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Türkisch-Islamische Gemeinde Bad Homburg: Muslima helfen Flüchtlingsfrauen

Von In den hessischen Moscheen kümmern sich Frauen besonders um muslimische Flüchtlingsfrauen. Drei Muslima berichten über ihre Arbeit in der Türkisch-Islamischen Gemeinde Bad Homburg.
Zu einer fröhlichen Feier gehört gutes Essen. Auch daran mangelte es nicht, wie Fatma Sahin, Emine Dik, Gönül Keskin und Arzu Bulut (von links) zeigen. Bilder > Zu einer fröhlichen Feier gehört gutes Essen. Auch daran mangelte es nicht, wie Fatma Sahin, Emine Dik, Gönül Keskin und Arzu Bulut (von links) zeigen.
Bad Homburg. 

Die Flüchtlingswellen aus den Krisen- und Kriegsregionen der Welt sind für die Aufnahmeländer eine große Herausforderung, die sich nur durch das Engagement aller gesellschaftlichen Kräfte bewältigen lässt. Zu diesen gehören hierzulande die Religionsgemeinschaften und dazu wiederum auch die muslimischen Gemeinden. Ihr Engagement ist deshalb so wertvoll, weil die Flüchtlinge in der Überzahl aus islamischen Ländern kommen. Von großem Vorteil sind neben der gemeinsamen Religion auch die Kommunikationsmöglichkeiten über verwandte Sprachen.

In den Moscheen sind vor allem Frauen in der Flüchtlingsarbeit engagiert. In der Türkisch-Islamischen Gemeinde Bad Homburg (Ditib) ist Hülya Hasankahyaoglu für die Flüchtlingsarbeit zuständig. Sie hatte zusammen mit der Stadt und deren Ausländerbeirat zu einer Frauenfeier mit Musik und Informationen über die Arbeit der Frauen in den Moscheen eingeladen.

Wie schwer es ist, in einem fremden Land Fuß zu fassen, hat Hasankahyaoglu selbst erlebt. Im Alter von fünf Jahren ist sie nach Deutschland gekommen und musste sich von da an durchsetzen. Einen Kindergarten habe sie hier nicht besucht, weshalb sie ohne Deutschkenntnisse in die Schule kam. „Ich konnte erst einmal gar nichts verstehen, nur in Mathematik konnte ich mithalten“, sagte Hasankahyaoglu. „Nachhilfe gab es so gut wie keine, ich habe mich um alles selbst kümmern müssen“. Sie hat noch Brüder und zwei Schwestern, eine ältere und eine jüngere: „Meine jüngere Schwester wurde hier geboren, aber gerade die ist in die Türkei zurückgegangen, wo sie als Architektin in einem Bauamt arbeitet.“

Hülya Hasankahyaoglu arbeitet als Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft ebenfalls im öffentlichen Dienst. „Ich habe vorher schon viel mit Frauen in der Moschee gearbeitet, dann hat man mir die Flüchtlingsarbeit angetragen. Ich habe gar nicht gewusst, was auf mich zukommt, aber sofort ja gesagt, weil ich gerne helfe“, sagt die westlich-modisch gekleidete Frau mit unverdeckten langen Haaren.

Deutsch in Schrift und Sprache zu vermitteln ist Ziel des Projektes „ABCami“, das die Moscheen als Lernort nutzt. In der Bad Homburger Ulu-Camii-Gemeinde engagiert sich in diesem Sinne die in Bad Homburg geborene Merve Duman. Die 21-Jährige studiert in Gießen Lehramt mit den Fächern Deutsch und Ethik und ist inzwischen im fünften Semester. ABCami ist ein von der Bundesregierung unterstütztes Alphabetisierungsprogramm. Duman gibt ehrenamtlich zweimal in der Woche Deutschunterricht für türkische Emigranten: „Etwas Mathematik ist auch dabei“, sagte die junge Frau, die ihr Haar ebenfalls unverdeckt zeigt.

Förderung durch Bund

Mit einem Kopftuch dagegen hat Leyla Akpinar ihr Haar komplett verdeckt, und sie trägt dazu ein muslimisches Gewand. Auch sie ist in der Flüchtlingsarbeit engagiert, wo sie ein Partnerschaftsprojekt des Ditib Landesverbandes Hessen koordiniert, das ebenfalls von der Bundesregierung gefördert wird. Auch in Bad Homburg ist die 23-Jährige, die in Frankfurt Erziehungswissenschaften und Islamische Theologie studiert, aktiv und erfolgreich. Zur jetzigen Frauenveranstaltung hat sie über 20 Partnerschaften zwischen Frauen der türkischen Gemeinde und Flüchtlingsfrauen vermitteln können.

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