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Waldkindergarten: Neue Fledermaus ist gelandet

Von Happy End für eine traurige Geschichte: Dank eines besonderen Engagements hat der Waldkindergarten wieder ein Maskottchen, eine Fledermausskulptur aus Holz. Die erste Figur, die seit 2010 am Treffpunkt im Wald auf einem Podest stand, war vor zwei Jahren gestohlen worden.
Steffen Wilhelmi (links) und Markus Röder schenkten dem Waldkindergarten die neue Fledermaus. Steffen Wilhelmi (links) und Markus Röder schenkten dem Waldkindergarten die neue Fledermaus.
Friedrichsdorf. 

Die dreijährige Finja hatte die große Ehre: Gemeinsam mit ihrer Freundin, die ebenfalls Finja (5) heißt, durfte sie die Fledermaus enthüllen. „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Fledermaus wieder haben, auch wenn es eine andere ist. Aber sie ist wunderschön, wie sie da mit ihren ausgebreiteten Flügeln steht“, sagt Karin Dinter. Die Biologin arbeitet seit vielen Jahren im Friedrichsdorfer Waldkindergarten „Die Fledermäuse“ als Erzieherin.

Gestaltet und gespendet hat die neue Fledermaus der Bad Homburger Holzkünstler Markus Röder. „Ich bin Schreiner und mache seit drei Jahren nebenher Holzskulpturen“, berichtet der 39-Jährige. Auch er freut sich, dass er dem Waldkindergarten mit seinem Kunstwerk ein ganz besonderes Geschenk machen kann.

Kinder geschockt

Karin Dinter weiß noch, wie geschockt die Kinder, Erzieherinnen und Eltern gewesen sind, als sie vor zwei Jahren an einem Morgen im Oktober zum Treffpunkt im Wald an der Landvolk-Hochschule im Lochmühlenweg kamen und die hölzerne Fledermaus verschwunden war. „Wir waren schockiert. Denn die Fledermaus muss jemand mit Gewalt herausgebrochen haben – Vandalismus pur“, sagt sie. Denn sie habe auf einem Podest gestanden, auf dem sie fest verschraubt war. „Wir haben damals die Polizei eingeschaltet und auch einen Aufruf an die Öffentlichkeit gerichtet – alles ohne Erfolg“, erinnert sich Dinter. Vor allem die Kinder habe dieser Diebstahl noch mehrere Wochen und sogar Monate beschäftigt. Wir alle haben uns gefragt, wie man so etwas machen kann“, erinnert sich Karin Dinter. „Wir haben damals tagelang die ganze Umgebung im Wald abgesucht, in der Hoffnung, dass wir die Fledermaus finden. Doch sie ist bis heute verschwunden.“

Was die Kinder, Erzieherinnen und Eltern des Waldkindergartens zudem traurig macht: „Die Fledermaus hatte uns 2010 eine Gruppe Kinder zu ihrem Abschied vom Waldkindergarten geschenkt“, erzählt Anna Anlauft, eine Mutter, die im Vorstand des Waldkindergartens engagiert ist. „Acht Fledermäuse werden flügge“ steht auf dem Schild, das auf einem Stück Holz montiert ist. „Dieses Stück Holz mit dem Schild ist alles, was von der alten Skulptur übrig geblieben ist“, so Anlauft.

Wilhelmis Idee

„Die Fledermaus, die gegenüber unserer sogenannten Wartebank stand, an der die Erzieherinnen jeden Morgen die Kinder abholen, war unser Maskottchen. Sie hat die Kinder jeden Morgen begrüßt“, meint Anlauft.

Umso größer war jetzt die Freude bei allen, dass es dank einer gemeinsamen Aktion des ehemaligen Friedrichsdorfer Revierförsters Steffen Wilhelmi, der 2015 den Diebstahl der Fledermaus mitbekommen hat, zu einer Lösung kam. Gemeinsam mit dem Bad Homburger Schreiner Markus Röder hatte er die Idee, dem Waldkindergarten eine neue Fledermaus zu schenken. „Wir haben uns zufällig kennengelernt, als ich Holz für meine Skulpturen benötigt habe“, berichtet Röder.

Steffen Wilhelmi konnte Röder sofort für die Idee gewinnen. Den Eichenholzstamm für die neue Fledermaus hat Wilhelmi zur Verfügung gestellt: „Das Holz stammt aus dem Friedrichsdorfer Wald.“ Gut fünf Stunden, berichtet Markus Röder, hat er an der Fledermaus gearbeitet. „Wenn ich Tierskulpturen anfertige, dienen mir Schleich-Figuren als Vorlage. Da werfe ich zwischendurch immer mal wieder einen Blick drauf – zur Kontrolle. So habe ich auch die Details vor Augen“, berichtet er. „Schwierig war bei der Fledermaus die Gestaltung des Gesichts. Vor allem das Maul – das ist alles sehr klein“, meint Röder.

Wenn man wie er mit der Motorsäge arbeitet, müsse man sich an das Motiv mit Vorsicht herantasten. „Man darf nicht zu viel absägen. Denn was einmal weg ist, ist weg“, beschreibt er die Herausforderung. Per Schleifscheibe verpasste er seiner Fledermausskulptur, die er mit ausgebreiteten Flügeln gestaltet hat, den Feinschliff. Um der rund 90 Zentimeter großen Skulptur Konturen zu geben, hat Röder das Holz an manchen Stellen mit dem Bunsenbrenner geflammt. „Zum Abschluss habe ich sie mit einem speziellen Öl eingerieben, damit das frische Holz nicht einreißt“, erläutert er.

Mit 18 Zentimeter langen Schrauben hat Röder sein Geschenk an dem altbekannten Platz, dem Pfosten gegenüber der Wartebank des Waldkindergartens, verankert.

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