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Nora I. denkt über eine Doppelspitze nach

Der Stadtschlüssel befindet sich seit Samstag in den Händen von Nora I. Ihrem Charme und Gestaltungswillen hatte der Bürgermeister wenig entgegenzusetzen.
Blümchen vom Rathauschef für Gabriele Lundquist zum Jubiläum.	Fotos: jr (2) Blümchen vom Rathauschef für Gabriele Lundquist zum Jubiläum. Fotos: jr (2)
Königstein. 

Erst 18 Jahre jung, aber schon mächtig selbstbewusst: Ob Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) am Samstagnachmittag nicht doch insgeheim ein mulmiges Gefühl beschlich, als er den Schlüssel und damit die Macht über Stadt und Burg an Ihre Lieblichkeit Nora I. überreichte?

„Ich darf nun über unsere Stadt regieren“, sagte Nora I., „dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ich werde gut auf sie aufpassen.“ Kaum ein Tag im Amt, hatte sie offensichtlich schon Gefallen am Regieren gefunden. Und das, obwohl Helm ihr beim vorherigen Empfang am Rathaus noch zu verstehen gegeben hatte, dass das „gar nicht so einfach“ sei.

Bilderstrecke Ritter und holde Damen: Burgfest in Königsstein
Beim Burgfest in Königstein wurde der Schlüssel an das Burgfräulein übergeben. Damit war das Burgfest eröffnet. Hier sind die Bilder dazu. Fotos: Jochen ReichweinGabriele Lundquist,die vor 50 Jahren Burgfräulein war und Bürgermeister Leonard Helm.Burgfräulein Nora I. trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Das konnte sie aber nicht abschrecken: „Vielleicht macht es mir so viel Spaß, dass ich den Schlüssel behalte.“ Immerhin stellte sie ihm danach in Aussicht, einen Zweitschlüssel anfertigen zu lassen, um dann im nächsten Jahr gemeinsam mit ihm zu regieren.

Dabei strahlte sie mit der Sonne um die Wette, die es an diesem Tag gut mit dem Burgverein und den Zuschauern meinte. Fast zu gut, denn angesichts der hochsommerlichen Temperaturen hatten es einige Stammgäste der Schlüsselübergabe in diesem Jahr wohl vorgezogen, den Tag lieber im Schwimmbad zu verbringen. Sie verpassten die Verkündung des Burgfriedens und den Aufruf Ihrer Lieblichkeit an die Bürger, ihre Sorgen und Nöte für die Dauer des Festes zu vergessen.

Die Königsteiner Musik- und Showband begleitete den Tross anschließend zur Visite ins St. Josef-Krankenhaus, bevor es auf die Burg ging. Erstmals hatten die Verantwortlichen den Empfang und die Schlüsselübergabe auf den späten Nachmittag verlegt, um so die zeitliche Lücke bis zum Öffnen der Burgtore zu schließen.

 

Fest mit Charakter

 

Für Bürgermeister Helm ist und bleibt das Königsteiner Burgfest „unser größtes Heimatfest mit der längsten Tradition“. Ein Geheimnis des Erfolgs liegt in der unermüdlichen Arbeit des Burgvereins, der es geschickt versteht, kleinere Details zu verbessern, ohne den Charakter des Festes grundlegend zu verändern. Das hatte sich auch beim Empfang vor dem Rathaus gezeigt.

An das Burgfräulein gerichtet sagte Helm, dass man auch für viele andere Dinge im Leben geeignet sei, wenn man die Herausforderung der Regentschaft annehme. Ausdrücklich dankte er ihr für diese Bereitschaft, verbunden mit der sicheren Gewissheit, dass das Burgfest in diesem Jahr „unter einem guten Stern“ stehe.

Für die Aktiven im Burgverein und ihre zahlreichen Helfer gehe indes mit dem Wochenende ein „Jahr der Vorbereitungen zu Ende“, berichtete die Präsidentin Birgit Becker. Die Arbeit sei nicht immer einfach: „Jedes Mal haben wir mit neuen, beziehungsweise anderen Problemen zu kämpfen. Aber wir versuchen immer, Lösungen zu finden, damit das Burgfest weiter gefeiert werden kann.“ Oft werde selbst Hand angelegt, da die finanziellen Mittel nicht vorhanden seien, um Unternehmen mit den Aufgaben zu beauftragen. Die fröhlichen Gesichter der Feiernden aber seien die schönste Belohnung für all die Mühen.

Die Freude reichte über die Landesgrenzen hinaus: Unter anderem war eine 20-köpfige Delegation aus der polnischen Partnerstadt Kórnik inklusive der Weißen Dame, dem Pendant zum Burgfräulein, angereist. Der Schützenverein hatte trotz hoher Temperaturen seine Montur angelegt und freute sich gemeinsam mit Magda Matelska, der Leiterin der Abteilung Kultur und Sport im Rathaus in Kórnik: „Im nächsten Jahr feiern wir den zehnten Geburtstag der Städtepartnerschaft.“

Sage und schreibe 50 Jahre ist es her, dass Gabriele Lundquist 1964 Burgfräulein war. Ebenso wie weitere Hohe Burgfrauen mit rundem Jubiläum erhielt sie einen Blumenstrauß und viel Applaus.

(dsc)
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