Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Busfahrer-Streik im Hochtaunus: Montag stehen viele Busse still

Von Aufruhr im Rhein-Main-Gebiet: Die Gewerkschaft Verdi hat für kommenden Montag einen unbefristeten Streik der Busfahrer angekündigt. Auch der Hochtaunuskreis wird davon massiv getroffen.
Busfahrer-Streik (Symbolbild) Foto: F. Erichsen/Archiv Busfahrer-Streik (Symbolbild)
Hochtaunus. 

Kaum haben sich die Wogen nach dem Bus-Chaos zum Fahrplanwechsel geglättet, da droht neues Ungemach. Und das von der Gewerkschaft Verdi angekündigte Szenario wirkt viel schlimmer. Pünktlich zum Schulbeginn treten die Busfahrer am kommenden Montag in einen unbefristeten Ausstand – davon werden erneut die ÖPNV-Kunden betroffen sein, deren Verbindungen von der DB Busverkehr Hessen bedient werden: Das sind die RMV-Linien 251, 252, 253, 261, 810, 812 und 813 sowie die Schnellbuslinien X 26 und X 27.

Aber es kommt noch dicker: Auch die Stadtbus-Verkehre in Bad Homburg, Oberursel und Friedrichsdorf könnten bestreikt werden. Die Freude über die neuen Busse des Betreibers transdev Rhein-Main GmbH würde so nur für kurze Zeit währen. Die genaue Zahl der ausfallenden Busse sowie Linien ist allerdings noch nicht bekannt. „Weil der gewerkschaftliche Organisationsgrad der Fahrer bei jedem Unternehmen unterschiedlich ist, sind die Auswirkungen heute nur schwer einzuschätzen“, teilt RMV-Pressesprecher Sven Hirschler mit. „Zudem geben die Streikenden in der Regel vorab keine Informationen, wo genau welche Buslinien bestreikt werden. Wir können die Auswirkungen des Streiks daher nur schwer einschätzen.“

Zum Thema: Fahrer beklagen schlechte Bezahlung

Der Grund für den jetzt anstehenden Streik ist letztlich derselbe, der auch das Bus-Chaos im Dezember verursacht hat: Es gibt schlicht zu wenige Busfahrer, die bereit sind, sich für das bezahlte Gehalt hinters Steuer zu setzen.

clearing

Dass der Streik ausgerechnet zum Schulanfang nach den Weihnachtsferien angesetzt wird, ist für alle Betroffenen – vor allem auch die Schüler – doppelt ärgerlich. „Leider wird wohl erst am Montagmorgen zu Dienstbeginn klar sein, welche Busfahrer im Einsatz sind und wer dem Streikaufruf folgt“, bestätigt auch DB-Pressesprecher Thomas Bischoff, dass heute noch gar nichts gesagt werden kann. Bei der transdev sieht man den angekündigten Streik offensichtlich nur als Muskelspiel in den laufenden Tarifverhandlungen. Nach Informationen der Stadt Oberursel stehen die Busfahrer, wie auch die Geschäftsführung der Firma transdev, dem angedrohten Streik zu diesem Zeitpunkt sehr kritisch gegenüber.

„Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine verlässlichen Angaben zu den eventuellen Auswirkungen des Streiks machen“, sagt Bad Homburgs Stadtsprecherin Anke Krieger. Natürlich habe die Stadt ein großes Interesse daran, dass möglichst viele Linien fahren. Krieger: „Genaueres können wir hoffentlich am Freitagnachmittag sagen.“

„Die Betriebsleitung der transdev ist aktuell sehr optimistisch, dass der Busverkehr wie gewohnt stattfinden wird“, sagt die Sprecherin der Stadt Oberursel, Andrea Königslehner. „Das Management führt bereits Gespräche mit dem Fahrdienst und bittet die Fahrer, die Schulkinder gerade am ersten Schultag nach den Ferien sowie andere Buskunden bei den aktuellen Witterungsverhältnissen nicht an den Haltestellen stehen zu lassen.“ Ziel sei es, den Stadtbus- und Schülerverkehr in Bad Homburg und Oberursel aufrechtzuerhalten.

Die Stadt Friedrichsdorf hat ebenfalls bereits mit dem Stadtbus-Betreiber telefoniert. „transdev ist nach besten Kräften bemüht, den Stadtbusverkehr in Friedrichsdorf aufrechtzuerhalten“, teilt Petra Lau von der Stadtverwaltung mit. „Feststeht, dass auf jeden Fall der Schülerverkehr der Linie 55 sichergestellt werden soll.“ Ob die anderen Linien überhaupt bestreikt werden und wenn doch, auf welche Dauer und welchem Umfang, könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Auch in den Nachbarregionen bereitet man sich auf die Auswirkungen des Streiks vor. So rechnet man in Bad Vilbel damit, dass die Linien Vilbus FB-60 bis -64, die Linie 30 nach Frankfurt und die Linie 65 nach Ober-Erlenbach betroffen sein werden. Auch in Karben (Linie X 27 nach Königstein) sowie in Friedberg, Bad Nauheim, Rosbach und Ober-Mörlen (Linie FB-10 und Linien FB-30 bis -36), Altenstadt/Büdingen (Linien FB-40 bis -45), in Schöneck/Niederdorfelden (Linie MKK-24 nachBischofsheim) sowie in Nidderau (Linie 562 nach Hanau) wird der Busverkehr betroffen sein.

Informationen rund um die Uhr liefert das RMV-Service-Telefon (0 69) 24 24 80 24. Auch auf der Internetseite des RMV (www.rmv.de) werden die Fahrgäste über die aktuellen Entwicklungen informiert.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse