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95 Thesen und 4 reformatorische Säulen: Ökumenischer Arbeitskreis beschäftigt sich mit Martin Luthers Werken und Wirken

Von Im Lutherjahr wird viel über den großen Reformator geschrieben und gepredigt. Der ökumenische Arbeitskreis Schmitten lädt unter der Überschrift „Luther im Taunus“ dazu ein, sich mit den vier Säulen, die Luther neu in den Mittelpunkt christlichen Glaubens gestellt hat, zu befassen. Zum Auftakt ging es bei der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Brombach um den Glauben.
Roland Ott hat die vier reformatorischen Säulen aus Holz gestaltet. Sie werden auch in den anderen Schmittener Kirchorten aufgestellt, die sich an der ökumenischen Reihe „Luther im Taunus“ beteiligen. Foto: Evelyn Kreutz Roland Ott hat die vier reformatorischen Säulen aus Holz gestaltet. Sie werden auch in den anderen Schmittener Kirchorten aufgestellt, die sich an der ökumenischen Reihe „Luther im Taunus“ beteiligen.
Brombach. 

„Allein aus Glauben nimmt Gott Menschen an“, zu dieser Kernaussage Martin Luthers hatten Pastorin Cornelia Trick und Mitglieder der evangelisch-methodistischen Gemeinde Brombach einen Abend für Interessierte aus allen vier Schmittener Kirchengemeinden vorbereitet. Sie beschäftigten sich mit einer der vier reformatorischen Säulen.

Alle vier Säulen hatte Roland Ott von der methodistischen Gemeinde symbolisch in Holz dargestellt. Im Wald hatte er eine abgestorbene Fichte entdeckt, die er mit Genehmigung des Försters fällen durfte. Die hat er in vier Teile geschnitten, die Rinde entfernt und den Stamm sauber gebürstet. Nur die Schnittflächen sind oben grün lackiert und tragen in Goldschrift Luthers Kernaussagen: „Allein der Glaube“, „Allein die Gnade“, „Allein die Schrift“, „Allein Christus“.

Gemeinsame Reise

Methodisten, Protestanten und Katholiken gingen auf Entdeckungsreise, stellten sich selbst und anderen dabei auch kritische Fragen zum Glauben. So ähnlich muss es vor 500 Jahren auch Luther gegangen sein. Über dessen Schul- und Studienjahre und seiner Suche nach dem Schlüssel zu Gott, hatte Johannes Fritz einen Text herausgesucht. Luthers Erkenntnis war: „An Jesus glauben und ihm vertrauen“.

Aus Sicht von Trick bleibt diese revolutionäre Botschaft Theorie, wenn sich Christen nicht damit beschäftigen. Sie selbst, Fritz, Ott und Julia Bernhard hatten verschiedene Bibelstellen herausgesucht, die geeignet waren, in Gruppengesprächen dem Geheimnis des Glaubens näher zu kommen.

Julia Bernhard (von links), Pastorin Cornelia Trick und Johannes Fritz haben in Brombach den Start der ökumenischen Reihe organisiert. Bild-Zoom Foto: Evelyn Kreutz
Julia Bernhard (von links), Pastorin Cornelia Trick und Johannes Fritz haben in Brombach den Start der ökumenischen Reihe organisiert.

Da war etwa die Geschichte vom Vater eines besessenen Jungen. Darin fanden sich Teilnehmer wieder, die selbst eine schlimme Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen erlebt haben. Aber auch, wer jemandem in solchen Situationen beigestanden hatte, kannte die Frage, die immer wieder gestellt wird: „Warum tut Gott einem so etwas an?“ Selbstmitleid sei in solchen Fällen die schlechtere Lösung, da waren sich die Teilnehmer einig.

Doch nicht jeder habe die Kraft, aktiv zu werden, um neue Hoffnung zu schöpfen. „So einfach ist es nicht“, meinte Fritz. Selbst wer Gott eine ganze Menge zutraue und davon ausgehe, „Jesus wird es schon richten“, müsse damit rechnen, dass der ihm bestimmte Weg ein anderer sein könne.

Dass Betroffene auch aus solchen Prüfungen gestärkt hervorgehen können, machten die Teilnehmer an konkreten Beispielen fest. Da war der junge Arbeitskollege, dessen Frau bei der Geburt des gemeinsamen Kindes gestorben war und der das Gefühl hatte, Gottes Gnade gelte nicht für ihn. Doch auch er könne es nach einer Zeit der Trauer schaffen, aus dem tiefen Tal wieder herauszukommen.

Anlässlich des 45. Jahrestags des Anschlags bei den Olympischen Spielen in München zeigte eine Teilnehmerin auf, dass selbst bei Terror Vergebung möglich ist. So habe sie im Radio Interviews mit Angehörigen der Opfer verfolgt. „Wie diese Betroffenen trotz anfänglicher Verbitterung doch noch Gottvertrauen und Vertrauen in andere Menschen haben, das ist schon imponierend“, stellte sie fest.

Kein Wunschkonzert

Klar war allen „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“ Das Gebet diene auch nicht vordergründig dazu, Gott milde zu stimmen, damit er einen selbst verschone. Vielmehr gehe es darum, Vertrauen zu lernen auch in sich selbst und seine Stärke, mit schwierigen Situationen fertig zu werden.

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