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Neues Stadtviertel für 700 Menschen: Ökosiedlung: Endlich wird gebaggert

Bald schon können Kinder in der neuen Ökosiedlung spielen. 2019 sollen dort die ersten Häuser fertig sein. 2022 will die Baufirma alle Arbeiten abgeschlossen haben. Den Zeitverlust, der durch die Sanierung des mit Kieselrot belasteten früheren Sportplatzes entstanden ist, will das Unternehmen durch schnelleren Tiefbau ausgleichen.
So stellen sich die Planer die Gartenstadthäuser der Friedrichsdorfer Ökosiedlung vor. Entwurf: Frank-Gruppe Bilder > So stellen sich die Planer die Gartenstadthäuser der Friedrichsdorfer Ökosiedlung vor. Entwurf: Frank-Gruppe
Friedrichsdorf. 

Frank und Frieda heißen die beiden Maskottchen der Ökosiedlung, die auf dem sieben Hektar großen Gelände Petterweiler Holzweg/Plantation entsteht. Am Dienstag war der erste „Baggerbiss“, wie Roland Klein-Knott von der Frank-Gruppe – dem Investor – den Baubeginn nannte. Dazu hatte die Frank-Gruppe Friedrichsdorfer Politiker, Bürger und künftige Ökosiedlungs-Bewohner eingeladen.

Die drei Meter hohen Figuren aus Cortenstahl stehen für die Frank-Gruppe (Frank) und für Friedrichsdorf (Frieda) und wurden am Dienstag am Baustellen-Eingang enthüllt. Sie sollen, wenn alles fertig und die Stadt einverstanden ist, an anderer Stelle in der Ökosiedlung aufgestellt werden. Eine Werbeagentur hat sich das Pärchen ausgedacht. Sie tauchen auch als Comic-Figuren in den Ökosiedlungs-Prospekten auf sowie im Internet, auf Facebook und Twitter.

Mehr als 40 Interessenten hätten sich schon eines der 67 „Gartenstadthäuser“, die jetzt in den Vertrieb gehen, reserviert, berichtete der Kommunikationschef der Frank-Gruppe, Clemens Thoma. Sie gehören zum ersten Bauabschnitt, der 2019 angeschlossen werden soll. Insgesamt werden 350 Wohnungen und Häuser mit zusammengenommen 38 000 Quadratmeter Wohnfläche gebaut. Die Frank-Gruppe investiert 160 Millionen Euro in das Projekt. 2021 soll alles fertig sein, so Klein-Knott. Zuletzt sollen 2022 die neuen Straßen fertig werden. Deshalb sei jetzt bereits Halbzeit für das Projekt. „2014 haben wir in unserem Haus mit den Planungen angefangen.“

Seit Montag sei die Fläche auch Kieselrot-frei, so Klein-Knott weiter. Den mit Dioxin verseuchten Stoff hatte die Baufirma als „verspätetes Osterei“ im vorigen Frühjahr auf dem ehemaligen Sportplatz gefunden. Beläge aus Kieselrot, eine Schlacke, die bei der Kupfergewinnung entsteht, sind bis in die 1960er Jahre auf vielen Sport- und Spielplätzen verwendet worden. In den 90er Jahren mussten diese Plätze dann aufwendig saniert werden.

Fünf Monate Verzögerung

Dass die Plantation belastet ist, war der Stadt zuvor nicht bekannt gewesen. Rund 680 Tonnen Boden aus der Laufbahn samt Halbkreis mussten herausgebaggert und als „gefährlicher Abfall“ entsorgt werden. 920 Tonnen Erdreich wurden in den vergangenen Wochen aus dem früheren Kleinspielfeld entfernt und als „nicht gefährlicher Abfall“ entsorgt. 360 000 Euro zahlt die Stadt dafür pauschal an den Investor. Die Überprüfung der anderen Sportplätze in der Stadt ergab, dass sie nicht belastet sind.

Fünf Monate Bauzeit hat das Kieselrot-Problem gekostet, die versuche die Frank-Gruppe jetzt wieder reinzuholen, indem gleichzeitig der Tiefbau für Erschließung und Tiefgarage erledigt werden sollen, erklärte Klein-Knott.

Wie die Ökosiedlung eigentlich aussehen soll? Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) sagte: „Manche dachten ja, wir bauen hier Lehmhäuser.“ Und Klein-Knott berichtete von Vorstellungen einer „Hobbit-Siedlung mit halb in die Erde eingegrabenen Häusern mit Gras obendrauf“. Ein Hobbingen werde die Ökosiedlung jedenfalls nicht. Stattdessen werde gut gestaltete Architektur mit energieeffizienten Standards gebaut.

Burghardt berichtete noch, dass die Grünen ursprünglich anstelle der Ökosiedlung die dortige Wiese behalten wollten. Aber dann habe die Stadt unter breiter Bürgerbeteiligung Ideen für die neue Siedlung entwickelt. Insgesamt 35 Personen, darunter Interessenvertreter und Mitglieder von Vereinen, hätten sich in einer Arbeitsgruppe immer wieder mit dem Thema befasst. Wichtig sei gewesen, dass die Siedlung für junge und alte Menschen gebaut werde, und dass dort auch kostengünstiges Wohnen möglich sei. 25 Sozialwohnungen sind vorgesehen. Außerdem sei besonders darauf geachtet worden, dass ein Übergang zur bestehenden Bebauung geschaffen werde.

Marc Schauenburg, geschäftsführender Gesellschafter der Frank-Gruppe, lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt und berichtete, dass sein Unternehmen schon mehrfach Auszeichnungen für Projekte unter anderem in Kiel und Hamburg erhalten habe.

Das mittelständische Immobilienunternehmen Frank-Gruppe sitzt in Hamburg und hat Niederlassungen in Kiel und Hofheim am Taunus. Das Unternehmen baut nicht nur, sondern verwaltet auch rund 20 000 Wohnungen aus eigenem und fremdem Bestand. Derzeit hat die Frank-Gruppe über 1000 Wohnungen in Planung, Entwicklung und im Bau. Die Firma wurde 1925 gegründet und beschäftigt 250 Mitarbeiter.

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