E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 15°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Spuren der Vergangenheit: Oberstedten: Auf einen Rundgang mit Ortsvorsteher Michael Braun

Über Bauprojekte und Verkehrsprobleme wird häufig gesprochen – was aber macht das Leben und den Charakter der Oberurseler Stadtteile aus? Das wollte diese Zeitung wissen und hat die Ortsvorsteher zum Rundgang gebeten. Zum Abschluss sind wir mit Michael Braun (CDU) in Oberstedten unterwegs.
Auch Daniel Pelkey und Michael Braun sitzen gern auf der Mauer am Alten Rathaus – einige Jugendliche treffen sich sonst hier. Foto: Jochen Reichwein Auch Daniel Pelkey und Michael Braun sitzen gern auf der Mauer am Alten Rathaus – einige Jugendliche treffen sich sonst hier.
Oberstedten. 

Langsam streicht Michael Braun über die Mauer in der Saalburgstraße. Sachte streifen seine Finger die Pflanzen, die sich in den Fugen zwischen den Steinen angesiedelt haben. Beinahe ehrfürchtig erklärt der Ortsvorsteher: „Das ist ganz alte Substanz und absolut erhaltenswert. Schließlich stellt die Mauer ein Stück vergangenes Oberstedten dar.“

Im benachbarten Gebäude war früher der Jugendclub beheimatet, seitdem ist die Mauer ein beliebter Treffpunkt heranwachsender Oberstedter. Auch wenn es eigentlich verboten ist, auf der Mauer zu sitzen. „Heruntergefallen ist zumindest noch keiner“, stellt Braun schmunzelnd fest.

Weiter geht’s die Kirchstraße entlang in Richtung der evangelischen Kirche. Wer in Oberstedten einen ruhigen Ort zum Nachdenken braucht, ist hier genau richtig. Als „Offene Kirche“ sei diese nämlich immer geöffnet, erklärt Braun, während er in die Pfarrstraße einbiegt.

Das sieht lecker aus: Manja Kunz und Evelyn Moss (von links) helfen mit im Café der „Alten Wache“. Bild-Zoom
Das sieht lecker aus: Manja Kunz und Evelyn Moss (von links) helfen mit im Café der „Alten Wache“.

Am Ende der Straße angekommen, bleibt Braun stehen und deutet auf das Gebäude zu seiner Rechten. Hier steht die „Alte Wache“, seit 2012 einer der gesellschaftlichen Mittelpunkte in Oberstedten (siehe weiteren Text). Herzstück der „Alten Wache“ ist das Café im Erdgeschoss, welches an vier Tagen in der Woche geöffnet hat. Nicht nur wegen des integrierten Spielzimmers kommen viele Familien in die „Alte Wache“. „Unter der Woche ist das Café ein großes Kinderspielzimmer. Hier können sich die Kleinen austoben und auch mal lauter sein. In anderen Cafés ist das ja oft nicht möglich“, erklärt Katja Pohl vom Verein „Alte Wache“ und verweist darauf, dass manche Mütter mit ihren Kindern extra aus Frankfurt anreisen würden. Natürlich richte sich das Angebot aber auch an andere Gruppen. So kämen regelmäßig Rentnerstammtische in der „Alten Wache“ zusammen, und auch für Geburtstage und andere Feiern werde das Gebäude häufig genutzt.

„Made in Stedten“

„Wir verstehen uns als Ort für den Ort. Als Platz, an dem sich die Menschen begegnen“, sagt Ehemann Stefan Pohl aus dem Vereinsvorstand. Außer dem Café bietet die Alte Wache von September bis Mai ein ausgedehntes Kulturprogramm. Auf einer eigenen Bühne im ersten Stock des Gebäudes gibt es dann Konzerte, Theatervorführungen und auch Kabarett zu sehen.

Eine weitere Besonderheit ist der Laden links vom Eingang. „Hier ist alles ,Made in Stedten‘. hausgemachte Handwerkskunst“, erklärt Braun. Außer Schmuck und selbst gemachten Kalendern und Backmischungen von fleißigen Stedter Hobbybäckerinnen gibt es auch Second-Hand-Artikel, vor allem Kinderkleidung, zu kaufen.

Von der „Alten Wache“ ausgehend, geht es die Hauptstraße hinunter in Richtung Ortseingang. Biegt man in die Niederstedter Straße ein, findet sich auf der rechten Seite der „Äppelpark“. Vor knapp 15 Jahren wurden die ersten Apfelbäume gepflanzt, auf Initiative des Vereinsrings gemeinsam mit Oberstedter Bürgern. „Alles verschiedene Sorten. Die dürfen dann natürlich auch von jedermann gepflückt werden“, erklärt Braun.

Parkbänke laden zum gemütlichen Verweilen ein. „Im Sommer kommen die Rentner hierher“, sagt Daniel Pelkey, der dem Vereinsring Oberstedten vorsteht und Braun heute auf seinem Rundgang begleitet. Mit einem Schmunzeln ergänzt Pelkey: „Dann werden hier die Witze gerissen.“ Wer sich übers Wetter informieren will, konsultiert im Äppelpark den Stedter Wetter-Stein. Ein warmer oder heißer Stein steht für Sonnenschein. Feucht und nass bedeutet Regen. „Der funktioniert immer“, erklärt Braun und lacht.

Treffpunkt Vereinslokal

Zur Linken erhebt sich hinter der Feuerwache die neue Halle des Turnvereins. „Von der Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über die Bachauen,“ sagt Braun und zeigt auf den Stedter Bach: „Im Grunde hat jedes Vereinslokal so seine Besonderheit. Etwa die Schützen mit ihrem gemütlichen Thekenkeller und der Wanderclub mit seiner Grillhütte und einem großzügigen Freigelände, auf dem im Sommer die Väter mit den Kindern zelten.

Und beim Fußballclub darf man sich auf dem Balkon wie ein VIP fühlen und kann den gesamten Sportplatz überblicken.“ Generell könnten die Räume der Vereine nach vorheriger Absprache von Privatpersonen genutzt werden. „Gerade für Feiern am Abend bieten sich die Vereinslokale an, da fast alle außerhalb des Ortskerns liegen“, erklärt Braun. So auch beim Tennisclub, der mitten im Oberstedter Gewerbegebiet liegt und heute den letzten Stopp des Ortsrundgangs darstellt. „Hier arbeitet abends und am Wochenende ja niemand. Da kann man dann auch mal lauter sein“, wirbt der Ortsvorsteher.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen