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Schlosskirche: Ohne Schirm und Mantel ins Konzert

Von Das 1989 sanierte Kirchlein im Schloss ist ein bedeutender Konzertraum der Kurstadt. Der Zugang für die Gäste war bislang verbesserungswürdig. Jetzt wurde ein zweckmäßiger wie schlicht-schöner Vorraum geschaffen. Bis dahin gab es ein paar Hürden zu überwinden.
Schlossdirektor Karl Weber (links) und Dieter Jung, langjähriger Vorsitzender des Schlosskuratoriums, testen die Garderobe. Foto: Jochen Reichwein Schlossdirektor Karl Weber (links) und Dieter Jung, langjähriger Vorsitzender des Schlosskuratoriums, testen die Garderobe.
Bad Homburg. 

Die Tür sieht aus wie immer. Jahrzehntelang war die Eichentür unter dem ersten Torbogen der Schlosseinfahrt verschlossen. Jetzt steht sie auf, und zwar nicht nur, weil Advent ist. Das Kuratorium Bad Homburger Schloss hat sein Versprechen wahrgemacht und binnen Jahresfrist einen komfortableren Eingang in die Schlosskirche bauen lassen. „Jetzt müssen wir nur noch die Besucher umgewöhnen“, sagt augenzwinkernd Karl Weber, der Leiter der hessischen staatlichen Schlösser und Gärten.

All die Jahre musste, wer zum Konzert in die Schlosskirche wollte, um die Ecke herum und bei Wind und Wetter durchs Freie übers Kopfsteinpflaster zum Seiteneingang gehen. Dann die Treppenstufen hinunter – schien die Sonne, gerieten nicht wenige ins Straucheln. Jacke und Regenschirm musste man während des Musikgenusses neben sich oder unter der Bank lagern.

Diese Zustände gehören der Vergangenheit an. Von jetzt an schreitet der Konzertbesucher von der überdachten Einfahrt aus durch besagte Eichentür zunächst in einen Vorraum, in dem sich eine geräumige Garderobe zur Selbstbedienung auftut. Mit ihrem Sandsteinboden, den weißen Ballonlampen und den Eichenmöbeln aus der schlosseigenen Schreinerei bildet sie einen würdigen Auftakt zur prunkvollen Schlosskirche. Auch an Schirmständer hat man gedacht.

Kalter Wind bleibt draußen

Eine Glastür trennt den modernen Vorraum von dem 1989 dank des Schlosskuratoriums wiedereröffneten barocken Kirchenraum – auch hier hat es wohl in den ersten Tagen schon Unfälle gegeben, weshalb die Glastür derzeit noch eine rotweiße Warn-Banderole ziert. Die Wärme bleibt drinnen, denn der Vorraum wirkt zugleich als Klimapuffer. Somit wird im Kirchenraum künftig auch kein Tisch mehr im Fluchtweg stehen – dort wurden die Tickets verkauft oder abgerissen und die Programme gelagert. Optisch passend zu den Schränken steht im Vorraum ein Pult für diese Zwecke. Einziges Zugeständnis an die historische Architektur: Die Besucher müssen die in einen Schrank eingebaute Heizungsanlage umrunden und um die Ecke gehen.

Und es gab weitere Schwierigkeiten, die umschifft werden mussten, wie Dieter Jung, bis Oktober Vorsitzender des Kuratoriums und treibende Kraft des Umbaus, erklärt. Fünf Jahre lang habe es gedauert, um statische Fragen zu klären – der Vorraum liegt direkt unter dem Uhrturm der Schlosskirche. Fünf weitere Jahre dauerte es, bis klar war, was mit dem Trafo der Süwag geschehen soll, der bislang in dem (verschlossenen) Vorraum stand und die gesamte Altstadt mit Strom versorgte. Der Trafo wurde auf den Parkplatz versetzt und dabei auch gleich erneuert.

225 000 Euro hat der Umbau gekostet. Schlossherr Weber freut sich, dass er dabei – wie auch schon bei der Sanierung der Schlosskirche in den 1980er-Jahren – auf vom Kuratorium gesammelte Großspenden zurückgreifen konnte. 15 000 Euro kamen vom Rotary Club Bad Homburg-Schloss, 10 000 vom Lions Club, 5000 Euro von der Blanke-Stiftung, rund 8000 Euro von der Stadt – sie hatte zugesagt, bei Geldknappheit bis zu 10 000 Euro zuzuschießen. Schließlich nutzt die Verwaltung die Schlosskirche unter anderem für die Hölderlinpreis-Verleihung. Aber auch zwei Privatleute spendeten je 10 000 Euro – einer „schenkte“ sich die Spende zum 60. Geburtstag. Allein 120 000 Euro des Gesamtbetrages gingen für die Versetzung des Trafos drauf. Diese Summe wurde zwischen Schloss, Kuratorium und dem Energieversorger Syna gedrittelt.

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