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Interview: Nur noch ein „Step“ bis zur Krone

Am Freitagabend wird mit Isabelle Hunkel Königsteins neues Burgfräulein inthronisiert. Mit TZ-Redakteur Stefan Jung sprach die 18-Jährige vorab über das Sammeln von lieblichen Autogrammen, ihre ritterliche Kindheit, ihre Liebe zum Stepptanz und natürlich: ihr Kleid.
Isabelle Hunkel, das künftige Burgfräulein, fühlt sich durch und durch als Königsteinerin. Isabelle Hunkel, das künftige Burgfräulein, fühlt sich durch und durch als Königsteinerin.

Isabelle, auf einer Skala von 1 für absolut entspannt bis 6 für total nervös – wo würdest Du Deine Gemütslage so kurz vor Deinem großen Tag einordnen?

Isabelle Hunkel: In der Mitte, bei 3 vermutlich. Ein Kribbeln ist da natürlich schon, aber nervös bin ich nicht. Zumindest noch nicht. Was am Freitagabend sein wird, kann ich ja jetzt noch nicht sagen. Darüber sollten wir dann nach der Krönung noch einmal sprechen (lacht). Was ich aber jetzt schon sagen kann, ist: Ich freue mich wirklich sehr auf das, was kommt: die Krönung, „mein“ Burgfest und das Jahr, das darauf folgt.

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Viele Deiner Vorgängerinnen sprachen mit Blick auf ihre Inthronisation von einem Kindheitstraum, der in Erfüllung geht – wie ist das bei Dir?

Isabelle: Ich glaube, jedes kleine Mädchen, das in Königstein aufgewachsen und mit der Stadt auch etwas verwachsen ist, träumt irgendwann einmal davon, Burgfräulein zu werden. Da mache ich keine Ausnahme. Ich habe, als ich noch klein war, alle Autogrammkarten der Burgfräuleins gesammelt. Meine Mutter hat die alle in ein Album geklebt, und jetzt kommt meine eigene Karte dazu.

Du hast auf das „Verwachsen-Sein“ mit der Stadt hingewiesen. Bist Du ein waschechtes Königsteiner Mädchen?

Isabelle: Auf jeden Fall. Ich bin zwar – wie die meisten Königsteiner meines Alters – in Bad Soden geboren, aber hier aufgewachsen und verwurzelt. Ich bin durch und durch Königsteinerin und darauf auch stolz.

Deine Vorgängerin Nora konnte schon als kleine Hofdame früh hinter die Kulissen des royalen Daseins blicken – wie ist das bei Dir?

ISABELLE: Ähnlich. Ich war 2005 bei Burgfräulein Marijke als kleine Hofdame dabei. Das hat mir viel Spaß gemacht und sicher meinen Wunsch, es ihr einmal nachzutun, noch bestärkt.

Also ist die Krönung jetzt „nur“ der nächste logische Karriereschritt?

Isabelle (lacht): Nein, ganz so logisch war der Schritt dann auch nicht. Wie das so ist, wenn die Schule und andere Hobbys hinzukommen, habe auch ich den Gedanken daran, Burgfräulein zu werden, irgendwann doch etwas verdrängt. Als Birgit Becker vom Präsidium des Burgvereins dann aber im vergangenen Jahr bei mir anrief und mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, das neue Burgfräulein zu werden, war die Begeisterung schnell wieder da und die Bedenkzeit entsprechend kurz.

Du brauchtest Bedenkzeit?

Isabelle: Ja, ein wenig schon. Vor allem wollte ich noch einmal mit meinen Eltern darüber gesprochen haben. Immerhin steige ich in diesem Herbst in die Abi-Vorbereitungen ein. Dann ist da noch meine große Leidenschaft – das Stepp-Tanzen. Da wollte ich mir schon erst mal klar darüber werden, ob ich das alles unter eine Krone bekomme. Mir war aber dann auch relativ schnell klar, dass ich es machen will. Ich denke: Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es auch. Und ich will wirklich Burgfräulein werden.

Wie haben Deine Eltern reagiert, als Du Ihnen davon erzählt hast, dass Du Burgfräulein werden willst?

Isabelle: Sie hatten so etwas schon geahnt und waren begeistert. Sie haben sogar schon bald nach meiner Entscheidung mit dem Bau des Festwagens begonnen, da sie zwischenzeitlich noch für längere Zeit in Urlaub waren. Meine ganze Familie steht voll hinter mir und freut sich mit. Viele haben sich sogar schon Gewänder in der Nähstube ausgeliehen, um mich stilecht am Burgfest zu begleiten.

Ritterliche Herkunft

Zur stilechten Begleitung werden doch sicher auch die Königsteiner Ritter beitragen – immerhin bist Du doch so was wie ihr „Baby“.

Isabelle: Das stimmt. Über meine Eltern, die schon lange bei den Rittern aktiv sind, bin auch ich bereits als kleines Kind dazugekommen und früher immer mit bei den Veranstaltungen gewesen. Das verbindet natürlich sehr. Deshalb freue ich mich auch ganz besonders über die große Anzeige, die der Verein ins Burgfest-Buch gesetzt hat, um mich zu unterstützen. Ich bin quasi das vierte Burgfräulein aus den Reihen der Ritter.

Und Dein näheres Umfeld, Deine Freunde, wie fiel deren Reaktion aus?

Isabelle: Einige waren überrascht, alle haben aber sehr positiv reagiert.

Dein Freund Dario offensichtlich auch – immerhin gehört er sogar als Junker Deinem Hofstaat an. So ganz freiwillig?

