiligten mehr Wasser wollten.

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