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Kirdorfer Umzug lockt trotz Regens die Massen auf die Gasse: Mit Tüte und Co. auf Kamellenjagd

Von Kein Umzug ohne Kamellen. Und mittlerweile sind es beileibe nicht mehr nur die, die die Narren unters Volk bringen. Weswegen die Manteltaschen auch ziemlich schnell voll sind. Für den Umzug „Uff de Bach“ hatten die Zuschauer – man ist ja Profi in Kirdorf – vorgesorgt. Und für jene, die es nicht hatten, hatten die Narren Tragetaschen zum Aufsammeln der Süßigkeiten mitgebracht. Echt coole Sache!
Und für alle, die keine Tragetasche dabeihatten, verteilten die FdCler quietschgelbe Ikea-Tüten. Die Dinger kamen super an. Bilder > Foto: Jochen Reichwein Und für alle, die keine Tragetasche dabeihatten, verteilten die FdCler quietschgelbe Ikea-Tüten. Die Dinger kamen super an.
Kirdorf. 

Narrenratspräsident Torsten Hainz hatte am Morgen noch bang gen Himmel geblickt. Ob das Wetter halten würde? Zu sehr noch ist ihm in Erinnerung, dass im vergangenen Jahr der Umzug wegen des schlechten Wetters hatte abgesagt werden müssen. Aber gestern blieb es windstill – wenn auch bewölkt und mit dem einen oder anderen Regentropfen. „Macht nichts“, sagte Hainz lachend, „ein paar Wolken sind schon in Ordnung, zumal wir vom Elferrat ja ohnehin keine Sonnenbrillen tragen dürfen.“

Bilderstrecke Närrischer Fastnachtsumzug in Bad Homburg Kirdorf
Am 28. Februar 2017 zogen die Narren durch die Straßen durch Kirdorf. Es folgen Impressionen des Fastnachtsumzugs.

Im Gegensatz zu all den Piraten, Hexen, Feen, Krokodilen, Zauberern und Prinzessinnen, die, entsprechend der Verkleidung bebrillt, die Straßen in Kirdorf säumten, in freudiger Erwartung des Umzugs.

Das Narrenvolk hatte aber nicht nur Wert aufs Detail bei der Kostümierung gelegt, sondern offenkundig auch in Sachen Aufbewahrungsmöglichkeit für die zu erwartende Kamellenflut. Selten hat man so viele unterschiedliche Taschen, Tüten und Rucksäcke gesehen, in denen die leckeren Süßigkeiten aufgefangen wurden.

Viele Jungs im Grundschulalter waren mit dünnen Plastiktüten unterwegs, die schwer nach solchen aussahen, die man im Supermarkt am Gemüsestand findet. Schnell stellten sie allerdings fest, dass bei der Vielzahl an Süßigkeiten, die vom Wagen des Magistrats geschmissen wurden, von den Narren des Clubs Humor, von der Kolpingsfamilie, von der Integrativen VzF-Kita, von den Freunden des Carneval (FdC), von der Heiterkeit, von der Kirdorfer Tagesmutter und vom Wagen des Dreigestirns des Homburger Carneval-Vereins (HCV), die dünnen Tütchen gar nicht ausreichten. Zum Glück hatten die Jungs die Frischtheke im Supermarkt gleich um mehrere Obsttütchen erleichtert . . .

Andere hatten die Wintermützen umfunktioniert und gleich Oma, Mama, Onkel und Tante mitgebracht, die ebenfalls Süßes in Wollmützen sammelten.

Besonders einfallsreich war ein Senior, der seinen Schirm umdrehte und darin Traubenzucker, Marshmallows, Gummibärchen und Co. fürs Enkelchen sammelte. Dass er dafür dann ein paar Regentropfen abbekam, schien ihn nicht zu kümmern. Hauptsache, auch für die exotischen Barbecue-Chips, die OB Alexander Hetjes, Bürgermeister Karl Heinz Krug und die Stadträte Dieter Kraft und Mechthild Weiß-Hennerici vom Wagen warfen – und die in regulären Tragetaschen natürlich bedeutend mehr Platz einnahmen als in seinem riesigen Schirm – wurden gefangen.

Andererseits: Auch in den Stoffbeuteln der Taunus Sparkasse und in den Einkaufstüten von Halbach war offenkundig genug Platz, denn der Nachwuchs stürmte ständig drauflos, sobald die Narren Süßes warfen.

Einige wenige hatten allerdings wohl nicht damit gerechnet, mit so viel Süßkram eingedeckt zu werden. Und so musste dann Mutterns (offenkundig teure) Handtasche fürs Beutesicherungsverfahren herhalten. Oder der Beutel des Känguru-Kostüms. Es sei denn, man hatte Glück und erwischte eine der vom FdC klugerweise verteilten quietschgelben, reißfesten Ikea-Tüten. Die Dinger dürften jetzt schon zu den begehrtesten Devotionalien des gesamten Umzugs gehören und das Zeug zum Kultobjekt haben. In jedem Fall eine super Idee!

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