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Interview mit Nora Geis: Nora ist bereit für den Sprung nach oben

Schwindelfrei und von Herzen Königsteinerin: Kommendes Burgfräulein Nora Geis bringt alles mit für das Jahr an der Spitze. Mit der TZ sprach Nora über ihre Erwartungen, ihre Vorfreude und über ihren Spaß daran, sich durch die Luft wirbeln zu lassen.
Die Königsteiner Burg im Rücken, den Beginn ihrer Amtszeit vor Augen: Nora Geis freut sich auf ihre Zeit als Burgfräulein. Die Königsteiner Burg im Rücken, den Beginn ihrer Amtszeit vor Augen: Nora Geis freut sich auf ihre Zeit als Burgfräulein.

Nora, wer das neue Königsteiner Burgfräulein wird, ist per se eines der bestgehüteten Geheimnisse der Kurstadt. Und doch hatte man in diesem Jahr den Eindruck, dass Deine Kür von besonders viel Rätselraten begleitet war. Als Dein Name dann raus war, sprachen einige von einer Riesenüberraschung. Kannst Du Dir vorstellen warum?

NORA GEIS: Ich hatte eigentlich nicht den Eindruck, dass um meinen Namen ein größeres Geheimnis gemacht worden wäre als um die Namen meiner Amtsvorgängerinnen. Das Rätseln gehört einfach dazu und macht sehr viel Spaß. Aber wenn das bei einigen doch so ankam, dass es eine Riesenüberraschung ist, dann vielleicht deshalb, weil ich die erste aus meiner Familie bin, die Burgfräulein wird.

Dabei hätten die Kenner der Szene doch seit Jahren wissen müssen, dass da am Ende des Ölmühlwegs eine kommende Lieblichkeit heranwächst. Es wird erzählt, dass Du schon vor acht Jahren öffentlich Deinen Anspruch auf den Thron angemeldet hättest. Stimmt das?

NORA (schmunzelt): Ganz so war es nicht. Ich war 2006 Teil der Kindergruppe von Annika I. Damals war ich zehn Jahre alt und begeistert, dabei sein zu dürfen. Annika war es dann, die mich am Montag beim Frühschoppen auf der Bühne vorstellte und ankündigte, dass ich auch einmal Burgfräulein werden wollte. Na ja, und sie hat damit ja auch Recht behalten.

Du hast also danach ganz konsequent auf das große Ziel hingearbeitet?

NORA (lacht): Das wäre dann doch etwas zu viel gesagt. Ich glaube, viele Königsteiner Mädchen denken sich beim Blick auf das Burgfräulein in seinem schönen Kleid: Ach, das könnte mir auch gefallen, vielleicht stehe ich da ja auch irgendwann einmal. Das war bei mir nicht anders. Wenn man dann etwas älter wird, rückt dieser Gedanke zwar etwas in den Hintergrund. Aber ich kann schon sagen, dass die Idee immer irgendwie da war. Allerdings war es dann nicht mehr das prächtige Kleid und die Krone, die den besonderen Reiz ausmachten.

Sondern?

NORA: Es ist das schöne Gefühl, eine lange Tradition fortsetzen zu können, ein Teil von ihr zu werden. und „seine“ Stadt repräsentieren zu können. Das Burgfest ist nunmal etwas ganz Besonderes für Königstein, etwas, mit dem sich Jung und Alt identifizieren können. Als mich Burgvereinspräsidentin Birgit Becker dann im Herbst vergangenen Jahres fragte, ob ich mir vorstellen könnte, das kommende Burgfräulein zu werden, musste ich dann auch nicht lange überlegen und habe „Ja“ gesagt.

Wie hat Dein Umfeld, wie haben Deine Freunde auf die anstehende Krönung reagiert?

NORA: Gerade die Freunde, die nicht aus Königstein kommen, waren doch etwa überrascht. Einige haben sicher auch geschmunzelt. Aber alle haben sich mit mir gefreut.

Und die Familie?

