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Bürgermeisterwahl: Nadja Majchrzak ist ambitioniert und kompromissbereit

Von Nach vielen Stationen ist Nadja Majchrzak in Königstein heimisch geworden. Aufgewachsen ist sie in Berlin, doch von dort vermisst sie nur die Seen und die Spree.
Bürgermeisterkandidatin Nadja Majchrzak (ALK) will, dass sich die Menschen zusammensetzen und miteinander reden. Bürgermeisterkandidatin Nadja Majchrzak (ALK) will, dass sich die Menschen zusammensetzen und miteinander reden.
Königstein. 

Der Aufstieg ist schmal und steinig – ja, vielleicht auch der zum Bürgermeisteramt. Doch hier ist die Rede von den Stufen bis zur Eingangstür im Hainerbergweg. An der Tür wartet Nadja Majchrzak. Sie ist mit 48 Jahren die Jüngste im Kreise derer, die sich um das Amt des Bürgermeisters bewerben. Da die Altersspanne nur bei fünf Jahren liegt, dürfte diese Zahl keine allzu große Rolle spielen. Schon eher die 35,5 Prozent, die die ALK bei der Kommunalwahl im August erzielt hat. „Als Bürgermeister darf man eine solche Fraktion nicht außen vor lassen“, sagt sie.

Dieser Vorwurf richtet sich – wie sollte es anders sein – an den Amtsinhaber Leonhard Helm, der sich wieder zur Wahl stellt. Ihre Art, ihr Stil sei ein ganz anderer: „Ich will, dass sich die Leute an einen Tisch setzen, ich will sie zusammen-, nicht auseinanderbringen.“

Offen für gute Argumente

Als harmoniesüchtig möchte sie das nicht ausgelegt bekommen. „Ich habe auch schon Haushaltsreden gehalten. Natürlich verfolge ich meine Ziele, aber ich bin guten Argumenten gegenüber nicht verschlossen.“

Seit zwölf Jahren engagiert sich Nadja Majchrzak in der Königsteiner Politik. („Mich kennen die Leute, auch wenn nicht alle wissen, wie sich mein Name schreibt.“) Bertold Malter sprach sie an und warb sie für die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein. Aufmerksam war man in der ALK auf sie geworden, weil sie nach der Sperrung aller Spielplätze wegen Sicherheitsmängel einen Leserbrief geschrieben und Unterschriften gesammelt hatte. Zudem war sie viele Jahre lang Elternbeirätin in Kindergarten und Schule.

„Wenn mich irgendetwas stört, reicht es mir nicht zu meckern. Ich muss handeln und will eine Lösung finden“, sagt die dreifache Mutter. Irgendwann habe sie dann an einer offenen Fraktionssitzung der ALK teilgenommen. Die empfand sie als „sehr sympathisch“ und als „nah am Bürger dran“ und als „einen gemischten Haufen“.

Berlin, Marokko, Taunus

Das liegt ihr sehr. Das hat möglicherweise etwas damit zu tun, dass sie ihre (Erwerbs-) Biografie auf verschlungenen Wegen zu ihren heutigen Arbeitsplatz, einer Kindertagesstätte in Kelkheim-Fischbach, geführt hat.

Majchrzak wurde 1969 in Stuttgart geboren, ging mit ihren Eltern für anderthalb Jahre nach Teheran, dann zog die Familie (die Mutter stammt aus Ägypten) nach Berlin, wo sie aufwuchs. Sie ließ sich als Wirtschaftskorrespondentin (Englisch, Französisch) ausbilden – inklusive Praktikum in Paris., und begann anschließend ein Studium der Psychologie.

Als Studentin kellnerte sie in einem Café, wo sie auch den Schauspieler und Sänger Johannes Heesters bediente. Ihren Mann lernte sie bei einem Besuch in einer Berliner Discothek kennen. 1993 heirateten sie. Bevor Nadja Majchrzak in Frankfurt das Psychologiestudium fortsetzte, arbeite sie ein Jahr in Marokko. Während des Hauptstudiums arbeitete sie in der Personalabteilung einer Bank. Für ihre Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Thema „Feindseligkeit“. Wegen der Schwangerschaften schloss sie die Diplomarbeit nicht ab. Als Quereinsteigerin ließ sie sich dann zur Erzieherin ausbilden. „Ich mache viele Projekte bei meiner Arbeit – sowohl mit stillen als auch mit auffälligen Kindern.“

Auf dem Weg zur Arbeit hört Majdchrzak im Auto Nachrichten. Auf dem Rückweg lässt sie das Radio aus – da bevorzugt sie Ruhe. Zu Hause indes hört sie auch mal laut Musik – sie ist ein großer Fan von Kate Bush, bleibt aber in der Familie mit dieser Vorliebe alleine.

Drei Jahre lang lebte Nadja Majchrzak in Liederbach („Ich kann überall etwas Schönes entdecken“). Vor 20 Jahren kam die 48-Jährige in die Kurstadt. „Man kommt wegen der Landschaft und bleibt wegen der Menschen“, sagt sie. „Ich schätze die Natur, die Nähe zu Frankfurt und den Kleinstadtcharakter“, präzisiert sie. Das Einzige, was sie an Berlin vermisse, sei das viele Wasser. Vor ein paar Jahren zogen dann auch ihre Eltern von Berlin nach Königstein.

Das Schwimmen und das Joggen gehört zu ihren Freizeitbeschäftigungen. Und auch auf dem Fußballplatz ist sie häufig anzutreffen. Da allerdings, um ihre drei Söhne anzufeuern. Der Größte, Luis, besucht das Sportinternat des 1. FC Kaiserslautern und spielt in der U 19 Junioren-Bundesliga.

Bei der Politik gibt sie sich nicht mit der Zuschauerrolle zufrieden. Seit einem Jahr ist sie Fraktionsvorsitzende der ALK. Sollte ihre nächste berufliche Station das Rathaus sein, will sie einen neuen Politikstil, verbesserten Informationsfluss und mehr Transparenz. Bei der Innenstadtgestaltung will sie ein Gesamtkonzept und keine punktuellen Maßnahmen mehr.

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