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Prozess am Landgericht: Milde Strafe für den Messerstecher

Von Während einer Schlägerei mit anderen Jugendlichen zückt ein damals 18 Jahre alter Friedrichsdorfer ein Messer. Dass er sich deswegen „nur“ wegen gefährlicher Körperverletzung und nicht wegen Totschlags verantworten muss, verdankt er wohl nur dem schnellen Eingreifen der Polizei.
Foto: imago stock&people (imago stock&people)
Friedrichsdorf. 

Zwei Jahre Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und 80 Stunden gemeinnützige Arbeit – so endete für einen 20-Jährigen aus Friedrichsdorf vor dem Landgericht der Prozess um eine Messerattacke.

Tatort in jener Nacht zum 28. Februar vergangenen Jahres war die Offenbacher Innenstadt, genauer: Der Bürgersteig vor dem Kinocenter „Cinemaxx“. Dort kam es in den frühen Morgenstunden aus nichtigem Anlass zu einer Rauferei, die außer ein paar blauen Augen und diverser Blutergüssen sicher keine schwereren Folgen gehabt hätte, wäre nicht irgendwann einmal die sieben Zentimeter lange Klinge eines Klappmessers aufgeblitzt.

Sie gehörte einem aus der Gruppe von jungen Männern aus dem Taunus, die mit einheimischen Offenbachern in Streit geraten waren. Der damals 18-Jährige fuchtelte mit dem Messer in der Luft herum und traf gleich zwei Personen lebensgefährlich. Ein Offenbacher wurde direkt an der Halsschlagader verletzt, der andere erhielt einen Stich in die Lunge mit ebenfalls schwerwiegenden Folgen.

Dass es für den am Hals getroffenen Mann noch glimpflich ausging, lag am Umstand, dass Beamte aus dem direkt gegenüber liegenden Polizeirevier Sekunden nach der Tat vor Ort waren. Einer der Polizisten hielt die heftig blutende Wunde am Hals mit den Händen zu und verhinderte Schlimmeres.

Die Staatsanwaltschaft ging in der Anklage infolge der lebensgefährlichen Verletzungen noch von einem bedingten Tötungsvorsatz und damit von einem Totschlagsversuch aus. Weil dem Angreifer jedoch nicht nachgewiesen werden konnte, dass er seine Opfer gezielt an Hals und Lunge verletzt hatte, wurde dieser Vorwurf fallengelassen.

Der zweite, ebenfalls aus dem Taunus stammende Angeklagte, dem Tritte und Schläge gegen diverse Kontrahenten vorgeworfen wurden, kam ohne Bestrafung davon. Ohne Erfolg hatten sich Gericht und Staatsanwaltschaft in dem seit Ende Oktober vor der Jugendstrafkammer laufenden Verfahren bemüht, diesem Angeklagten Genaueres nachzuweisen. „Wahrscheinlich haben Sie irgendwie mitgemischt. Dies reicht aber nicht für eine Verurteilung aus“, erklärte die Vorsitzende Richterin Anke Wagner.

Dass der Messerstecher mit einer so milden Strafe davonkam, verdankte er nicht nur seinem Geständnis und der an die Opfer gerichteten Entschuldigungen: Weil er sich mit Erfolg um eine Ausbildungsstelle bemüht hatte und noch zu Hause wohnt, wollten ihm Gericht und Staatsanwaltschaft die positive Zukunftsprognose nicht verbauen.

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