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Kriminalromane , die mit den Besonderheiten einer Region spielen, begeistern die Leser: Nervenkitzel vor unserer Haustür

Von Im wahren Leben ist man froh, wenn vor der Haustür alles friedlich ist. Bei der Wahl der Freizeitlektüre kann es gar nicht genug Mord und Totschlag geben – die gerne auch in bekanntem Terrain spielen dürfen.
Sichtbar stolz präsentiert Uwe K. Alexi seine drei Krimis, deren Hauptcharakter der in Bad Homburg lebende Journalist Armin Anders ist. Heute Abend findet die Premierenlesung von „Blut & Rache“ in Rita Maruccis „Espressobar Ernesto“ statt. Foto: Yvonne Späne Sichtbar stolz präsentiert Uwe K. Alexi seine drei Krimis, deren Hauptcharakter der in Bad Homburg lebende Journalist Armin Anders ist. Heute Abend findet die Premierenlesung von „Blut & Rache“ in Rita Maruccis „Espressobar Ernesto“ statt.
Hochtaunus. 

Sogenannte Regionalkrimis, deren Handlung mit viel Lokalkolorit versetzt sind, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In den Buchhandlungen sind den Heimatkrimis schon eigene Regalmeter reserviert, und so ist es kein Wunder, dass vom Allgäu (Kommissar Kluftinger/verfilmt mit Herbert Knaup) über Eifel-Krimis (Reporter Siggi Baumeister/Uwe Bohm) bis hoch zu Frieslandkrimis (Kommissare Jens Jensen und Süher Özllügül/Florian Lukas und Sophie Dal) so gut wie jede deutsche Region mit heimatlichen Verbrechergeschichten aufwarten kann.

Der Taunus steht dank Nele Neuhaus ganz vorn auf der Rangliste der Verkaufs- und Zuschauerzahlen. Derzeit dreht das ZDF „Im Wald“, den achten „Taunus-Krimi“ mit Felicitas Woll und Tim Bergmann (siehe auch Seite 18). Dabei sind das längst nicht die einzigen Verbrechergeschichten, die sich hier abspielen.

Was fasziniert Leser und Zuschauer so sehr an diesen heimatlich-geprägten Kriminalgeschichten? Ist es nicht egal, ob der Kommissar über die Saalburg oder durch die Rhön fährt, Sauergespritzten oder Kölsch trinkt? Neben dem Plot sind es regionale Eigenheiten wie Dialekte, Schrulligkeiten der Charaktere, lokale Rezepte und spezielle „Wiedererkennungsplätze“ und Wegstrecken einer Region, die für treue Leserschaft und Zuschauer sorgen.

Besonderheiten der Region

Dabei haben diese Krimis bei weitem nicht nur ihre einheimischen Fans. Sofern die Geschichte stimmig und spannend ist, begeistern sich auch Fremde durchaus für die Besonderheiten einer Region. Und so hat der zwar stets grantelnde aber irgendwie doch sympathische Kommissar Kluftinger mit seinem fast unverständlichen Allgäuer Dialekt und den behäbigen Ermittlungsmethoden bundesweit eine große Fangemeinde. Und so dürften in diesen Wochen wieder unzählige Regionalkrimis in Buchform, als Hörbuch oder auf E-Books mit auf Reisen gehen. Es soll sogar Menschen geben, die in den Ferien auf den Spuren „ihrer“ Kommissare unterwegs sind.

Die drei Homburg-Krimis des ...

Regionalkrimis, die in und um Bad Homburg spielen, schreibt auch Uwe K. Alexi. Nach „Niemand wird dich vermissen“ (2014) und „Opfer &Täter“ (2015) hat er vor wenigen Tagen sein drittes Buch veröffentlicht.

clearing

Zurück in den Taunus: Dass Nele Neuhaus einmal Deutschlands meistgelesene Krimiautorin wird, lag alles andere als auf der Hand. Obwohl das Schreiben seit frühester Kindheit die große Leidenschaft der gerade 50 Jahre alt gewordenen Autorin war, dauerte es bis 2005, bis sie sich traute, ihr erstes Buch („Unter Haien“) in einer Auflage von 500 Stück auf eigene Rechnung drucken zu lassen.

Die erste Buchhandlung, die seinerzeit ihr Werk in Kommission nahm, war „Viola’s Bücherwurm“ in Kelkheim. Eine weise Entscheidung, die sich für die private Buchhandlung ausgezahlt hat, denn die gefeierte Autorin ist dem „Bücherwurm“ treu geblieben und hält dort bis heute Lesungen ab. Dass die „Taunus-Krimi“-Ermittler Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ohne hessischen Dialekt auskommen, ist für einen Regionalkrimi eher die Ausnahme. Dafür sorgen der Opelzoo, das Feldbergplateau, die Homburger Altstadt, die Eschbacher Klippen und weitere prominente Locations für den Taunus-Wiedererkennungswert und sind auch für den Tourismus nicht ohne Bedeutung.

Tingeln ist angesagt

Für unbekannte Autoren ist es die größte Hürde, einen Verlag zu finden. Das ging seinerzeit Joanne K. Rowling („Harry Potter“) nicht anders als Nele Neuhaus. Mit „Book-on-demand“ (Bücher, die erst nach Bestellung hergestellt werden) oder der Veröffentlichung im Selbstverlag haben Nachwuchsautoren eine gute Möglichkeit, ihre Werke herauszubringen. Allerdings müssen sie sich auch ums Lektorat und die Vermarktung kümmern. Dann ist tingeln angesagt: Lesungen in kleinen Buchhandlungen, regionale Büchermessen, Internet-Präsenz. Es geht darum, sich eine kleine Leserschaft aufzubauen und diese als Multiplikator zu nutzen. Ein hartes Brot, und kaum ein Autor kann von seiner Schreiberei leben. Nichtsdestotrotz fühlen sich dank dieser digitalen Möglichkeiten immer mehr Menschen ermutigt, ihre Geschichten zu veröffentlichen, und es ist sicherlich ein erhebendes Gefühl, sein eigenes Buch in Händen zu halten.

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