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Musik aus aller Herren Länder

Selbstbewusste Solisten, eine große Spannbreite beim Repertoire und viel Spaß am Auftritt: Das alles zeichnete die beiden Auftritte des Musikvereins am Wochenende aus.
Dirigent Jörg Senger und Flügelhornist Christian Kraft beim Konzert des Musikvereins in der Stadthalle.	Foto: ys Dirigent Jörg Senger und Flügelhornist Christian Kraft beim Konzert des Musikvereins in der Stadthalle. Foto: ys
Kronberg. 

Ob mit Sakko und Taktstock oder mit Lederjacke, Glam-Rock-Frisur und Gummi-Gitarre: Dirigent Jörg Senger gibt in jedem Outfit eine bühnenreife Figur ab. Beim jüngsten Adventskonzert des Kronberger Musikvereins steuerte der musikalische Leiter das rund 20-köpfige Jugendorchester des Vereins durch die Rock-Suites von „Coldplay“ und „Deep Purple“, und schüttelte seine Langhaarperücke dazu mit beeindruckender Souveränität im Takt der Pauken. Das Publikum johlte, und Senger grinste bis über beide Ohren.

Beide Konzerte des Vereins am vergangenen Wochenende in der Kronberger Stadthalle waren nahezu ausverkauft, und die Mitglieder des Musikvereins zeigten sich bestens eingespielt. Ob nun Volks-Rock’n’Roll von Andreas Gabalier, ein Medley aus dem Erfolgsmusical „Tanz der Vampire“, irische Folklore oder Big-Band-Kompositionen: Souverän und kraftvoll präsentierten die Musiker ihre ausgewählten Stücke und begeisterten das Publikum mit ihrer Spielfreude.

Solo am Flügelhorn

Zum frühen Highlight des Konzerts geriet der Soloauftritt von Flügelhorn-Spieler Christian Kraft. Der junge Musiker spielt zwar erst seit rund einem Jahr auf dem anspruchsvollen Instrument, dennoch zögerte er nicht, den Film-Song „Gabriella’s Song“ den rund 300 Konzertbesuchern vorzustellen. Das Schlagzeug und die Bläser groovten bedächtig und bereiteten ihrem Solisten einen wunderbaren Soundteppich. Mühelos spielte sich Kraft durch die Partitur und ließ sich nach dem komplexen Musikstück von Dirigent Senger und seinen Vereinskollegen umarmen. Auch die anschließende Balkan-Rhapsodie „Paidushko“, temporeich und dynamisch vorgetragen, begeisterte das Publikum.

Erstmals hatte der Musikverein für sein Konzert ein multimediales Begleitprogramm konzipiert, welches während der Darbietung der Musikstücke mit einem Beamer an die Hallenwand geworfen wurde. Die Zuschauer konnten so etwa Porträtfotos der Komponisten bewundern, Liedtexte verfolgen und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen sehen.

Witz und Wissen

Auch in diesem Jahr führte Angelika Hartmann mit viel Witz und Wissen durch das Programm, und sie versprach den Besuchern zu Beginn des Konzerts nicht zu viel: „Wir werden heute einen Streifzug durch die Musik aus unterschiedlichen Ländern und Genres unternehmen.“ Tatsächlich hatten Senger und das Orchester Kompositionen aus zahlreichen Ländern einstudiert. Lieder aus Italien und der Slowakei, aus Schweden und aus Ungarn, aus Großbritannien und den USA wurden da in dichter Folge auf die Bühne gebracht. Selbst Popsongs von Barry Gibb, Sänger und Kopf der populären australischen Disco-Band „Bee Gees“, reihten sich in den stimmungsvollen Genre-Mix problemlos ein. Beim mitreißenden Volkslied „Amoi seg ma uns wieder“ brillierte Karsten Schmidt als Sänger, bei der Gustav-Mahler-Komposition „Urlicht“ der Multiinstrumentalist Wolfgang Schmitt-Gauer.

Einen umjubelten Auftritt lieferte auch das Jugendorchester des Vereins ab. Die jungen Musiker waren mit quietschgrünen T-Shirts auf die Bühne gestürmt und präsentierten einen flotten Querschnitt zeitgenössischer Popmusik.

War das junge Orchester wegen Schulstress und Studienbeginn im Laufe des Jahres um einige Mitglieder geschrumpft, so zeigten sich die verbliebenen Instrumentalisten in bester Spiellaune. Der Sound war druckvoll, die Melodien waren präzise. Das kurzweilige Zwischenspiel des Jugendorchesters bewies, dass sich Kronberg keine Sorgen um seinen musikalischen Nachwuchs machen muss. Der Verein hält viele junge Talente in seinen Reihen, und Musik-Chef Senger weiß offensichtlich, sie zu fördern.

(cp)
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