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Musikalische Weltreise

Lieder aus Afrika und Amerika präsentierte der Chor Ephata in der evangelisch-methodistischen Kirche. Das Publikum durfte sogar mitmachen.
Der Chor Ephata machte in der evangelisch-methodistischen Kirche mächtig Stimmung.	Foto: Yvonne Späne Der Chor Ephata machte in der evangelisch-methodistischen Kirche mächtig Stimmung. Foto: Yvonne Späne
Friedrichsdorf. 

Dirigent Benedikt Baum begrüßte die Gäste mit launigen Worten: „Willkommen an Bord der MS Ephata. Wir befinden uns noch in trauten Gewässern, doch hier ist schon alles klar zum Auslaufen. Skipper und Maschinist sind bereit, Funker ist auf seinem Platz, die Mannschaft ist mit allen Wassern gewaschen und garantiert stocknüchtern. Jetzt ist auch die Vorortkapelle vollzählig anwesend, also Leinen los für eine Expedition zur Erforschung des Klanges.“ Mit seinem Konzertprogramm „In allem klingt Gott“ bewies der gemischte Chor Ephata der evangelisch-methodistischen Gemeinde einmal mehr, wie groß seine Fangemeinde ist. Der Kirchsaal war proppevoll, wer zu spät kam, musste stehen. Vom ersten Ton an war die Stimmung fantastisch.

Der Chor, begleitet von Michael Braaz am Klavier, begann mit der traditionellen arabischen Musik „Yarabba Ssalami – Du Gott des Friedens, gieß deinen Frieden auf uns“. Es folgten die Vertrauenslieder „Gott deine Liebe reicht weit“, „Solange wir von dir Geschichten erzählen“ und „Jesu meine Freude“. Die bekannte Antifon „Ubi caritas et amor“ folgte in der Fassung „Wo Güte und Liebe herrschen“, nach einem anonymen Text aus dem 10. Jahrhundert entstanden, in der musikalischen Bearbeitung von Audrey Snyder. Durch Vertonungen aus Taizé-Gebeten ist Ubi caritas auch jenseits der liturgischen Verwendung populär geworden, und zwar ganz besonders durch den walisischen Komponisten Paul Mealor. Er hatte einen Chorsatz als Auftragskomposition für die Trauung des britischen Prinzen William mit Kate Middleton am 29. April 2011 geschrieben.

Die MS Ephata steuerte dann musikalisch Südamerika an. Und Leonie Minor (13) bot moderne Flötensoli an: Sprechen und Flöte spielen gleichzeitig mit zwei Flöten an den Lippen. Tatsächlich eine Erforschung neuer Klänge, das Publikum war begeistert. Der Chor Ephata Junior kam an Bord und stellte acht amerikanische Gäste dar, die als „American folk rock group“ für neuen Sound sorgten mit „Helplessly Hoping“ und „Down to the river to pray“. Der musikalische Dampfer fuhr dann an der Küste Südafrikas entlang, der Dirigent rief das Publikum zur Unterstützung auf.

Echte Urwaldgeräusche

„Wir brauchen echte Urwaldgeräusche“ gab er vor und teilte die Zuschauergruppen auf nach Vogelgezwitscher, Schlangenzischen, Affenfamilie auf der Empore und Elefanten in der letzten Reihe. Das war der richtige Hintergrund für die Hymne Afrikas „Nkosi Sikelel i Africa – Herr segne Afrika“ sowie das Erntedanklied „Balia di Sehú“.

Spielerisch leicht waren Flötenmelodien erklungen, fröhliche Rhythmen, Stimmengewirr, Geflüster und verschiedene Geräusche hatten sich vermischt. Dann wurde es wild und ekstatisch, Percussion war angesagt. Auf allem, was da herumstand und lag, wurde heftig getrommelt und geschlagen: Ein Abflussrohr, ein Schlitten, Flaschen, Töpfe und sogar eine Bettpfanne wurden zu Musikinstrumenten. Die afrikanische Djembe fehlte auch nicht. Musik: Florian Baum.

Dann wurde es wieder ruhiger auf dem Schiff, die MS Ephata lief in Friedrichsdorf ein. 54 Sängerinnen und Sänger nahmen Abschied mit den Liedern „Ich glaube“ und „Die Liebe hört nicht auf“, Texte: Susanne Brandt. Ganz unterschiedliche Töne hatte der Chor zu Gehör gebracht, durch ein Meer von Klängen war er geschippert und erhielt dafür den wohlverdienten Applaus. Die Kollekte war für die Weihnachtsaktion der Weltmission der evangelisch-methodistischen Kirche in Sierra Leone und für die Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde bestimmt.

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