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AFN-Sendemasten in Weißkirchen: Morgen fallen die AFN-Masten

Von Die 86 Meter hohen Sendemasten des American Forces Network (AFN) sind weithin sichtbar – bei Tag und Nacht. Am Donnerstag verändert sich das Landschaftsbild schlagartig, wenn die Stahlkolosse fallen. Für die Stadt könnte das Areal interessant sein.
Die Sendemasten des AFN – hier sind zwei von dreien zu sehen – sind für viele so etwas wie ein Wahrzeichen Weißkirchens. Die Sendemasten des AFN – hier sind zwei von dreien zu sehen – sind für viele so etwas wie ein Wahrzeichen Weißkirchens.
Weißkirchen. 

Sie waren so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt, zumindest des Stadtteils Weißkirchen, geworden: die AFN-Sendemasten auf dem Feld an der Straße Am Weißkirchener Berg, unweit der Frankfurter Landstraße. In Betrieb sind sie nicht mehr, denn der amerikanische Soldatensender American Forces Network hat seine Mittelwellenfrequenz Ende Mai 2013 abgeschaltet.

Nun hat auch das letzte Stündlein der drei weiß-roten, 86 Meter hohen Stahlmasten geschlagen. Am morgigen Donnerstag werden sie gesprengt. In einem Zündgang soll alles erledigt sein, erklärt Sprengmeister Martin Hopfe von der zuständigen Thüringer Sprenggesellschaft. Für ihn und seine Kollegen dürfte es eine vergleichsweise einfache Sprengung sein, liegt doch rundherum freies Feld und kein Wohngebiet.

„Die Seile werden gesprengt“, erklärt Hopfe. Heißt: Nicht die Türme an sich werden mit einem Stahlsprengmittel gekappt, sondern die Haltekonstruktion. Klappt alles wie geplant, fallen die Masten, weil ihnen der Halt fehlt.

Die Thüringer Sprenggesellschaft hat sich bereits an Ort und Stelle ein Bild vom Objekt gemacht, kommt zur Ausführung aber erst am Donnerstagmorgen nach Weißkirchen.

Wer die Aktion beobachten will, muss freilich Abstand halten – und zwar von 12.30 Uhr an. Die eigentliche Sprengung ist für 13 Uhr vorgesehen. Um jeden Mast herum liegt ein 150-Meter-Sicherheitsbereich. Absperrposten stehen in noch größerem Abstand sowohl im Feld als auch an der Straße Am Weißkirchener Berg, die Weißkirchen mit dem Frankfurter Stadtteil Kalbach verbindet. Denn, wie es in einer Verfügung der Stadt heißt, „besteht eine Gefährdung für Leib und Leben“. Beispielsweise, wenn Teile umherfliegen oder durch den lauten Schall. Die Polizei, so heißt es außerdem, werde die Straße Am Weißkirchener Berg kurzzeitig absperren.

Und was passiert nach der Sprengung? „Die Teile werden zerlegt und in Container geworfen“, kündigt Sprengmeister Hopfe an. Ein Unternehmen aus Offenbach soll den Schrott dann abholen.

 

Haus ist im Herbst dran

 

Wie vergangene Woche im Bauausschuss mitgeteilt worden war, sollen die Arbeiten, die mit der Demontage der Anlage zu tun haben, bis Ende Mai abgeschlossen sein. Erst in einem zweiten Bauschnitt, der für September vorgesehen ist, sollen die Gebäude und Fundamente sowie Stromleitungen abgebrochen beziehungsweise entfernt werden.

Die Stadt bemüht sich aber um einen Ortstermin mit der Grundstückseigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, vormals bekannt als Bundesvermögensverwaltung. Diese hatte die Stadt über die bevorstehende Sprengung informiert. Laut Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) wollen sich Vertreter der Verwaltung das Areal ansehen und schauen, ob es für die Stadt von Interesse ist. Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich Brum schon mal dahingehend geäußert, dass das Areal für Oberursel möglicherweise „große strategische Bedeutung“ haben könne. Auf Antrag der CDU-Fraktion hatte der Magistrat in den Gremien zudem den Auftrag bekommen zu prüfen, ob auf dem Gelände ein Probenraum für Bands eingerichtet werden könne.

Mit dem Abbruch der Masten wird ein Schlussstrich unter ein Stück Radiogeschichte gezogen, das 1951 begonnen hatte. Nicht nur amerikanische Soldaten hatten sich an dem Programm erfreut, auch viele Europäer hatten ihren Spaß an der Musik. Seit zwei Jahren ist AFN nur noch über das Internet auf www.afneurope.net und auf der UKW-Frequenz 98,7 zu empfangen.
 

Von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben war gestern noch keine Stellungnahme zur Zukunft des Gebäudes zu bekommen.

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