NORA: Da war es ähnlich. Allerdings waren meine Eltern und mein Bruder ja vorbereitet (lacht). Wir hatten in den vergangenen Jahren immer mal wieder zu Hause im Spaß darüber spekuliert, wie es denn wäre, wenn ich Burgfräulein würde. Jetzt ist es soweit. Es ist schade, dass es meine Oma väterlicherseits nicht mehr erlebt. Sie war eine begeisterte Königsteinerin, hat das Burgfest geliebt und wäre sicher sehr stolz gewesen.

Vom kommenden Freitag an wohnen zwei der ranghöchsten Königsteiner im Ölmühlweg unter einem Dach: Stadtverordnetenvorsteher Robert Rohr und seine Tochter Burgfräulein Nora. Sind da nicht Kompetenzstreitigkeiten zu befürchten.

NORA (lacht): Sicher nicht, wir werden uns da schon einig.

Spaß beiseite – wir hatten eingangs darüber gesprochen, dass Deine Kür einige Königsteiner doch sehr überrascht hat. Kann es auch damit zusammenhängen, dass Du das erste Burgfräulein bist, das aus dem engsten Kreis der ALK kommt?

NORA: Für mich war das nie ein Thema. Ein Burgfräulein bekleidet ja schließlich kein politisches Amt. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass der eine oder andere das so sieht. Gegenfrage: Was spricht dagegen, dass ein Burgfräulein aus dem Umfeld der ALK kommt?

Gar nichts. Der eine oder andere war sicher eher positiv überrascht, dass dieser alte Königsteiner Brauch von Dir aufgegriffen und fortgesetzt wird. Schließlich steht oder besser stand doch die ALK geraume Zeit in dem Ruf, mit solchen Traditionen nicht viel anfangen zu können.

NORA: Wie gesagt, ich trete ja hier nicht für eine politische Gruppierung, sondern für die ganze Stadt an. Grundsätzlich aber denke ich, dass jeder, der sich ehrenamtlich für etwas engagiert – sei es in einem Verein oder in der Kommunalpolitik – das nur deshalb tut, weil er sich mit „seiner“ Stadt identifiziert, sie ihm am Herzen liegt. Zwar mögen die Meinungen manchmal etwas auseinander gehen, was gut für die Stadt ist und was nicht. Das ändert aber nichts daran, dass allen, die sich darüber Gedanken machen, eines gemein ist: Sie wollen alle das Beste für Königstein.

Bist Du eigentlich selbst kommunalpolitisch interessiert?

NORA: Ich denke, dass jeder ein wenig Interesse dafür haben und darüber informiert sein sollte, was in seinem Umfeld passiert. Wir diskutieren auch zu Hause über das eine oder andere Thema, das gerade akut ist. Und ja – bevor jetzt die Nachfrage kommt (lacht) – es kommt schon vor, dass da durchaus unterschiedliche Meinungen am Esstisch vertreten werden.

Jetzt aber genug von Kommunalpolitik! Kommen wir zu den wirklich wichtigen Themen: Wie sieht Dein Kleid aus?

NORA: Toll. Der Samt ist smaragdgrün, versehen mit schönen Stickereien. Inga Ernst, Dagmar Reuter und ich sind sogar extra nach Aschaffenburg gefahren, um den passenden, silberfarbenen Einsatzstoff zu besorgen. Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt, die Nähstube hat ganze Arbeit geleistet, wofür ich sehr dankbar bin. Zumal ja auch noch mein Hofstaat komplett neu eingekleidet werden musste.

Stell den Lesern der Taunus Zeitung doch bitte einmal Deine Begleitung vor.

NORA: Sehr gerne. Da sind meine beiden Hofdamen Helen Dowsen und Alexandra Braune. Alexandra kommt aus Bad Soden und war mit mir auf dem Taunusgymnasium. Helen und ich tanzen zusammen im Ballett. Dann ist da mein guter Freund und Junker Jonas Raab. Und last but not least mein Patenkind Aurelia Mauerwerk, die als meine kleine Hofdame an meiner Seite sein wird. Ich glaube, das wird eine bunte und lustige Truppe.