Isabelle: Ich hoffe doch. Gefreut hat er sich für mich auf jeden Fall, gleich als ich ihm erzählt habe, dass ich Burgfräulein werden würde. Was die Rolle des Junkers angeht, hatte er sich aber schon etwas Bedenkzeit erbeten. Und das konnte ich auch gut verstehen. Wenn er mitmacht, das war mir von Anfang an wichtig, dann mit Spaß und aus Überzeugung. Und ich denke, dass beides bei Dario der Fall ist – zumindest hat er das gesagt (lacht).

Damit war der männliche Part im Hofstaat schnell vergeben, wie war es denn mit der Bestellung der Hofdamen?

Isabelle: Das ging bei Angelika und Helen ähnlich fix. Angelika und ich waren schon gemeinsam in der Grundschule, richtig kennen und schätzen gelernt haben wir uns jedoch beim Tanzen. Und Helen – sie ist meine beste Freundin, wir tanzen auch schon lange gemeinsam. Und dennoch war ich mir zuerst gar nicht sicher, ob ich sie überhaupt fragen sollte, ob sie meine Hofdame sein will.

Warum sollte sie nicht wollen?

Isabelle: Weil sie ja im Moment noch Noras Hofdame ist. Da wusste ich nicht, ob sie gleich noch ein Jahr dranhängen würde. Am Ende ist Helen von selbst auf mich zugekommen und hat mir lachend zu verstehen gegeben, dass sie schon ein bisschen enttäuscht sei, dass ich sie noch nicht gefragt habe. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Jetzt ist mein Hofstaat komplett, und ich glaube, wir werden gemeinsam viel Spaß haben.

Lady in Red

Komplett eingekleidet seid ihr schon. Was sagst Du zu Deinem Kleid?

Isabelle: Wunderschön. Der rote Samt in Kombination mit der wollweißen Seide trifft farblich genau meinen Geschmack. Ich hatte mir vorab schon ein paar Gedanken gemacht und eine Skizze angefertigt. An der haben sich Inga Ernst, die Leiterin der Nähstube, und Dagmar Reuter als Zeugwartin des Burgvereins, dann bei der Wahl der Stoffe und dem Schnitt orientiert und mir ein tolles Kleid gezaubert.

Bist Du enttäuscht, dass Du dieses Kleid – im Unterschied zu Deinen Amtsvorgängerinnen – nur an drei statt an vier Burgfest-Tagen tragen kannst? Der Montag wurde ja aus Kostengründen gestrichen.

Isabelle: Nein, enttäuscht bin ich überhaupt nicht. Zum einen werde ich noch genug Gelegenheiten haben, mein Kleid zu tragen. Zum anderen habe ich volles Verständnis für die Entscheidung des Burgvereins. Lieber feiere ich nur an drei Tagen das Burgfest als gar nicht.

Was denkst Du – wird es für Dich stressiger, da Deine Termine jetzt auf drei Tage verteilt werden müssen?

Isabelle: Am Freitag und Sonntag sicher nicht – da bleibt alles weitgehend beim Alten, sieht man einmal davon ab, dass die Burg am Sonntag auch abends geöffnet ist. Am Samstag könnte es etwas stressiger werden, da dann jetzt auch noch der Frühschoppen dazukommt. Aber das kriegen wir schon hin. Das ist alles eine Frage des Timings und der richtigen Taktung (lacht).

Und in Sachen Takt dürfte Dir und Deinem Hofstaat ja so schnell keiner was vormachen. Du hast schon darauf hingewiesen, dass Stepp-Tanz Eure gemeinsame Leidenschaft ist.

Isabelle: Zumindest bei Angelika, Helen und mir trifft das voll zu. Dario hält es da doch mehr mit dem Fußballspielen (schmunzelt). Aber für uns Mädels ist der Stepp-Tanz wirklich ein verbindendes Element. Angelika tanzt solo, Helen und ich im Duett.

Seit wann steppt Ihr?

Isabelle: Mit dem Tanzen habe ich schon mit drei Jahren bei der Tanzschule Kratz begonnen. Das Steppen kam dann im Alter von neun Jahren dazu. Heute bin ich 18 und immer noch begeistert. Mittlerweile aber sind wir drei zum Steppen von Königstein nach Bad Vilbel gewechselt.

Und offensichtlich sehr erfolgreich – Du warst mit Angelika und Helen schon bei Deutschen und sogar Weltmeisterschaften.

Isabelle: Das stimmt, aber man sollte sich die Weltmeisterschaften, die immer in Deutschland stattfinden, natürlich nicht zu groß vorstellen. Die Stepp-Tanz-Szene ist überschaubar, das ist sehr familiär. Man kennt die anderen Tänzer, Konkurrenz ist kein wirkliches Thema.

Rhythmus im Blut

Was macht das Steppen für Dich aus?

Isabelle: Die große Vielfalt – man kann eigentlich zu jeder Musik tanzen: Jazz, Hip-Hop oder auch Ballett. Nichts muss, alles geht.

Aber ist das nicht schwierig, die Füße so einzusetzen, dass die Metallplättchen an den Schuhen auch wirklich dann aufschlagen, wenn sie sollen?

Isabelle: Alles eine Frage der Übung. Es gibt ein paar Grundschritte, bei denen es auf den richtigen Einsatz von Ballen und Fersen ankommt. Wenn man die draufhat und Rhythmusgefühl mitbringt, kann sich eigentlich jeder im Steppen versuchen.

Was meinst Du, kann Dir durch das Tanzen gewonnene Erfahrung in Deiner Eigenschaft als Burgfräulein helfen?

Isabelle: Ich hoffe schon. Natürlich ist man immer etwas nervös, wenn man auf die Bühne geht – das ist beim Tanzen sicher nicht anders als bei der Inthronisation. Aber ich denke, dass ich durch das Steppen eine gewisse Ausstrahlung gewonnen habe, die mir in meinem neuen Amt helfen sollte.

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