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Orgelfestival Fugato: Musik-Nachwuchs brilliert

Ambitionierte junge Musiker glänzten am Freitag im Rahmen des Orgelfestivals Fugato in der evangelischen Kirche in Seulberg mit einem englischen Programm durch vier Jahrhunderte.
Die Orchesterakademie des Jugendsinfonieorchesters Hochtaunus beim Konzert in der evangelischen Kirche in Seulberg.	Foto: jp Die Orchesterakademie des Jugendsinfonieorchesters Hochtaunus beim Konzert in der evangelischen Kirche in Seulberg. Foto: jp
Seulberg. 

Wie die Besten unter den Jungmusikern im Hochtaunus, die sich im Jugendsinfonieorchester formiert haben, für die neu gegründete Orchesterakademie ermittelt wurden, erfuhr man im Konzert am Freitagabend nicht. Tatsache ist aber, dass sie ihre Sache unter Leitung von Lars Keitel, ihrem ebenso enthusiastischen und engagierten Dirigenten, außerordentlich gut machten. Die Ouvertüre zur Abdelazer Suite von Henry Purcell (1659-1695), sehr transparent und getragen, nahmen sie noch für sich, um in der Konzertsituation anzukommen.

Aber bereits die folgenden, teils sehr beschwingten Tanzsätze, die als Zwischenspiele für die Aufführung in Purcells letztem Lebensjahr entstanden, wurden exakt und sehr versiert gespielt. Die gleichnamige Tragödie stammt von der wenig älteren Aphra Behn (1640-1689), die zu ihrer Zeit bereits als Berufsschriftstellerin und Feministin galt.

Vom selben Komponisten erklang, an der Ratzmann-Orgel gespielt von Susanne Rohn, der künstlerischen Leiterin des Orgelfestivals Fugato, Voluntary in D for Double Organ. Und gleich im Anschluss, das Orchester hatte Pause und damit Zeit, die Orgel zu genießen, kamen aus dem Fitzwilliam Virginal Book aus dem frühen 17. Jahrhundert drei in ihrer Art sehr unterschiedliche Tänze. Rohn hatte damit einmal mehr die besondere Orgel gekonnt und mit der ihr eigenen Spielfreude in all ihren Möglichkeiten dargestellt. Eines der bekanntesten Werke von Benjamin Britten (1913-1976) ist die Simple Symphony. Obwohl ursprünglich für Schulorchester komponiert, ist sie nicht ganz so einfach zu spielen. Jedenfalls nicht, wenn man das Werk so schwungvoll angeht, wie Keitel das mit seinen jungen Musikern tat. Bravourös bewältigten sie die ungestüme Bourrée, die sentimentale Sarabande und das ausgesprochen ausgelassene Finale. Besonderen Spaß hatten die Zuhörer am zweiten Satz, dem spielerischen Pizzicato, mit dem die Streicher ein reines und sehr virtuoses Zupforchester darstellten.

 

Im Team mit den Profis

 

Zum Konzept von Keitels jüngstem Projekt gehört auch, dass die jugendlichen Instrumentalisten zur weiteren Förderung mit Profis zusammenarbeiten und mit diesen, jeweils am ersten Pult der jeweiligen Stimme, auch im Konzert zusammenspielen. Dies hat eine mitreißende Wirkung. Es war zu sehen, mit welcher Freude neben der großen Konzentration musiziert wurde. Nicht anders war das bei der beliebten Streicherserenade e-Moll op. 20 von Edward Elgar (1857-1934) und vor allem bei der Filmmusik aus Local Hero, die von Christopher Brandt für das Orchester arrangiert war und für die er auch den solistischen Part der Gitarre übernahm.

Wie am Anfang, so stand auch am Ende des Programms eine Suite, nämlich op. 29,2 von Gustav Holst (1874-1934). Furios endete das Konzert mit dem Finale, den darin enthaltenen Melodien aus der folkloristischen Fiddlemusik und, weil alle begeistert waren, wurde der Satz als Zugabe wiederholt. Die Premiere dieses Projekts kann als absolut gelungen bezeichnet werden.

(gai)
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