Wie zu hören ist, tanzt Du nicht nur grazil auf Spitzen, sondern lässt Dich in Deiner Freizeit auch gerne mal durch die Luft wirbeln. Stimmt das?

NORA: Ja, neben dem Ballett bin ich noch im Cheerleading-Team von Eintracht Frankfurt aktiv.

Cheerleader – das sind doch die hübschen jungen Damen, die am Spielfeldrand Rad schlagen, tanzen und mit Puscheln Football-Mannschaften anfeuern. Oder?

NORA: Ja und nein. Die Art von Cheerleading, die wir betreiben, ist Hochleistungssport inklusive Wurf- und Hebefiguren, Stunts und menschlichen Pyramiden, Elementen des Bodenturnens und der Artistik. Deshalb sind wir auch der Turnabteilung der Eintracht angegliedert. Wir haben keine Puschel, stehen nicht am Spielfeldrand, sondern nehmen selbst an Meisterschaften teil und trainieren drei Mal pro Woche jeweils zwei Stunden.

Deine Position in der Truppe?

NORA: Da ich nicht so groß bin, geht es bei unseren Stunts für mich oft schnell und weit nach oben.

Ist das nicht gefährlich?

NORA: Es kommt schon mal vor, dass man von oben runterfällt. Das ist mir auch schon passiert und hat mir eine Gehirnerschütterung eingebracht. Die Stunts und Pyramiden müssen eben immer wieder trainiert werden, da muss jeder Handgriff sitzen und dazu muss man auch regelmäßig am Training teilnehmen. Da ich das in den vergangenen Monaten wegen meiner Abiturprüfungen nicht gewährleisten konnte, habe ich seit Winter vergangenen Jahres auch mit dem Cheerleading ausgesetzt. Aber jetzt, da die Prüfungen geschafft sind, will ich auch wieder mit dem Training einsteigen.

Weil Du es gerade erwähnst: Das Abi hast Du in der Tasche, wie geht es jetzt weiter?

NORA: Erst mal kommt selbstverständlich das Burgfest. Danach möchte ich gerne ein wenig mit meinen Freundinnen ganz entspannt durch Europa reisen. Die Abi-Prüfungen waren doch sehr anstrengend. Ich reise wirklich gerne, habe auch schon mit meinem Vater die eine oder andere Tour gemacht. Eine Option wäre auch noch für ein paar Monate nach Südamerika zu gehen, um Spanisch zu lernen. Ideen hätte ich einige. Mal schauen.

Und beruflich?

NORA: Ich möchte Humangeographie studieren, später dann im Bereich Tourismus oder Entwicklungshilfe arbeiten. Um mir hier erst einmal einen Eindruck zu verschaffen, beabsichtige ich, in den kommenden Monaten das eine oder andere Praktikum zu machen. Allerdings ist es gar nicht so leicht, eine Praktikumsstelle in einem der beiden Bereiche zu bekommen.

Vielleicht öffnen sich ja in der Zukunft die Türen für das neue Königsteiner Burgfräulein leichter?

NORA: Wer weiß? Ich hätte sicher nichts dagegen (lacht). Aber jetzt freue ich mich erst mal nur auf das, was mich an diesem Wochenende erwartet.

Nervös?

NORA: Nein. Es war schon ein komisches Gefühl, als ich zum ersten Mal mein Gesicht auf dem Burgfestbuch gesehen habe (schmunzelt). Und an den Gedanken, dass ich jetzt sogar eine eigene Autogrammkarte habe, musste ich mich auch erst mal gewöhnen. Aber jetzt ist da eigentlich nur noch Vorfreude darauf, das Burgfest einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.

Hast Du Dir Tipps bei früheren Burgfräuleins geholt?

NORA: Ich habe mich mit Annika und Carolin unterhalten. Beide haben von ihrer Amtszeit nur Positives zu erzählen gewusst und mir geraten, mich einfach darauf einzulassen und es zu genießen. Genau das will ich tun. Ich weiß, dass es etwas nicht Alltägliches ist und ich freue mich darauf, meine Stadt ein Jahr lang repräsentieren zu dürfen.

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