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Stoltze-Burleske „Meister – Heister“: Neuauflage erwünscht

Von „Wenn Ihr net zu uns komme könnt, komme mir ebe zu Euch“, sagte der künstlerische Leiter des Volkstheaters Hessen, Steffen Wilhelm, zur Eröffnung des Theaterabends in der Taunushalle, denn die Gruppe hat keine eigene Bühne. Mit „Meister – Heister“ von Adolf Stoltze traten sie das erste Mal in Oberstedten auf – aber vielleicht nicht das letzte Mal.
Was für ein Durcheinander: Moritz Heister (Johannes Schedl) sitzt in Frauenkleidern auf dem Schoß von Onkel Jeremias Pennerich (Andreas Walther-Schroth). Was für ein Durcheinander: Moritz Heister (Johannes Schedl) sitzt in Frauenkleidern auf dem Schoß von Onkel Jeremias Pennerich (Andreas Walther-Schroth).
Oberstedten. 

Die Hessen sind schlau. Und sie halten zusammen, gerade in schwierigen Zeiten. Beleg dafür sind die Bemühungen, einen neuen Pächter für die Gastronomie in der Taunushalle zu finden und die Halle vermehrt für Veranstaltungen zu nutzen. Die Aufführung des Stücks „Meister – Heister“ von Adolf Stoltze gab am Freitagabend schon mal einen Vorgeschmack. Denn auch die Macher und Schauspieler des Volkstheaters Hessen, die sich nach Schließung der Volksbühne in Frankfurt zusammengetan haben, um auch ohne feste Spielstätte weiter hessisches Mundart-Theater zu präsentieren, wollen ihre Existenz auf wirtschaftlich sicherere Beine stellen und bestimmte Standorte regelmäßig ansteuern.

So fügte es sich, dass die Oberstedter mit ihrer Halle und die Leute vom Volkstheater mit ihrer Adolf-Stoltze-Burleske gemeinsame Sache machten. Zuschauer und Regisseur Steffen Wilhelm waren begeistert. „Wir haben etwa 120 Karten für heute Abend verkauft“, sagte der künstlerische Leiter und Geschäftsführer des Theaters. „Die Taunushalle gefällt uns super als Veranstaltungsort. Wir hoffen wiederzukommen.“

Die Zukunft der Halle und ihrer Gastronomie ist allerdings noch nicht final geklärt. Udo Keidel-George, Geschäftsführer des Kultur- und Sportfördervereins Oberursel (KSfO), sagte auf TZ-Anfrage: „Es gibt allerdings einen aussichtsreichen Kandidaten als Pächter, die Gespräche mit dem Gastronomen aus der Region laufen bereits.“ Eine feste Belegung für die Taunushalle gebe es noch nicht, der Wirtschaftsplan werde im Dezember erstellt, dann wisse man, welche Partner und welches Geld zur Verfügung stünden, fügt der KSfO-Chef hinzu.

Herrlicher Dialekt

Zurück zum Stück: Schon durch die Kulisse von Bühnenmaler Edwin Gut auf dem Podium der Taunushalle taucht der Zuschauer sofort ins alte Frankfurt um die Braubachstraße ein. Den Rest übernimmt der herrliche heimische Dialekt, der durchweg gesprochen wird. „Hering kann mer net in de Kaffee dunke“, sagt etwa Zimmervermieterin Frau Pinschel (Silvia Tietz) zu ihrem Mieter Max Meister (Tim Grothe), einem Studenten, der ständig pleite ist, am Morgen nach einem Maskenball. Natürlich hat der junge Mann dort ordentlich „Ebbelwei getankt“ und würde deshalb einen sauren Hering einem Butterbrötchen vorziehen.

Meister hat außerdem seine Verkleidung für den gestrigen Abend gegen seine Alltagskluft beim Kostümverleih getauscht und sitzt nun ohne Geld, ohne Anzug, dafür mit Kopfweh sowie in langer Unterhose in seinem Bett. Zu allem Überfluss will auch die Wäscherin (Sabine Isabel Roller) noch den Lohn für mehrfach gereinigte und gebügelte Kleidung von ihm.

Kommilitone Moritz Heister (Johannes Schedl) leiht ihm Hemd, Jacke und Hose, damit Max losgehen und Bares auftreiben kann. Er ist nämlich außerdem noch mit seiner Liebsten Lotte Kletterrose (Iris Reinhardt Hassenzahl) in der Goethestraße verabredet, und sein Mäzen Onkel Jeremias Pennerich (Andreas Walther-Schroth) wartet auf den Studenten in Bockenheim. Als dem nun in Unterhosen wartenden Heister die Zeit zu lang wird, entdeckt dieser Korsett und Seidenrock von Frau Pinschel im Schrank . . .

Jetzt sind alle Zutaten für ein turbulent humorvolles Verwirrspiel gegeben, und die erfahrenen Schauspieler lassen die Posse immer mehr Fahrt aufnehmen. Was dem Ganzen zusätzlichen Pep verleiht, sind die von Wilhelm entwickelten Gesangseinlagen wie etwa „Mir stamme all vom Goethe ab, mir Frankfurter sin Dichter . . .“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“, als sich die Studentenkumpels umarmen. Einfallsreich auch die Idee von Wilhelm, mal zwei Möglichkeiten einer Szene – „Des hätt ich ema sage solle“ – anzubieten.

„Das war ein richtig schmissiges Stück“, sagte Marion Knoell aus Oberstedten. „Ich würde mich freuen, wenn öfters Veranstaltungen dieser Art in der Taunushalle zu sehen wären.“

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